Russischer Stahl auf eisiger See

Mit dem Update 0.8.4 hat Wargming (WG) eine neue Linie von regulären Schiffen in World of Warships (WoWS) gebracht, die durchaus skeptisch beäugt wurde und mit einigen Vorurteilen zu kämpfen hat: russische Schlachtschiffe. Ich betone ja immer wieder, dass WoWS und World of Tanks (WoT) zwar beiden von WG sind, aber andere Entwickler dahinter stecken und auch unterschiedliche Vorgehensweise und Spiel-Design-Philosophien, aber dennoch ist es leider immer wieder der Fall, dass Vorkommnisse aus WoT als Omen für Dinge in WoWS genommen werden. Nun hat WG leider bei WoT einen teilweise durchaus berechtigten Ruf, dass russische Panzer etwas stärker oder zu stark gemacht werden und natürlich wird als Grund der russische Nationalstolz, die Vorliebe der russischen Spieler oder gar gleich ein Befehl aus dem Kreml genannt. Und leider schwappt diese Meinung über den Tellerrand hinweg und brandmarkte schon vor Veröffentlichung der Schiffe diese also zu stark und “overpowered”. Ob das stimmt wollen wir uns mal ansehen.

Die Besonderheiten

Eigentlich sind die russischen Schlachtschiffe sehr einfach oder besser gesagt sehr direkt gestrickt: Kanonen + Panzerung = Schiff und verfügen (anders als ursprünglich geplant, da sollten sie Radar bekommen welches nur Schlachtschiffe und Flugzeugträger erfasst) über keinerlei Spielerei wie Hydroakustische Suche, eine besonders starke Reparatur oder höhere Durchschlagskraft der Sprenggranaten. Aber das “eigentlich” steht nicht umsonst da, denn ganz ohne Ass im Ärmel kommen die Schiffe nicht daher, wobei ein Ass auch einen Nachteil hat, an den man sich erst wird gewöhnen müssen.

  • Schadensbegrenzungsteam – Im Gegensatz zu den anderen Schiffen ist die Zahl der Nutzungen des Schadensbegrenzungsteam bei den russischen Schlachtschiffen begrenzt (3 bzw. 4 bei der Premium-Variante oder 4 bzw. 5 mit Inspekteur). Dafür ist es auch bereits wieder nach 60 s bzw. 40 s bei der Premium-Variante wieder verfügbar. Kapitäne dieser Schiffe sollten sich also ganz genau überlegen wann und warum sie das Schadensbegrenzungsteam verwenden, denn wer zum Ende eines Gefechtes in Flammen aufgeht oder eine Flutung bekommt und kein Schadensbegrenzungsteam  mehr hat, der dürfte bald nasse Füße bekommen.
  • Panzerung – Der Schutz der russischen Schlachtschiffe ist gegen Sprenggranaten von Kreuzern sehr gut und wer direkt auf seinen Gegner zuhält kann leicht auch schwere panzerbrechende Geschosse abprallen lassen. Aber wehe man zeigt seine Breitseite dem Feind, denn hier ist zwar die Panzerung dick genug für leichte Granaten, aber Schlachtschiffe und manch ein schwerer Kreuzer können diese durchdringen und treffen dann sehr einfach die hoch sitzenden Zitadellen der Schiffe.
  • Genauigkeit – Auch wenn die Reichweite der russischen Schlachtschiffe nicht sehr hoch ist sollte man nicht erwarten, dass die Geschosse auf diese maximale Distanz verlässlich treffen. Zwar rummst es ordentlich, aber die Streuung ist auf den letzten etwa 1/3 der Reichweite sehr hoch. Im Gegenzug landen dafür die Granaten dort, wo man sie haben wollte, wenn die Distanz auf unter 2/3 der maximalen Reichweite schrumpft. Oder mit anderen Worten, die russischen Dickschiffe sind dann richtig gefährlich, wenn sie ausreichend nahe an den Feind heran gekommen sind und stanzen dann riesige Löcher in ihre Ziele.
  • Wendigkeit – Auch wenn die russischen Schlachtschiffe ziemlich groß und lang sind, ist ihre Wendigkeit einfach nur herausragend zu nennen. Zwar sind die Wendekreise nicht gerade klein, aber die niedrigen Ruderstellzeiten erlauben schnelle Reaktionen auf Gegner die überraschend auftauchen.

