Schnell vorwärts – französische Kapitäne desorientiert!

Aktuell haut Wargaming.Net (WG) ein Update nach dem anderen für World of Warships (WoWS) raus und dabei sind auch immer wieder frische Schiffe dabei und voraussichtlich mit dem nächsten Update werden die französischen Kreuzer Einzug halten. Derzeit befinden sich die Schiffe noch in der Testphase auf dem Live-Server, aber wir Community Contributoren dürfen schon einige Zeit damit rumfahren und darüber schreiben. Allerdings hab ich mit einer Vorschau noch gewartet, da einige Anpassungen absehbar bzw. wünschenswert waren und diese wollte ich noch abwarten. Die Änderungen kamen nun auch, wenn auch teilweise in der Art etwas unerwartet aber durchaus sinnvoll und damit steht einem ersten Blick nichts mehr im Weg. Zuvor aber der Hinweis, dass alle Fakten und Werte und damit auch meine Einschätzung weder in Stein gemeißelt oder final sind, da könnte sich durchaus bei dem einen oder anderen Schiff noch etwas tun. WG bittet uns eindringlich darauf hinzuweisen, dass die Schiffe noch immer als “Work in Progress” gelten und damit kein Urteil bisher endgültig sein kann und dass sich auch bis kurz vor Veröffentlichung noch was entscheidend ändern kann haben uns die deutschen Zerstörer vor einiger Zeit bewiesen.

Update: Inzwischen sind die französischen Kreuzer mit Update 0.6.4 am 20.04.2017 erschienen und es gab einige letzte Anpassungen. Vor allem die Henri IV auf Stufe zehn wurde deutlich verbessert und entsprechend habe ich diesen Text angepasst und die Werte entsprechend geändert.

Die Kreuzer aus Frankreich werden das Zentrum des zukünftigen französischen Forschungsbaumes bilden, so wie es auch bei den anderen Nationen ist, aber noch zweigen davon natürlich keine Zerstörer (vermutlich auf Stufe zwei) oder Schlachtschiffe (vermutlich auf Stufe drei) ab, denn die gibt es noch gar nicht im Spiel. Aber immerhin hat die Dunkerque dann bald Gesellschaft und wer fleissig seinen Kapitän dort ausgebildet hat, der darf den bald auf die Reise von der Bougainville zur Henri IV schicken. Über welche Schiffe das gehen wird, sieht man in der folgenden Übersicht:

teaser_overview

Stufe I und II

1_Bougainville 2_Jurien

Die ersten beiden Schiffe könnten kaum unterschiedlicher sein, auch wenn beide mit 19 kn (Bougainville, Stufe 1) bzw. 23 kn (Jurien, Stufe 2) eher übers Wasser kriechen als rasen. Während die Bougainville über 3 x 1 139 mm Geschütze verfügt und 9.5 km weit schießen kann und das alle 6 Sekunden, hat die Jurien 8 x 1 165 mm Kanonen. Damit kommt sie zwar kaum weiter (10.3 km) und schießt langsamer (9 Sekunden Nachladezeit), aber der “Rumms” ist ein ganz anderer (3.100 Schaden mit den panzerbrechenden Geschossen sind für Stufe zwei eine Menge). Die Bougainville scheint mit den wenigen und schwachen Geschützen eher einer der schwächeren Stufe eins Kreuzer zu sein und auch wenn teilweise mit der hochexplosiven Munition überraschende Zitadellentreffer möglich sind, bleibt der Schaden etwas hinter zum Beispiel einer Black Swan (englischer Kreuzer Stufe eins) zurück. Die Jurien hingegen teilt wie gesagt mit ihren Geschützen ordentliche Schellen aus und gerade die vielen Kreuzer oder auch Zerstörer sollten sich vor ihr in Acht nehmen. Allerdings ist sie, wie oben erwähnt, nicht das schnellste Pferd im Stall und wie alle frühen Kreuzer ist die Panzerung auch nicht gerade das, was man “massiv” nennen würde. Daher sollte man, sofern möglich, sich von Schlachtschiffen fern halten und diese mit den ebenfalls guten hochexplosiven Geschossen eindecken.

