Der Tod der Bismarck – Die Ark Royal im Fokus

Nun, zugegeben der Titel ist etwas übertrieben, aber immerhin war es ein Flieger von der Ark Royal der mit einem Torpedotreffer das Ruder des deutschen Schlachtschiffes so beschädigte, dass ein weitere Flucht nicht mehr möglich war. Damit war das Schicksal der Bismarck besiegelt und der Rest ist Geschichte, aber mehr dazu später. Mit der Ark Royal bekommen die britischen Flugzeugträger ihr erstes Premium-Schiff von Wargaming (WG) spendiert und natürlich sind die berühmten Swordfish-Bomber mit an Bord. Wie sich das Schiff nun in World of Warships (WoWS) schlägt und was uns erwartet, das möchte ich ein wenig genauer beleuchten.

Die Geschichte

Hätte es Rear Admiral Reginald Henderson nicht gegeben wäre es vielleicht nie etwas mit der (bis dahin zweiten) Ark Royal geworden, denn aus den Erfahrungen des ersten Weltkriegs heraus war die britische Admiralität fast nur auf den Bau von Schlachtschiffen scharf. Dazu kam, dass die Royal Air Force für sich das alleinige Monopol über Flugzeuge im Militärdienst beanspruchte und nach dem ersten Weltkrieg die Marineflieger als Unterabteilung bei der RAF existiert und naturgemäß nicht unbedingt die erste Geige spielte. Was eigentlich kurios ist, denn während des ersten Weltkriegs war die Abteilung der Marineflieger deutlich größer als die Abteilung bei der Armee und dennoch wurde diese beim Zusammenschluss dieser beiden Abteilungen zur neuen Waffengattung 1918 federführend. Wie dem auch sei, Reginald Henderson war Befehlshaber der HMS Furious (dem regulären Stufe sechs Träger der Briten in WoWS) gewesen und vertrat im Gegensatz zu seinen Kollegen einen moderneren Standpunkt und förderte als Befehlshaber der Trägerflotte den Bau neuer Träger. Die bereits in die Jahre gekommenen Träger sollten nach Plänen aus den frühen 1930er Jahren nach und nach ersetzt werden, wobei die Gelder knapp waren und so erst 1935 mit dem Bau begonnen werden konnte, welcher dann aber beschleunigt wurde, als die politischen Spannungen in Europa sich wieder zuspitzten.

HMS Ark Royal (British aircraft carrier, 1938-1941) photographed circa 1939, with a Fairey Swordfish aircraft taking off as another approaches from astern. U.S. Naval History and Heritage Command Photograph.

Die Ark Royal war, bis auf die Hermes zuvor, einer der ersten Flugzeugträger die auch genau für diesen Zweck geplant worden waren und nicht aus Umbauten von Kreuzern oder Schlachtschiffen entstanden. Dennoch bliebt die Ark Royal ein Einzelstück und war nicht Teil oder erstes Schiff einer ganzen Klasse und sollte eigentlich auch einen anderen Namen tragen (Mercury) und wurde umbenannt, da das ältere Schiffe mit dem Namen Ark Royal in Pegasus umbenannt wurde, damit der alte Namen frei wurde für den modernsten Träger der Royal Navy. Nach der Kiellegung Ende 1935 erfolgte am 13. April 1937 dann der Stapellauf des Schiffes und weitere 19 Monate später wurde das Schiff im November 1938 in den aktiven Dienst übernommen, wobei die ersten Ausflüge wie üblich bei einem neuen Schiff reine Erprobungsfahrten waren.

Also Mitte 1939 der zweite Weltkrieg unmittelbar bevor stand lief die Ark Royal mit der Home Fleet aus, um die Nordsee zu sichern und hatte keinen Monat später viel Glück als die Torpedos des deutschen U-Boots U 39 nicht detonierten. Keine zwei Wochen später wurde die Ark Royal von der deutschen Propaganda für versenkt erklärt, allerdings hatten deutsche Bomber das Schiff in Wirklichkeit komplett verfehlt und keinerlei Schaden angerichtet. Wahrscheinlich war das die Rache  dafür, dass ein Jäger des Trägers davor den ersten Luftsieg der Briten im zweiten Weltkrieg erzielt hatte, als ein deutsches Flugboot abgeschossen wurde. Danach wurde die Ark Royal in den Südatlantik beordert, um bei der Suche und Jagd auf die Admiral Graf Spee zu helfen, die bekanntlich im Dezember mit der Selbstversenkung des Kreuzers endete. Danach ging es für den Träger zurück nach England um später bei den Versuchen Norwegen zurück zu erobern zu helfen, wobei erfolglos versucht wurde die Scharnhorst in Trondheim zu versenken.