Stufe III – Knyaz Suvorov

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  • Strukturpunkte:  37.900
  • Hauptgeschütze: 5 x 2 305 mm
    • Reichweite: 12.6 km
    • Nachladezeit: 36 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 56.2 s
    • Streuung (maximal): 183 m, Sigma 1.50
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 8.600, Geschwindigkeit: 762 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 4.500, Brandchance: 33 %, Geschwindigkeit: 762 m/s
  • Geschwindigkeit: 22 kn
  • Ruderstellzeit: 9.7 s
  • Wenderadius: 650 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 11.3 km, Luft 7.5 km

Die Knyaz Suvorov erinnert ein wenig an die Kaiser (deutsches Schlachtschiff Stufe IV) wegen der versetzten Anordnung der zwei seitlichen Türme, hat auch das gleiche Kaliber, ist nahezu gleich schnell aber eine Stufe niedriger anzutreffen. Bereits mit dem ersten Schiff dieser Linie werden alle Besonderheiten dieser Linie eingeführt: limitiertes Schadensbegrenzungsteam, geringere Reichweite der Geschütze und lange Nachladezeit und eine Streuung die auf lange Distanz erheblich ist, aber auf mittlere und kurze Distanz an Präzision gewinnt. Mit einer für nur 12.6 km Reichweite recht großen Streuung ist die Knyaz Suvorov kein Schiff, mit dem man in der letzten Schlachtreihe stehen kann. Dafür rumpelt es ordentlich wenn man trifft und die Geschosse durchschlagen mühelos alle Schlachtschiffe dieser Stufe (und drüber). Dafür rächt sich jeder Fehlschuss, denn 36 s Nachladezeit sind verdammt lange und Möglichkeiten diese zu reduzieren gibt es nicht.

Stufe IV – Gangut

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  • Strukturpunkte:  40.500
  • Hauptgeschütze: 4 x 3 305 mm
    • Reichweite: 13.5 km
    • Nachladezeit: 36 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 56.2 s
    • Streuung (maximal): 194 m, Sigma 1.40
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 8.600, Geschwindigkeit: 762 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 4.500, Brandchance: 33 %, Geschwindigkeit: 762 m/s
  • Geschwindigkeit: 23 kn
  • Ruderstellzeit: 10.2 s
  • Wenderadius: 660 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 13.2 km, Luft 8.7 km

Die Gangut kennen wir bereits als als Premium-Schiff, denn es wurde 1925 umbenannt in Oktyabrskaya Revolutsiya. Die Werte sind an Stufe vier angepasst und daher hat die Gangut weniger Reichweite, eine längere Nachladezeit usw. als das ihr Premium-Klon auf Stufe fünf, was auch völlig in Ordnung geht. Was dieses Schiff so unangenehm als Gegner macht (bzw. angenehm, falls man sie selber befehligt) ist die Anzahl an Geschützen und die flache Bauweise und geringen Aufbauten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Anordnung der Geschütze in der Mitte, denn diese drehen gegenläufig, was bedeutet, dass man, je nachdem wo sich das Ziel zum eigenen Schiff befindet, immer einen Turm hat der sich umdrehen muss, während der andere auf dem Ziel bleibt. Ansonsten gilt auch hier, dass die Reichweite eher gering, die Genauigkeit unter 10 km eher bescheiden und das Nachladen eine Qual ist.