Stufe III und IV

3_Friant 4_Duguay-Trouin

Friant und Duguay-Trouin bilden ein Paar, was nicht überrascht, wenn man bedenkt, dass der Stufe drei Kreuzer nur ein Projekt-Entwurf war, der dann ausgebaut und zum Stufe vier Kreuzer geführt hat. Das ist hier also ähnlich wie bei Phoenix und Omaha, den beiden Stufe vier und fünf Kreuzern im amerikanischen Forschungszweig. Die Friant ist deutlich kleiner als ihre Nachfolgerin und führt zwar die gleichen Türme (vier Zwillingstürme) auf ihrem Deck, aber hat nur 139 mm Geschütze montiert, was allerdings bedeutet, dass sie sowohl von Eliteschütze, Schießgrundausbildung als auch Verbesserter Schießausbildung profitiert (bzw. bei Eliteschütze mehr als die Duguay-Trouin). Das führt dazu, dass die Friant weiter schießen kann (bis knapp 15.5 km) als die Duguay-Trouin und ihre Türme schneller drehen und das bei 30 kn und einem kleinen Wendekreis von 560 m und einer Ruderstellzeit von 6 Sekunden. Damit wird die Friant zu einem wirklich guten Kreuzer auf Stufe drei und macht auch der immer noch sehr starken St. Louis den Rang als bester Stufe drei Kreuzer streitig. Einziges Manko der Friant ist die Nachladezeit von nun 12 Sekunden (war zu Beginn der Testphase 7 Sekunden), was aber angesichts ihrer sonstigen Überlegenheit durchaus gerechtfertigt ist. Außerdem bleiben ihr für einen harten Schlag ihre 4 x 3 550 mm Torpedos, die mit 6 km zwar nicht gerade weit reichen, aber immerhin 57 kn schnell sind und mit 12.233 Schaden pro Torpedo durchaus unangenehm für Schlachtschiffe sind. Leider ist die Nachladezeit mit 84 Sekunden recht lange, aber angesichts der Menge an Torpedos erscheint dies gerechtfertigt.

Auf Stufe vier baut die Duguay-Trouin die Stärken der Friant weiter aus und legt nicht nur an Größe zu, sondern auch das Kaliber der Geschütze steigt auf 155 mm die weiterhin in vier Zwillingstürmen verbaut sind. Mit ihrem Schaden (hochexplosive Munition: 2.200, panzerbrechende Munition: 3.300), 12 Sekunden Nachladezeit und 15 km Reichweite liegt sie am oberen Ende der Nahrungskette was die Geschütze angeht und auch die Torpedos (identisch zu denen der Friant) sind auf dieser Stufe mehr als nur Beigabe. Zwar sind andere Kreuzer schneller als die Duguay-Trouin mit ihren 33 kn aber es gibt auch welche die deutlich gemächlicher unterwegs sind, aber alle sind deutlich wendiger, denn hier liegt die Achillesferse des französischen Kreuzers. Die Ruderstellzeit ist mit über 10 Sekunden und der Wendekreis mit 670 Metern weit über dem Schnitt und machen das Fahren dieses Schiffes nicht gerade angenehmer und gerade enge Stellen sollte man daher eher meiden. Sehr angenehm hingegen ist die Tatsache, dass die Duguay-Trouin bereits auf Stufe vier ein Sonar bekommt (Schiffserfassung: 3.48 km, Torpedoerfassung: 2.52 km) und einen Abfangjäger und gerade der letzte ist dringend notwendig, denn die Flugabwehr der Duguay-Trouin ist faktisch nicht vorhanden.

Stufe V und VI

5_Emile_Bertin 6_La_Galissonniere

Ähnlich wie die beiden Schiffe zuvor, verbindet auch die beiden nächsten Schiffe die Entwicklungsgeschichte, allerdings mit dem Unterschied, dass es beide Schiffe wirklich gab (die Émile Bertin war ein einzelnes Schiff und keine Klasse) und die La Galissonnière zwar die Weiterentwicklung der Émile Bertin darstellt, aber auch Teile der (in WoWS auf sie folgende) Algérie verwendete (Panzerung und Antrieb). Beide Schiffe verwenden die gleichen 3 x 3 152 mm Geschütztürme und so verwundert es nicht, dass die Leistungsdaten bei den beiden Schiffen nur wenig abweichen, wobei die La Galissonnière naturgemäß etwas besser abschneidet, da sie ja eine Stufe höher steht. Während die Émile Bertin 14.9 km weit schießen kann, kommt die La Galissonnière auf 15.9 km und auch bei der Nachladezeit liegt der Stufe fünf Kreuzer mit 12 Sekunden knapp über den 10 Sekunden der größeren Schwester. Beide Schiffe verfügen über die gleichen Torpedos (9 km Reichweite, 60 kn, 14833 Schaden), wenn auch über unterschiedliche Anzahl, denn während die Émile Bertin 2 x 3 Werfer (90 Sekunden Nachladezeit) hat muss die La Galissonnière mit mageren 2 x 2 Werfern (60 Sekunden Nachladezeit) auskommen. Damit verlieren auf Grund der geringen Anzahl und langen Nachladezeiten die Torpedos bei den französischen Kreuzern trotz der eigentlich guten Werte (hohe Reichweite, gute Geschwindigkeit) massiv an Bedeutung. Zwar kann man damit noch immer das ein oder andere Schiff überraschen, aber ein noch gut intaktes Schlachtschiff wird man damit nicht mehr versenken können und die Torpedos ändern sich bis einschließlich Stufe zehn auch nicht mehr.

