Gallant am Strand

Neben einem Update (bei dem sich durchaus einige Dinge ändern werden) auf Version 0.6.8 begrüßen wir morgen in World of Warships (WoWS) auch ein neues Schiff (den britischen Zerstörer HMS Gallant) und es startet die Operation Dynamo, ein neuer zeitlich begrenzter Feldzug (inklusive neuer Sammlung). Das ist ein ganz schönes Paket, dass Wargaming.Net (WG) da geschnürt hat und tröstet hoffentlich ein wenig darüber hinweg, dass die britischen Schlachtschiffe (die sind weiterhin noch im Supertest) wie vermutet noch nicht veröffentlicht wurden. Im ersten Teil schauen wir jetzt einmal auf die HMS Gallant, den neuen Stufe sechs Zerstörer unter britischer Flagge. Der Hinweis sei noch gegeben, dass diese Vorschau noch unter dem Eindruck der Vorab-Version des Schiffes basiert und auch wenn bisher keine Änderungen dazu bekannt sind, sind alle Werte noch vorläufig.

Die Geschichte

Diesmal wird die kleine Geschichtsstunde etwas kürzer, denn so viel aufregende Dinge gibt es zur HMS Gallant nicht zu schreiben, auch wenn das vermutlich ganz anders ist, wenn ein Zeitzeuge davon berichten würde. Deutlich vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurde die britische Zerstörerflotte erweitert und erneuert und dabei wurden 18 Schiffe der so genannten G-Klasse bestellt und gebaut. Sechs fast identische Schiffe, die eigentlich für die Marine Brasiliens bestimmt waren, wurden 1939 dann sogar dieser abgekauft und als Havant-Klasse geführt. Andere für den Export geplante Exemplare wurden aber ausgeliefert (zum Beispiel an Argentinien oder Griechenland) und haben sich dort gut bewährt. Die HMS Gallant (Schiffsnummer H59) war aber Teil der G-Klasse und wurde nach der Kiellegung im September 1934 in nur einem Jahr gebaut und nahm bereits im Februar 1936 die Dienst auf.

Ob es ein Klimaschock war oder nicht für die HMS Gallant, das wissen wir nicht, aber sie wurde aus dem schottischen Glasgow erst einmal ins Mittelmeer verlegt und half dabei Spanien während des Bürgerkriegs abzuriegeln, um die Nichteinmischung anderer Nationen in den internen Konflikt zu gewährleisten. Bzw. wurde das versucht, aber die Geschichte zeigte, dass dies natürlich nicht wirklich erfolgreich war (Stichwort Legion Condor, aber das ist eine andere Geschichte). Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges war der Schwerpunkt der Aufgaben der Gallant, wie für die meisten Zerstörer, die Sicherung der Geleitzüge im Mittelmeer und im Atlantik, wobei die Gallant erst einmal im Mittelmeer verblieb. Dafür dürften vor allem auch die Seeleute der British Councillor (britischer Öltanker) und Santos (schwedisches Schiff) dankbar sein, die beide nach Schäden durch Minen sanken und deren Mannschaft die Gallant retten konnte.

Quelle: Wikipedia

Im März war der britische Zerstörer wieder in der Heimat und wurde überholt und konnte daher bei der dramatischen Rettung der eingekesselten britischen und französischen Soldaten bei Dünkirchen helfen. Es ist nicht überliefert wie viele Soldaten die Gallant von Frankreich nach England schafft, aber es dürfte jeder einzelne dem Schiff und der Mannschaft dankbar sein, dass es da war. Während der Evakuierung wurde die Gallant fast von einer Bombe getroffen und erlitt nur geringe Schäden an Ruder und Rumpf, musste aber dennoch erst einmal zurück ins Trockendock.