Stufe V – Pyotr Velikiy

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  • Strukturpunkte:  51.100
  • Hauptgeschütze: 4 x 2 356 mm
    • Reichweite: 16.0 km
    • Nachladezeit: 33 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 45 s
    • Streuung (maximal): 223 m, Sigma 1.70
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 10.500, Geschwindigkeit: 823 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 5.200, Brandchance: 38 %, Geschwindigkeit: 732 m/s
  • Geschwindigkeit: 26.5 kn
  • Ruderstellzeit: 11.5 s
  • Wenderadius: 800 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 13.2 km, Luft 9.2 km

Pyotr Velikiy erinnert nicht von ungefähr an eine Kongo, denn das Projekt 707, welches dem Schiff zu Grunde liegt, war eigentlich für einen Schlachtkreuzer gedacht und erklärt warum die Zahl der Geschütze pro Turm auf zwei reduziert wurde und die Geschwindigkeit deutlich ansteigt (wenn auch nicht auf das Niveau einer Kongo). Die Pyotr Velikiy ist eines der beweglichsten Schlachtschiffe auf ihrer Stufe (die Ruderstellzeit von 11.5 s ist fantastisch) und hat noch dazu ziemlich schlagkräftige Geschosse und wird fast nur über die lange Nachladezeit und die relativ geringe Reichweite in der Balance gehalten. Nun fast, denn seitlich hat die Panzerung auf dem Deck erhebliche Lücken, die es steil eintreffende Granaten erlaubt schwere Treffer zu landen. Dennoch sollte man eine Pyotr Velikiy niemals unterschätzen oder als leichtes Ziel betrachten, denn die oben genannten Vorteile des Schiffes machen es jederzeit zu einem gefährlichen Gegner. Zu erwähnen ist noch, dass die Geschosse je nach Art eine unterschiedliche Geschwindigkeit haben und sich damit, je nach gewählter Munitionsart, die Flugbahn ändert. Das sollte man beim Vorhalten unbedingt beachten, sonst sind ärgerliche Fehlschüsse kaum zu vermeiden.

Stufe VI – Izmail

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  • Strukturpunkte:  55.900
  • Hauptgeschütze: 4 x 3 356 mm
    • Reichweite: 17.0 km
    • Nachladezeit: 33 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 60 s
    • Streuung (maximal): 235 m, Sigma 1.60
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 10.500, Geschwindigkeit: 823 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 5.200, Brandchance: 38 %, Geschwindigkeit: 732 m/s
  • Geschwindigkeit: 28.5 kn
  • Ruderstellzeit: 12 s
  • Wenderadius: 830 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 14.7 km, Luft 9.6 km

Schneller als der Vorgänger, etwas mehr Reichweite und vor allem mit 12 Geschützen 50 Prozent mehr Feuerkraft – das ist die Izmail auf Stufe sechs bei den russischen Schlachtschiffen. Damit ist dieses Schiff auf Augenhöhe mit einer New Mexico oder Normandie und das bei höherer Geschwindigkeit bzw. größerem Kaliber und noch dazu ist die Izmail auch wendiger. Als Nachteil muss man aber ausdrücklich auf die eher schwache Panzerung hinweisen, denn die hat, noch mehr als ihre Vorgängerin, mehrere Lücken in der Seite hinter bzw. um die Sekundärtürme. Hier sind schwere Treffer garantiert und teilweise verirrent sich auch Granaten hier hin, wenn man vermeintlich sicher angewinkelt zum Gegner steht. Ungewohnt ist auch die Anordnung der Türme, die man so eher von Schiffen der unteren Stufen kennt, denn die beiden mittleren Türme können nicht direkt nach vorne bzw. hinten feuern. Dazu kommt, dass Türme zwei, drei und vier (von vorne gezählt) nach hinten ausgerichtet sind, womit bei einem Wechsel eines voraus liegenden Zieles von einer Seite zur anderen diese drei Türme sich fast einmal komplett drehen müssen. Als Gegner einer Izmail kann man daraus durchaus seinen Vorteil ziehen, da man entweder nur noch einen Turm auf sich gerichtet hat oder das Schiff zwingt sich zu drehen.