Die Émile Bertin hat auch bei der Geschwindigkeit die Nase vorn, denn mit 35 kn ist sie recht flott unterwegs und schneller als die La Galissonnière mit 31 kn, allerdings sind beide fast gleichwertig bei der Wendigkeit (Ruderstellzeit von 7.4 Sekunden zu 7.7 Sekunden, Wendekreis von 670 Metern zu 650 Metern). Da man aber bei der La Galissonnière einen Platz für Verbesserungen mehr hat und die Steuergetriebe-Modifikation 2 verbauen kann, wird die große Schwester sogar etwas agiler. Die Luftabwehr ist bei beiden Schiffen eher mager, zumindest verglichen mit anderen Kreuzern, aber ausreichend und wird bei der Émile Bertin von einem Abfangjäger unterstützt und die La Galissonnière kann zwischen Sonar oder Defensivem Flak-Feuer wählen, je nachdem was man bevorzugt. Beide Kreuzer haben daneben noch ein Verbrauchsgut und zwar die Émile Bertin den Sonar und die La Galissonnière ist der erste Kreuzer der den Motorboost bekommt. Dies ist die Besonderheit der französischen Kreuzer und der Motorboost ist auch etwas stärker (15 % mehr Geschwindigkeit, 180 Sekunden Dauer und die Nachladezeit beträgt nur 120 Sekunden (90 Sekunden für die Premium-Variante)), allerdings muss ich gestehen, dass die Nützlichkeit dieser Besonderheit nicht vergleichbar mit dem Nebel der Briten oder dem Radar der Amerikaner und Russen ist.

Stufe VII

7_Algerie

Die Algerie stellt ein wenig den Wendepunkt bei den französischen Kreuzern dar, vor allem da dieses Schiff in der Reihe das letzte ist, dass wirklich existiert hat und der letzte schwere Kreuzer war, der in Frankreich gebaut wurde. Auch seine Bewaffnung hebt ihn von den Vorgängern ab, denn das Kaliber steigt auf 203 mm und die finden Platz in den vier Zwillingstürmen die hinreichend flott drehen (7 Grad pro Sekunde) und damit dem recht agilen Schiffe (31 kn schnell, 7.6 Sekunden Ruderstellzeit bei 660 Meter Wendekreis) durchaus folgen können. Angenehm gegenüber den Vorgängern ist vor allem, dass die Reichweite mit 17.9 km sehr hoch ist, auch wenn 12 Sekunden für das Nachladen doch eine recht stattliche Zeit sind. Die Luftabwehr wird langsam etwas schlagkräftiger und wird von einem Katapultjäger unterstützt, was zwar dem Team wenig hilft, aber einen selber für Angriffe durch Bomber weniger attraktiv macht. Außerdem kann man wieder zwischen Sonar und Defensivem Flak-Feuer wählen und hat den Motorboost zur Verfügung, womit man über vier Verbrauchsgüter verfügt.

Man sollten sich von dem schwer in schwerer Kreuzer bei der Algerie nicht zu sehr täuschen lassen, denn auch wenn das Schiff deutlich mehr Panzerung ins Feld führt als die Schiffe davor, sprechen wir hier immer noch nur von einem Kreuzer. Die seitliche äußere Panzerung hat eine Dicke von bis zu 110 mm und schützt damit die Zitadelle ein wenig mehr als es bei anderen Kreuzern der Fall ist, aber gegen Geschosse von Schlachtschiffen ist das meist nur ein geringer Trost. Allerdings kann man damit, geschickt angewinkelt, bei anderen Kreuzern die Oberhand behalten, da deren Geschosse dann gerne abprallen und nur Lackschäden hinterlassen, während die eigenen Geschosse oft genug die Panzerung durchschlagen und ordentliche Spuren hinterlassen.