Mitte 1940 ging es dann für die Ark Royal ins Mittelmeer, wo sie an vielen Operationen zwischen Gibraltar und Alexandria beteiligt war und auch teilnahm, als im Zuge der Operation Catapult die französische Flotte in Mers-el-Kebir angegriffen wurde (und später auch bei den Angriffen die Reste in Dakar). Bei einem Angriff durch italienische Bomber hatte der britische Träger wieder großes Glück, denn von den angeblich über 100 Bomben die abgeworfen wurden traf keine einzige das Schiff und im September durfte der Flugzeugträger dann zurück nach England um dort überholt zu werden. Der Aufenthalt dort dauert nicht lange, denn schon im November war die Ark Royal zurück und beteiligte sich an Angriffen auf italienische Schiffe, Häfen und andere strategische Ziele und begleitete auch Versorgungskonvois nach Malta und später dann auch im Atlantik. Dabei kam es dann Ende Mai 1941 zur Jagd auf die Bismarck an der die Force H, die Ark Royal war Teil dieser Flottengruppen, deren Ende mit dem fatalen Rudertreffer durch einen Tropedo eines Swordfish Bombers der Ark Royal begann.

Beadell, S J (Lt) Royal Navy official photographer – This is photograph A 6332 from the collections of the Imperial War Museums (collection no. 4700-01)

Doch die Ark Royal sollte bald ins nasse Grab folgen, denn nach der Rückkehr ins Mittelmeer wurde das Schiff am 13. November 1941 vom deutschen U-Boot U 81 gesichtet, beschossen und diesmal hatte das britische Schiff kein Glück. Ein Torpedo detonierte mittschiffs und das Schiff bekam sehr schnell eine Schlagseite. Zwar wurde noch versucht das Schiff nach Gibralta zu schleppen, aber am nächsten Tag wurde die Schieflage noch schlimmer und schließlich sank das die Ark Royal in den Morgenstunden des 14. Novembers 1941. Der Kater Oscar (auch unsinkable Sam genannt) überlebte nach dem Untergang der Bismarck und der Cossack auch dieses Mal und durfte danach nicht mehr an Bord eines Schiffes und verbrachte seine Tage von da an beim Hafenkapitän von Gibraltar und später im Seemannsheim in Belfast.

Das Schiff im Spiel

Strukturpunkte44.500
Höchstgeschwindigkeit31 kn
Wendekreis990 m
Ruderstellzeit16.66
Oberflächensichtbarkeit14.4 s
Luftsichtbarkeit11.79 s
Sekundärartillerie‎8 x 2 113 mm
  Maximale Feuerreichweite4.000 m
Flugabwehr
  113 mm/45 Mk III UD‎8 x 2 113 mm
  113 mm/45 Mk III UD‎8 x 2 113 mm
  40 mm Vickers 2-pdr. Mk VIII‎6 x 8 40 mm
  12,7 mm Mk III‎8 x 4 12.7 mm
Fluggeschwader
  Blackburn SkuaRaketen (3 x 4)
    Trefferpunkte1.820
    Reisegeschwindigkeit121 kn
    Höchsteschwindigkeit161 kn
    Schaden1.500
    Brandschance6 %
  Fairey SwordfishTorpedos (3 x 1)
    Trefferpunkte1.500
    Reisegeschwindigkeit98 kn
    Höchsteschwindigkeit133 kn
    Schaden5.200
  Fairey SwordfishBomben (3 x 8)
    Trefferpunkte1.500
    Reisegeschwindigkeit98 kn
    Höchsteschwindigkeit133 kn
    Schaden2.300
    Brandschance10 %

Die Ark Royal ist im Grund ein normaler britischer Flugzeugträger mit Angriffsfliegern (Raketen), Torpedo- und Sturzkampf-Bombern, die auch die normale Bewaffnung haben (also keine panzerbrechenden Bomben an Stelle der hochexplosiven). Allerdings sind die Flieger (Blackburn Suka und Fairey Swordfish) etwas schwächer als die des regulären britischen Trägers Furious auf der gleichen Stufe. Sie sind deutlich langsamer (bis auf die Angriffsflieger), haben weniger Strukturpunkte und auch die Bewaffnung ist deutlich schwächer (bis auf die Raketen) als die der anderen Träger auf dieser Stufe. Das macht erst einmal den Eindruck als wäre die Ark Royal deutlich zu schwach für ihre Stufe, aber es gibt einige Vorteile die man unbedingt bedenken muss, bevor man ein Urteil fällt. Die Zahl der Flieger ist mit 14 pro Waffengattung höher als bei der Furious und man hat somit etwas mehr Reserve für verlorene Flieger, die Zahl der angreifenden Flugzeuge ist mit drei ebenfalls höher und auch die Zahl der Bomben ist größer, was also die Schwäche beim Schaden reduziert.

Meine Meinung

Wie schon erwähnt unterscheidet sich die Ark Royal nicht großartig von den regulären britischen Flugzeugträgern, vor allem nicht von der Furious auf Stufe sechs. Wie schon bei der japanischen Kaga und der amerikanischen Enterprise sind die Flugzeuge für die Stufe eigentlich etwas schwach für die Stufe, aber dank entsprechender Menge bei einem Angriff doch ähnlich schlagkräftig oder man hat mehr in Reserve. Bei der Ark Royal kommt es zu einer Mischung aus beiden Faktoren, denn man hat ein paar mehr Flieger als die Furious und hat mehr Waffen pro Anflug (ausgenommen die Angriffsflieger, da sind es statt 2 x 6 Raketen 3 x 4 Raketen, also bei beiden Schiffen 12) die man ins Ziel bringen könnte.