Stufe VII – Sinop

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  • Strukturpunkte:  65.000
  • Hauptgeschütze: 3 x 3 406 mm
    • Reichweite: 17.4 km
    • Nachladezeit: 33 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 60 s
    • Streuung (maximal): 240 m, Sigma 1.60
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 12.950, Geschwindigkeit: 766 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 5.850, Brandchance: 41 %, Geschwindigkeit: 766 m/s
  • Geschwindigkeit: 27 kn
  • Ruderstellzeit: 12.9 s
  • Wenderadius: 960 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 14.7 km, Luft 10.1 km

Spätestens mit der Sinop wird ein Trend bei den russischen Schlachtschiffen deutlich: mehr Bug muss sein. Der Vorbau wird einfach mit jedem Schiff scheinbar noch mal länger, was den Schiffen eine sehr markante Optik gibt. Abgesehen davon legt die Sinop auf Stufe sieben noch einmal beim Kaliber nach und führt sehr schlagkräftige 406 mm Geschütze ins Gefecht, die aber weiterhin mit 33 s deutlich langsamer laden als die manch eines Kollegen und mit 17.4 km Reichweite vielen Schiffen unterlegen sind. Dafür sind sie auf mittlere Distanz (etwa 12 km oder weniger) sehr genau und können massiven Schaden austeilen. Was weiterhin erhalten bleibt ist eine herausragende Wendigkeit und eine solide Geschwindigkeit. Die Sinop ist auch eines von nur drei Schiffen dieser Linie, welches über einen Katapultjäger zur Unterstützung bei der Flugabwehr verfügt, die aber auch so nicht ganz ohne ist. Allerdings hat die Sinop keinerlei Flugabwehrgeschütze im Nahbereich (unter 1 km), was gute Trägerspieler ausnützen können um in Ruhe zu zielen.

Stufe VIII – Wladivostok

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  • Strukturpunkte:  73.600
  • Hauptgeschütze: 3 x 3 406 mm
    • Reichweite: 17.9 km
    • Nachladezeit: 33 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 45 s
    • Streuung (maximal): 247 m, Sigma 1.70
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 13.100, Geschwindigkeit: 793 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 5.850, Brandchance: 41 %, Geschwindigkeit: 793 m/s
  • Geschwindigkeit: 29 kn
  • Ruderstellzeit: 13.7 s
  • Wenderadius: 950 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 15 km, Luft 11.1 km

Sowohl optisch als auch von den Werten her scheint die Wladivostok eine in den meisten Punkten etwas verbesserte Version ihrer Vorgängerin zu sein, was jetzt erst einmal nicht schlecht sein muss. Allerdings sind Nachladezeit der Geschütze, deren Reichweite und Genauigkeit von den Zahlen her nicht überragend für ein Schiff der Stufe acht, was aber angesichts der Besonderheiten der russischen Schlachtschiffe auch nicht verwundern dürfte. Zwar ist die Wladivostok weiterhin sehr wendig, aber mit 29 kn nicht übermäßig schnell, was bei 17.9 km Reichweite der Geschütze und in Gefechten mit höherstufigen Schiffen zu einem deutlich spürbaren Nachteil gereicht. Daher ist Vorausplanung bei diesem Schiffe wichtiger denn je ansonsten findet man sich schnell einer feindlichen Übermacht gegenüber (der man zwar dank der guten Panzerung erstaunlich lange stand halten kann, sofern man ihnen die Nase zuwenden kann) oder aber man fährt dem Schaden hinterher. Lästig werden auch die Angriffe von Fliegern, denn wie zuvor fehlt die Luftabwehr im Bereich unter einem Kilometer, was der Katapultjäger nicht wirklich ausgleichen kann.