Nach diesem kurzen Intermezzo vor der heimischen Küste ging es wieder zurück ins Mittelmeer und hier war sie Teil der Flotte, die halt Malta am Leben zu halten und zu versorgen. Im Oktober 1940 war sie dann an der Versenkung des italienischen U-Bootes Lafolè beteiligt, leider dem letzten Erfolg der HMS Gallant, denn bereits im Januar 1941 lief sie während der Verteidigung eines Geleitzuges gegen Angriffe der italienischen Marine auf eine Mine. Es explodierte das vordere Magazin und dabei starben 65 Mitglieder der Besatzung und die Gallant wurde mühsam nach Malta geschleppt und es wurde sogar begonnen sie wieder in Stand zu setzen. Im Oktober des gleichen Jahres glaubte man dann, dass das Schiff im Laufe des Juni 1942 wieder einsatzbereit wäre, als am 5. April Splitter von deutschen Bomben das Schiff erneut schwer beschädigten und es auf Grund gesetzt werden musste. Nach Betrachtung der Schäden wurde die Gallant als Totalverlust abgeschrieben und ihr Wrack als Blockade verwendet und 1953 wurde das tapfere kleine Schiff dann verschrottet.

Das Schiff im Spiel

Bisher gibt es nur einen Stufe drei Zerstörer (die Campbeltown) im Spiel, daher ist es schwer zu sagen was genau typisch ist (oder sein wird) für die britischen Zerstörer in WoWS. Aber man sieht eventuell schon einen kleinen Trend, dass sie etwas mehr auf Torpedos als auf Geschütze setzen, auch wenn die Kanonen schnell feuern und sich recht schnell drehen. Allerdings ist das Kaliber mit 120 mm kleiner als bei den meisten anderen Zerstörer dieser Stufe. Die Torpedos allerdings sind etwas schwächer als die der japanischen Schiffe, aber einen Tick schneller unterwegs, aber nicht ganz so flott wie die der deutschen Gaede.

Stukturpunkte: 12.000
Panzerung: 6 mm bis 16 mm

Hauptgeschütze: 4 x 1 120 mm
Reichweite: 10.18 km
Drehgeschwindigkeit (180 Grad): 18 s
Nachladezeit: 5 s

Torpedowerfer: 2 x 4 533 mm
Reichweite: 8 km
Geschwindigkeit: 61 kn
Nachladezeit: 96 s

Sichtbarkeit (Schiff): 6.84 km
Sichtbarkeit (Flieger): 3.36 km

Höchstgeschwindigkeit: 36 kn
Ruderstellzeit (180 Grad): 3.92 s
Wenderadius: 540 m

Meine Meinung

Die Gallant einzuordnen ist schwierig, da sie irgendwie eine Mischung ist, die in viele Lücken verstößt und Vor- wie Nachteile einiger Schiffe hat. Von der Tarnung her liegt sie zwischen Fubuki und Hatsuharu und hat damit hier fast allen Schiffen etwas voraus und hat mit den 2 x 4 Torpedowerfern weniger Torpedos zur Verfügung als die Fubuki aber mehr als die Hatsuharu. Allerdings laden die etwas langsamer nach und sind etwas weniger flexibel einsetzbar als bei der Fubuki (zwei abfeuern, den dritten aufheben, etc.) und auch haben die Geschütze weniger Schadenspotential pro Treffer. Dafür schießen sie mit 5 Sekunden Nachladezeit auch deutlich schneller, aber ist hier wiederum denen der Farragut oder Anshan unterlegen, die beide mehr und größere Kanonen (5 x 1 127 mm bzw. 4 x 130 mm) ins Gefecht bringen. Allerdings sind deren Torpedos langsamer, weniger zahlreich und machen weniger Schaden, wobei hier die Gaede wieder mit noch schnelleren Torpedos (65 kn) auftrumpfen kann. Bei der Geschwindigkeit und Wendigkeit liegt die Gallant mit 36 kn im Hauptfeld (Fubuki ist einen halben Knoten langsamer, Gnevny und Anshan zwei Knoten schneller) und reiht sich hier wunderbar ein.