Stufe VIII und IX

8_Charles_Martel 9_Saint-Louis

Die beiden Schiffe die nun folgen sind wie oben schon erwähnt reine Papierschiffe, die es nie über die Planungsphase hinaus geschafft haben unter anderem einfach deshalb, weil Frankreich dann erobert wurde und nach dem Krieg erst einmal andere Dinge wichtig waren und sich die Prioritäten bei den Flotten geändert hatte. Aber die Pläne für diese Schiffe entsprangen dem Druck den es aus anderen Ländern gab (vor allem Deutschland), in denen schwere Kreuzer mit mehr Geschützen, stärkerer Panzerung und leistungsfähigeren Maschinen entwickelt wurden und entsprechend sind die Charles Martel und die Saint-Louis logische Weiterentwicklungen der Algerie. Beide Schiffe übernehmen die recht solide (wie gesagt, für einen Kreuzer) Panzerung, die hinreichende (aber nicht gute) Luftabwehr und die Torpedos (2 x 3 Werfer, 9 km, 60 kn, 14833 Schaden und 90 Sekunden Nachladezeit) und beide haben 203 mm Geschütze, allerdings in drei Drillingstürmen.

Der Unterschied zwischen den beiden Schiffen ist, wie vorher bei Stufe fünf und sechs, dass die große Schwester (Saint-Louis) der kleinen Schwester (Charles Martel) einfach ein klein wenig besser ist in ein paar Punkten. Ihre Luftabwehr ist stärker (einfach mehr von allen Arten von Flugabwehrgeschützen), sie schießt ein wenig weiter (18.3 km gegenüber 17.5 km), sie ist mit 33 kn gegenüber 32.5 kn etwas schneller und sie hat mehr Strukturpunkte (40.900 gegenüber 38.000). Die Charles Martel ist dafür minimal wendiger (Wendekreis 690 Meter zu 720 Meter) und wird erst etwas später gesehen (ca. 1.3 km später), aber das war es eigentlich auch schon an den Unterschieden zwischen diesen beiden Schiffen, denn die Nachladezeit der Geschütze (10 Sekunden), deren Schaden und so weiter ist bei beiden Schiffen identisch.

Beide Schiffe zeichnen sich durch die schöne Reichweite der Hauptgeschütze, die soliden Geschütze und die für einen Kreuzer gute Panzerung aus, was sie zu veritablen Gegnern für feindliche Kreuzer macht und auch gegen Zerstörer wie Schlachtschiffe (dank der brauchbaren hochexplosiven Munition und den 10 Sekunden Nachladezeit) einsetzbar macht. Einziger Nachteil ist, dass ihnen eine Fähigkeit fehlt das eigene Team zu unterstützen oder in kurzer Zeit massiven Schaden an Schlachtschiffen zu machen, denn der Motorboost ist nett, aber diesmal ist “Nett” wirklich die kleine Schwester von “Scheisse”. Da hilft auch nicht, dass der Motorboost ab Stufe acht noch einmal besser wird (20 % mehr Geschwindigkeit, 180 Sekunden Dauer und die Nachladezeit beträgt nur 120 Sekunden (90 Sekunden für die Premium-Variante)). Und die Torpedos sind auch nett, aber selten wirklich hilfreich und wenn nur einer davon nicht trifft, wird es schwer damit ein aufdringliches Schlachtschiff in diesen Stufen auf die Schnelle zu versenken.

Stufe X

10_Henri_IV

Die Henri IV auf Stufe zehn als krönender Abschluss war während der Testphase für mich immer ein Sorgenkind in dieser Kreuzerlinie und das obwohl alles so vielversprechend klingt: 3 x 3 240 mm Geschütze, 19.1 km (maximal 22.1 km) Reichweite, Torpedos, 35 kn Höchstgeschwindigkeit, 11.8 Sekunden Ruderstellzeit und bis zu 140 mm Panzerung der Zitadelle. Manch einer könnte meinen hier kommt eine neue Moskwa mit noch größeren Geschützen, aber der Teufel steckt aber in Detail und das versaut einem den schönen ersten Eindruck ein wenig. War die Nachladezeit der Geschütze in der Testphase mit 17.1 Sekunden noch viel zu hoch, ist sie nun mit 12.3 Sekunden annehmbar und der Schaden der Geschosse (panzerbrechend 6.400, hochexplosiv 3.400) passt nun zu der Feuergeschwindigkeit. Damit kann die Henri IV seinen Schaden auch in annehmbarer Zeit ins Ziel bekommen, wobei die Brandchance mit 24 % angenehm hoch ist – oder unangenehm, je nachdem ob man Schütze oder Ziel ist.