Stufe IX – Sovetsky Soyuz

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  • Strukturpunkte:  88.100
  • Hauptgeschütze: 3 x 3 406 mm
    • Reichweite: 19.4 km
    • Nachladezeit: 33 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 30 s
    • Streuung (maximal): 264 m, Sigma 1.70
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 13.250, Geschwindigkeit: 830 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 5.800, Brandchance: 40 %, Geschwindigkeit: 830 m/s
  • Geschwindigkeit: 28 kn
  • Ruderstellzeit: 14.9 s
  • Wenderadius: 950 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 16.2 km, Luft 13.3 km

Das vorletzte Schiff der Reihe, die Sovetsky Soyuz, ist wieder ein Upgrade zum Vorgänger, verliert aber einiges an Ihren Vorteilen bei der Sichtbarkeit und gleicht sich hier etwas den Kollegen aus anderen Nationen an. Mit 28 kn ist sie weiterhin nicht schneller als die Schiffe anderer Nationen aber die Ruderstelltzeit ist immer noch sehr gut und verleiht ihr eine gute Mobilität. Mit dem zweiten Rumpf wird auch die Lücke bei der Luftabwehr geschlossen aber weiterhin liegt die meiste Feuerkraft hier in dem weiten und mittleren Feld und bekommt Unterstützung vom Katapultjäger. Die Geschütze sind weiterhin sehr stark was den Durchschlag der panzerbrechenden Granaten angeht und bekommen dazu 1.5 km mehr Reichweite und das Schiff spielt sich mit nun 19.4 km etwas angenehmer als zuvor. Ebenfalls spürbar wird die Deckpanzerung von 60 mm, welche die meisten Sprenggranaten von Kreuzern nicht mehr durchschlagen können (außer manche wenn der Kapitän die Fähigkeit “Trägerheitszünder für Sprenggranaten” gelernt hat), was das Schiff zwar nicht komplett immun gegen Schaden macht (die Aufbauten sind dünner gepanzert), aber doch den Schaden deutlich reduziert. Dennoch sollte man nicht zu kühn in eine Flotte feindlicher Schiffe vorstoßen, denn die Seitenpanzerung mag dick erscheinen, aber danach kommt bis zur Zitadelle nichts mehr und außerdem darf man nie vergessen, dass die Anzahl der Nutzungen des Schadensbegrenzungsteams begrenzt ist.

Stufe X – Kremlin

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  • Strukturpunkte:  108.300
  • Hauptgeschütze: 3 x 3 457 mm
    • Reichweite: 20.7 km
    • Nachladezeit: 33 s
    • Turmdrehzeit (180 Grad): 30 s
    • Streuung (maximal): 279 m, Sigma 1.90
    • Panzerbrechende Granaten, Schaden: 15.500, Geschwindigkeit: 800 m/s
    • Hochexplosiv Granaten, Schaden: 6.600, Brandchance: 48 %, Geschwindigkeit: 800 m/s
  • Geschwindigkeit: 29.5 kn
  • Ruderstellzeit: 16.3 s
  • Wenderadius: 1.090 m
  • Sichtbarkeit, Wasser 16.5 km, Luft 13.9 km

Die Krönung der russischen Schlachtschiffreihe trägt passenderweise den Namen Kremlin (deutsch Kreml) und ist in mancher Hinsicht wirklich einzigartig. Sie hat die meisten Strukturpunkte aller Schiffe (108.300), sie hat eines der größten Kaliber (457 mm – nur die Yamato hat größere Kanonen) und hinterlässt bei Treffern mit maximal 15.500 Schaden die größten Löcher in ihren Opfern. Dazu kommt die 60 mm Deckpanzerung, massive Panzerung beim Bug und ein hervorragender Torpedoschutz, was die Kremlin als Festung erscheinen lässt und das stimmt sogar. Allerdings bleibt wie bei der Sovetsky Soyuz die Breitseite sehr verletzlich gegen größere Kaliber und da das Schadensbegrenzungsteam limitiert ist können häufige Brände und Wassereinbrüche für eine Kremlin sehr schnell sehr unangenehm werden. Dieses Potential zur Kurzlebigkeit gleich sie allerdings durch eine brachiale Durchschlagskraft der panzerbrechenden Granaten aus, die (sofern sie treffen) auch auf Distanz bis zur Zitadelle einer Großen Kurfürst, Conquerer oder Montana durchdringen können. Allerdings gilt auch für die Kremlin, dass die Genauigkeit auf die weiten Distanzen nachlässt und somit Treffer, vor allem auf kleinere oder schnellere Ziele, nicht ganz so häufig sind.