Für mich ist die Gallant ein neuer Ansatz für einen Zerstörer der eher auf Torpedos baut und dessen Geschütze aber, im Gegensatz zu den japanischen Kollegen, nicht bei Turmdrehrate und Schussfrequenz benachteiligt sind, sondern beim Schaden pro Geschosse. Eine mir persönlich angenehmere Variante, da man somit zwar nicht viel, dafür aber konstant und häufiger Schaden machen kann und das Ausweichen für das Ziel etwas schwieriger wird. Zwar ist es nett, wenn man auf einen Schlag viel Schaden machen kann, aber wenn die Salve daneben geht, dann hat man viel “Nichts” und muss erst einmal warten. Außerdem sind langsam drehende Türme gerade für Zerstörer immer wieder ein Ärgernis und ein massiver Nachteil, wenn man unvermittelt auf einen feindlichen Zerstörer trifft.

Beispiele für die Fähigkeiten des Kapitäns

Alle Empfehlungen sind natürlich immer auch im entsprechenden Guide über das Menü zu finden ist und ich hoffe es rundet den Artikel ein wenig ab und spart euch den einen oder anderen Klick. Die Empfehlungen sind auch nur solche und stellen nicht das Maß aller Dinge da oder eine abschließende finale Version, da sich Dinge im Spiel angepasst werden und auch die Spielweisen der Spieler sich ständig ändern.

Stufe 1: Präventive Maßnahmen

Stufe 2: Nebelwandexperte Mit letzter Anstrengung

Stufe 3: Torpedobewaffnungskompetenz Inspekteur

Stufe 4: Verbesserte Schießausbildung Tarnungsmeister

Begründung: Wie bei jedem Zerstörer führt für mich an “Präventive Maßnahmen” und “Mit letzter Anstrengung” kaum ein Weg vorbei, denn Ausfälle von Maschine, Ruder oder Waffen sind für einen Zerstörer auch bei recht kurzen Reparaturzeiten immer mehr als nur ärgerlich. Da die Gallant einigermaßen flott drehende Türme hat (10 Grad pro Sekunde) kann man durchaus auf “Eliteschütze” verzichten und dafür den “Nebelwandexperten” mitnehmen und so sein Team mit größeren Nebelwolken unterstützen. Da die Torpedos meiner Meinung nach die Hauptwaffe der Gallant sind und die Nachladezeit recht hoch ist, dürfte “Torpedobewaffnungskompetenz” auf Stufe drei eine logische Wahl sein und “Inspekteur” halte ich für absolut notwendig – wie immer eigentlich. Ebenso ist “Tarnungsmeister” auf Stufe vier eine Pflichtwahl und auch wenn die Geschütze sind viel Schaden machen, aber das Plus an mehr Reichweite durch “Verbesserte Schießausbildung” hilft hier, gerade gegenüber Zerstörern wie der Fubuki oder Hatsuharu, die weniger Reichweite haben.

Eine mögliche Alternative für Stufe drei wäre “Sprengmeister” um die hohe Brandchance der hochexplosiven Geschosse der Gallant weiter auszubauen, allerdings müsste man dann auf zwei Fähigkeiten verzichten, die ich für vordringlicher halte. Ebenso könnte man auf Stufe vier die “Verbesserte Schießausbildung” gegen “Trägheitszünder für Sprenggranaten” tauschen um deren Durchschlagskraft etwas zu verbessern, allerdings verliert man dann den großen Vorteil der Brandwahrscheinlichkeit. Hier würde ich diese Chance Brände zu verursachen doch dem kleinen Plus beim direkten Schaden vorziehen. Was eine in meinen Augen eine etwas bessere Alternative wäre ist, wenn man “Verbesserte Schießausbildung” gegen “Funkortung” tauscht, was gerade in gewerteten Gefechten durchaus seine Vorteile hat.

6 Gedanken zu „Gallant am Strand

      1. …konnte leider nicht korrigieren…
        Natürlich hast Du Recht! Sagen wir mal, “der erste richtige DD”…
        Ick freu mir, wah?

  1. Hallo Hurz,

    ich habe sie mir gegönnt und bin hell auf begeistert.
    Deine Aussagen haben sich voll bestätigt und sie macht einen riesen Spaß.

    Gruß,
    Vykail

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