Vor allem drei Torpedos pro Angriff ins Wasser bekommen zu können ist ein deutlicher Vorteil, denn damit kann man gerade bei langsamen Schlachtschiffen durchaus im Schnitt mehr Schaden machen pro Angriff als mit den zwei Torpedos die man sonst nur abwerfen kann. Und die Zahl der Bomben macht es einfacher auch kleine Ziele zu treffen, auch wenn die einzelnen Einschläge nicht so schmerzhaft sind, die Summe macht es dann wieder wett. Dies ist aber nicht garantiert, da wie gesagt die Flugzeuge etwas schwächer und langsamer sind und man somit aufpassen muss nicht zu viele zu verlieren.

Insgesamt ist die Ark Royal ein solider Flugzeugträger der sich nur etwas anders spielt als die Furious und mit dem man ebenso zum Ziel kommen kann wie mit dem regulären Schiffe des Forschungszweigs, ohne sich groß umgewöhnen zu müssen. Anders als bei der Kaga (die hochexplosive Bomben hat) oder der Enterprise (die panzerbrechende Bomben hat) gibt es keine großen Unterschiede in der Bewaffnung und gerade die höhere Menge an Bomben und Torpedos macht es Gelegenheitsspielern einfacher mit der Ark Royal Treffer zu setzen. Daher ist das Schiff für mich persönlich ein guter Wurf und für Fans der britischen Flugzeugträger mehr als nur eine Überlegung wert.

Vorschlag für die Fähigkeiten des Kapitäns

Stufe 1: 

Stufe 2: Torpedo Beschleunigung

Stufe 3:  

Stufe 4:  Tarnungsmeister

Begründung: Gegenüber den regulären Flugzeugträgern der Briten würde ich nur eine Änderung vornehmen und zwar die, dass man “Verbesserten Motorboost” und “Letzter Atemzug” gegen “Torpedo Beschleunigung” tauscht. Der Grund dafür ist, dass damit die Chance mit allen drei Torpedos zu treffen höher ist, da die Geschwindigkeit von 35 kn auf 40 kn steigt und man wegen des niedrigeren Schadens auf das Plus an Treffern angewiesen ist.

Ansonsten beginne ich auch bei der Ark Royal mit “Luftherrschaft”, damit sich der geringe Vorrat an Fliegern schneller wieder auffüllt. Danach steht “Verbesserte Motoren” an, denn damit steigt die Geschwindigkeit aller Flieger und da können die langsamen Flieger des britischen Premium-Trägers jede Hilfe brauchen. “Flugzeugpanzerung” hingegen macht sie noch stabiler gegen Luftabwehr und bügelt dieses Manko, vor allem der Bomber, ein wenig aus. Immer wichtig ist schnell zielen zu können, um so wenig Zeit im Geradeausflug zu verbringen wie möglich, weshalb “Visierstabilisierung” für mich bei allen Trägern Pflicht ist. Eine Fähigkeit die eigentlich erst in den höheren Stufen interessant wird bzw. eine echte Wirkung entfaltet ist “Experte der Überlebensfähigkeit”, die einfach die Trefferpunkte der Flieger erhöht. Aber wie oben schon erwähnt brauchen die Flieger der Ark Royal hier jede Unterstützung die sie bekommen können und daher ist auch diese Fähigkeit hier sinnvoll. Und zuletzt wäre da noch “Tarnungsmeister”, auch wenn die Wirkung auf die Flugzeuge nicht grandios ist, aber gerade mit den schwachen und langsamen Fliegern ist es ein praktischer Vorteil etwas länger unentdeckt zu bleiben.

4 Gedanken zu „Der Tod der Bismarck – Die Ark Royal im Fokus

    1. Naja, man ist sich nicht 100% sicher ob das immer ein und die selbe Katze war oder mehrere Katzen die dann zu einer vermischt wurden. Aber die Vielzahl der Berichte lässt zumindest den Schluss zu, dass es einen wahren Kern gibt und einige offizielle Unterlagen berichten ja davon. Egal wie – es ist eine schöne Geschichte.

  1. “Egal wie – es ist eine schöne Geschichte.”

    *signed*

    Den Menschen hat sie in einer sehr schweren Zeit jedenfalls Mut gemacht, Hoffnung schöpfen lassen und ihre Moral gestärkt.

    Wobei ich die folgende Story noch besser finde, denn sie hat sich tatsächlich so abgespielt.
    https://www.spiegel.de/geschichte/soldatenbaer-wojtek-polnische-armee-rekrutierte-braunbaeren-a-947624.html
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/scotland/south_of_scotland/7208505.stm

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