Vorschlag für die Fähigkeiten des Kapitäns

Stufe 1: Präventive Maßnahmen

Stufe 2: Eliteschütze Adrenalinrausch

Stufe 3: Grundlagen der Überlebensfähigkeit Inspekteur

Stufe 4: Brandschutz Tarnungsmeister

Begründung: Die russischen Schlachtschiffe haben die Limitierung des Schadensbegrenzungsteams, was man bei der Auswahl der Fähigkeiten seines Kapitäns berücksichtigen kann bzw. sogar sollte. Das beginnt damit, dass “Präventive Maßnahmen” den Ausfall von Modulen (Türmen, Ruder usw.) unwahrscheinlicher macht und somit die Notwendigkeit einer möglichen Verwendung einer Aufladung des Schadensbegrenzungsteams reduziert. Also zweite Fähigkeit ist “Eliteschütze” zumindest bis einschließlich Stufe acht durchaus nötig, da sonst die Geschütze zu lange brauchen um bei den wendigen Schlachtschiffen hinterher zu kommen. Außerdem wird man in der Regel etwas näher am Feind sein und muss auf Feinde auf verschiedenen Flanken reagieren und auch hier sind schnell drehende Türme wichtig. Weiter geht es mit “Inspekteur”, der wohl wichtigsten Fähigkeit für russische Schlachtschiffe, denn damit gibt es eine Aufladung mehr von sowohl dem Schadensbegrenzungsteam als auch der Reparaturmannschaft. Als weitere Fähigkeit kommt dann zunächst “Brandschutz” dazu, denn diese Schiffe werden oft auch von feindlichen Schlachtschiffen mit hochexplosiven Granaten beschossen, wenn sie die Nase zum Gegner zeigen. Eine Reduzierung der maximalen Zahl und der Häufigkeit von Bränden ist hier einfach eine Frage des Überlebens. Als weitere Fähigkeiten eignen sich “Adrenalinrausch” um im Laufe eines Gefechtes häufiger seine Hauptgeschütze verwenden zu können, gefolgt von “Grundlagen der Überlebensfähigkeit” um die Dauer von Bränden und Wassereinbrüchen zu reduzieren. Zuletzt würde ich noch “Tarnungsmeister” wählen um den kleinen Vorteil (vor allem in den niedrigen und mittleren Stufen) der russischen Schlachtschiffe – etwas geringere Sichtbarkeit – besser nutzen zu können. Somit kann man häufiger nahe genug unentdeckt an den Feind heran um dann die Geschütze voll zur Geltung bringen zu können.

Die letzten beiden Schiffe der Reihe – Sovetsky Soyuz und Kremlin – haben mit 30 s Turmdrehzeit für 180 Grad recht flotte Geschütztürme, weshalb man überlegen kann “Eliteschütze” gegen eine ander Fähigkeit zu tauschen. Da ich allerdings bei beiden die Hauptgeschütze-Modifikation 3 verwende (12 % weniger Nachladezeit aber dafür 13 % mehr Turmdrehdauer) und ich gerne meine Geschütze schnell bewege bleibe ich auch hier bei “Eliteschütze”. Falls man dies nicht so wählt, kann man diese Fähigkeit gegen zum Beispiel “Höchste Alarmbereitschaft” oder “Tausendsassa” tauschen, wobei der Nutzen hier, auf Grund der eh schon geringen Nachladezeit des Schadensbegrenzungsteams oder der geringen Zahl von Verbrauchsgütern (Kremlin hat nur zwei), eher begrenzt ist. Als Alternative zu “Tarnungsmeister” bietet sich auch immer “Verbesserte Schießausbildung” an um die Sekundärgeschütze aber vor allem die Luftabwehr zu stärken.

8 Gedanken zu „Russischer Stahl auf eisiger See

  1. Moin! Wieder eine gute Beschreibung und hilfreiche Tipps! Danke dafür!

    Der Fehlerteufel hat sich dennoch eingeschlichen… Statt das Tarnungsmeister-Symbol, wie im Text beschrieben, hast du das Symbol für Funkortung genommen.