Dafür, dass die Henri IV modern sein sollte und das eigentlich bedeutet, dass die Flugabwehr einiges leisten kann, ist sie bei diesem Kreuzer etwas mager (8 x 2 57 mm und 6 x 2 127 mm – das war es auch schon) und ein Katapultjäger fehlt auch. Da hilft dann auch das Defensive Flak-Feuer nicht mehr viel, dass man alternativ zum Sonar wählen kann. Über die Nachteile bei den Torpedos hatte ich vorher schon geschrieben, das ändert sich leider auch auf Stufe zehn nicht mehr und der Motorboost als Spezialität ist auch hier wieder nur nett aber nicht wirklich so viel wert wie ein Radar auf der Moskwa oder ein Nebel auf der Minotaur. Aber man darf nicht alles schlecht reden bei der Henri IV, denn sie kann durchaus austeilen und ihren Schaden ins Ziel bringen und auch gegen andere Kreuzer ihrer Stufe bestehen, wenn man ihre Panzerung nutzen kann. Trotz ihrer Größe und guten Geschwindigkeit ist sie erstaunlich wendig und kommt gut auch ohne Steuergetriebe-Modifikation 3 aus und kann damit mehr auf Tarnung setzen.

Fazit

Der Anfang der französischen Kreuzer bis etwa Stufe fünf ist etwas verwirrend oder wechselhaft, denn nicht nur wechselt das Kaliber ständig, auch handhaben sich die Schiffe immer wieder unterschiedlich. Sehr angenehm ist hingegen, dass bereits auf Stufe drei die Schiffe zentrale Türme mit Zwillings- und später Drillingsgeschützen haben, was früher als bei anderen Nationen die klassische Spielweise beim Wechsel der Seite einführt. Ebenso positiv darf man vermerken, dass kein Kreuzer wirklich langsam ist (Stufe eins und zwei lassen wir mal weg) und manche sogar recht schnell unterwegs sind und sie sind alle ausreichend agil. Das müssen sie aber auch sein, denn bis Stufe sieben sind es leichte Kreuzer und damit anfällig für Schaden und somit muss und sollte man viel ausweichen um nicht frühzeitig abzutauchen. Im späteren Verlauf halten die französischen Schiffe etwas mehr aus, aber eine Breitseite eines Schlachtschiffes wird auch für sie in der Regel wenigstens sehr schmerzhaft sein und die gute Reichweite der Geschütze wird der beste Schutz werden.

Schaden können die französischen Kreuzer machen und zwar sowohl mit hochexplosiven als auch panzerbrechenden Geschossen, aber das ist wie immer auch abhängig von der Entfernung, dem Winkel und der Art des Ziels. Gerade Schiffe wie die Emile Bertin mit den 152 mm Geschützen auf Stufe fünf oder die Algerie auf Stufen sieben mit den 203 mm Kanonen haben gegen Kreuzer ihrer Stufe große Erfolge auf mittlere Distanzen mit den panzerbrechenden Geschossen. Ansonsten greift die solide hochexplosive Munition gegen Schlachtschiffe und Zerstörer oder aber Kreuzer, wenn diese angewinkelt stehen oder weiter entfernt sind. Leider fehlt gegen Schlachtschiffe ein wenig der “Punch” oder die Möglichkeit diese (sofern sie nicht eh aus dem letzten Loch pfeifen) mit einem Schlag aus der Nähe ordentlich einen mitzugeben, denn die Torpedos sind einfach zu gering in der Zahl und später etwas zu schwach an Schaden. Die 2 x 3 (auf Stufe sechs bei der La Galissonnière sogar nur 2 x 2) Werfer sind zwar nett um mal ein paar Torpedos in die Richtung eines Feindes zu schicken und auch die Reichweite von 9 km ist toll, aber drei 60 kn laufenden Torpedos kann man auch als Schlachtschiff noch gut ausweichen oder zumindest nur einen davon mitnehmen.

Leider kam am Ende der Linie mit der Henri IV ein Schiff, dass aktuell (Achtung: “Work in Progress”) in der Testphase schwach auf der Brust war, wenn man es mit den anderen Stufe zehn Kreuzern verglich. Allerdings hat WG hier gut reagiert und den Hauptkritikpunkt (lange Nachladezeit der Geschütze) geändert und damit das Schiff zwar nicht grundlegend geändert, aber schön in die Reihe der Stufe zehn Kreuzer eingereiht. Die Kreuzer aus Frankreich spielen sich ab Stufe sieben mehr oder minder homogen und ähnlich, aber man merkt dennoch immer wieder eine leichte Steigerung ihrer Leistung beziehungsweise, dass man mit ihnen für ihre Stufe passende Ergebnisse einfährt. Ärgerlich ist hierbei nur die schwache Luftabwehr und die Tatsache, dass man, außer Schaden zu machen, für das Team wenig tun kann, denn die Spezialität (Motorboost ab Stufe sechs) ist wie oben mehrfach erwähnt nett, aber nicht mehr. Und zuletzt noch die Antwort auf die Frage, die sich jeder stellt: Ja, der Motorboost wirkt auch beim Rückwärtsfahren.

5 Gedanken zu „Schnell vorwärts – französische Kapitäne desorientiert!

  1. Hört sich interessant an, aber ich bin momentan unsicher, ob ich wirklich noch eine weitere Kreuzerlinie anfangen soll, da ich alle anderen bereits in Arbeit habe.
    Ich werde mal abwarten, was die ersten Einschätzungen im normalen Game so mit sich bringen. 🙂

  2. Hey Hurz,
    dank Deiner umfänglichen Informationen konnte ich als relativer Neuling erstmalig so etwas wie einen echten Überblick gewinnen und habe als erste Amtshandlung von den amerikanischen auf die japanischen Zerstörer umgesattelt. Und ich fühlte mich durchaus mal erwischt … “ja, auch ich habe mich schon mal am Rand vorbeigequetscht, um auf Flugzeugträgerjagd zu gehen … ;-)”

    Die Émile Bertin fahre ich recht gerne aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit (bei mir sind es satte 39 Knoten, gab es inzwischen vielleicht eine Anpassung?), der weitreichenden Torpedos und recht schlagkräftigen Geschütze. Natürlich darf man sich insbesondere von Schlachtschiffen nicht erwischen lassen, sonst ist der Meeresgrund schnell nahe. Waghalsigkeit, um unbedingt auf Torpedoreichweite heranzukommen, wird meist bestraft. Aber im Zweifelsfalle bin ich schnell außer Reichweite und fahre sogar den meisten Zerstörern auf dieser Stufe weg. Mit der Flugabwehr bin ich vergleichsweise sehr zufrieden. Insbesondere in Kombination mit dem Katapultjäger habe ich regelmäßig feindliche Flieger vom Himmel geholt.

    Soweit erstmal, beste Grüße!

    1. Wie immer ist es mir eine echte Freude, wenn ich helfen durfte.

      Ja, das Jagen von Trägern bekommt man aus keinem DD heraus, das geht mir ebenso hin und wieder. Ist auch nicht schlimm, sofern man es nicht immer macht, aber wie du es schreibst sind das nur “Ausrutscher” also nicht schlimm.

      Deine Einschätzung der Emile ist völlig korrkt und der kann ich nur zustimmen. Ein echt schönes Schiff und auch durchaus sehr gefährlich, aber das kommt mit dem Nachteil der Anfälligkeit für Schaden. So wie du schreibst fährst du dich offenbar genau richtig. Weiter so!

  3. Hallo!

    Bin nun auch ein Fan deines Blocks. Du hast dir ja echt ne Wahnsinns Arbeit gemacht. Dafür ziehe ich meinen Hut! Werde jetzt öfter vorbeischauen.
    Wegen dem Henry muss ich dir ein bissel widersprechen. Ich habe ihn am Anfang auch unterschätzt. Mittlerweile ist er mein “Liebling” geworden, da ich im Schnitt immer um die 80 K Demage mache. Wichtig natürlich, spitz stehen und sein Umfeld im Auge behalten. 🙂 Aber mir macht er viel Freude. Hat auch inzwischen in den Clanbattles die Hindenburg abgelöst. 😉

    Weiter so….und viele Frack`s der Gegner am Meeresgrund!

    1. Erst einmal vielen Dank für dein Lob und ich freue mich wenn du häufiger vorbei schaust. Die Henri ist nicht schlecht, da stimme ich dir zu und man kann mit ihr gut arbeiten, aber manche anderen Stufe 10 Kreuzer sind ihr ein wenig überlegen, was z.B. Teamdienlichkeit angeht. Aber das kommt auch auf das Team an natürlich.

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