    VG

  2. also bis jetzt merke ich die bessere Genauigkeit auf weniger range zum Gegner nicht wirklich. weder bei sinop, wladi und dem t9. desweiteren ist z.b. die penetrationsleistung der wladi, mit ap mit die schlechteste auf t8 und ich vermute das ist bei der Sojus und sinop nicht anderster. bisher hat mich nur die ismael überzeugt, bei besserer Genauigkeit auf weniger range zum Gegner. wie es mit der kremlin ist, k.a., dabei sie zu erforschen. bei t7-9 muss ich leider sagen das da mein rng ab 12km meist schlechter ist wie drüber….

    1. Da musst du Montagsmodelle erwischt haben oder aber der RNG ist bei dir einfach auf Reichweite günstig. Wenn du dir die Streuungsbilder von z.B. Mouse anschaust, dann ist das Ergebnis Recht klar. Es sind natürlich keine so massiven Unterschiede, dass man auf 15 km oder so nix mehr trifft, aber doch spürbar.

      Bei der Durchschlagsfähigkeit der Geschosse liegst du allerdings falsch, da hat die Wladivostok z.B. auf 10 km ziemlich genau 50 mm belt armor penetration als z.B. Tirpiz oder Bismarck und liegt mit North Carolina und Amagi gleich auf (gegenüber der Richelieu liegt sie auch vorne und die Monarch schlägst sie um fast 80 mm).

  3. Ich habe die russischen BB aufgrund der aktuellen Schlachtschiffschwemme des öfteren als Gegner erlebt.Die Zitadelle eines in Breitseite stehenden russischenSchlachtschiffs ist ein natürlicher Schwachpunkt. Zitadellen sind dann ziemlich einfach möglich. Das hebt sie dann dann doch deutlich von den deutschen Schlachtern ab, die ich bevorzugt fahre. Angewinkelt hingegen sind die Russen ein harter, kaum zu knackender Brocken.

    Mein Ausßeneindruck ist somit momentan neutral, sie sind mir weder als OP noch als UP aufgefallen.

    Bei der Einführung der englischen und französischen Schlachtschiffe war es zu Anfangs doch anders. Die Normandie und besonders die Lyon haben mich aufgeregt, weil sie mit der Masse und Performance ihrer Hauptgeschütze Kreuzer und teilweise Zerstörer mit einer Salve massiv schädigen oder sogar auf den Grund des Ozeans schicken konnten. Bei den Briten fuhr man zu oft als Leuchtfeuer umher.

    Mal abwarten, was die nächste Zeit bringt.

    1. Wenn ein RUBB angewinkelt steht ist Geduld gefragt um das Schiff einfach nieder zu brennen. Feuer ist echt der Feind der Schiffe, vor allem wegen der Limitierung des Schadensbegrenzungsteams, dass wohl überlegt eingesetzt werden muss. Wer damit in einem RUBB zu früh Brände löscht, der hat hinterher ein Problem. Wer aber zu sparsam damit umgeht, der wird notorisch niedrige Sturkturpunkte haben und muss die Reparatur dann darauf “verschwenden”. Ich finde sie aktuell weder zu stark noch zu schwach, aber sie sind noch ungewohnt als Gegner … wird sich alles finden.

      1. Ok, den Tip, einen angewinkelten Russen-BB mit HE zu beschießen, muss ich mir merken. Als Freund der deutschen Schiffe neigt man aufgrund ihrer guten AP gerne dazu, HE zu vernachlässigen. 🙂

      2. Sollte man nicht, denn die HE Granaten der deutschen Schlachtschiffe und Kreuzer haben 1/4 statt 1/6 des Kalibers an Durchschlagskraft, also sozusagen eingebautes IFHE. Btw. gilt das auch für die britischen Schlachtschiffe und die 100 mm Geschütze der japanischen Schiffe und die 150 mm, 128 mm und 109 mm (nur bei der Friedrich der Große) Sekundärgeschütze der deutschen Schiffe.

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