Patch 0.5.2 – ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk?

In Russland feiert man Weihnachten am 7. Januar und daher ist es weniger vermessen (manche würden sagen wahnsinnig) von Wargming.Net (WG), am 23.12.2015 das Update 0.5.2 für World of Warships zu veröffentlichen. Auf dem Server in Nordamerika kam der Patch bereits am 22.12.2015 raus und offenbar sind keine Katastrophen passiert, so das heute Nacht das Update pünktlich bei uns ausgeliefert wurde. Aber selbst wenn Probleme auftreten sollten, wir erinnern uns hier ungerne an die Probleme nach Update 0.5.1, sind die russischen Entwickler also nicht gleich weg in den Ferien, sondern können noch eingreifen. Aber bisher scheint das nicht nötig zu sein, denn weder bei uns noch von jenseits des Atlantiks erreichen uns Meldungen über Störungen im Spiel. Abgesehen von den üblichen Spielern, die munter ihre Mods kopieren und sich dann wundern, wenn nichts mehr läuft. Für alle die warten bis das Update herunter geladen ist oder die Mods erneuert sind, beschäftige ich mich einmal mit der Frage: Was hat sich denn überhaupt geändert mit 0.5.2?

Für alle denen das Lesen zu aufwendig ist, der kann sich die Änderungen auch von der reizenden Dasha Perova zeigen lassen, sofern man die Aufmerksamkeit auf den Inhalt lenken kann (ich wiederhole in diesem Zusammenhang aber nicht, was Saturax gestern in meinem Twitch Stream sagte, denn das wäre absolut unpassend):

Haben alle brav zugehört oder war die Ablenkung zu groß? Egal, ich fasse die zentralen Änderungen hier folgend noch einmal zusammen.

“Torpedos incoming!”, trägere Schlachtschiffe, aber die Schießausbildung bleibt

Die Änderung an den beiden Schießausbildungs-Fähigkeiten (10% schnelleres Nachladen und 20% mehr Reichweite für alle Geschütze bis einschließlich Kaliber 155 mm),  die bereits mit Update 0.5.1 kommen sollte und dort sogar schon auf dem Public Test Server (PTS) zu testen war, hat es auch diesmal wieder nicht ins Spiel gebracht. Offenbar sucht WG weiter an einer Lösung, welche die Schiffe die übermäßig von diesen Fähigkeiten profitieren ausschließt, aber Schiffe die auf diese Fähigkeit dringend angewiesen sind nicht. Da dies mit der Lösung über die Reduzierung des Kalibers nicht klappte (da dann teilweise die Sekundärgeschütze von Schlachtschiffe nicht mehr die wichtige Reichweitenerhöhung hatten) wurde das wohl erst einmal auf Eis gelegt.

WG hat ein Herz für die Spieler von Zerstörern und dem Ärger, dass die Schlachtschiffe und Kreuzer es immer wieder schaffen auf magische Weise den Torpedos auszuweichen. Mit Version 0.5.2 werden Torpedos zwischen 100 m und 500 m später gesehen, was die Zeit für eine Reaktion etwas senkt. Der Abzug bei der Sichtbarkeit ist höher, je weit man in der Stufe nach oben geht, womit Schiffe wie die Kagero oder Shimakaze deutlich mehr davon haben als eine Isokaze oder Fujin. Hinzu kommt, dass WG die Ruderstellzeiten für Schiffe ab 35.000 Tonnen angehoben hat, was vor allem die Schlachtschiffe ab Stufe sieben trifft (eine Iowa braucht nun etwas über 25 Sekunden statt 22 Sekunden), was das Ausweichen erschwert.

Wer als Fan von Schlachtschiffen nun gleich aufschreit, der möge sich bitte setzen, denn diese Änderung gab es nicht ohne Grund und wird zu einem guten Teil wieder kompensiert. Schlachtschiffe ab der Stufe acht haben im letzten Modifikationsplatz die Wahl zwischen der Tarnmodifikation (-10 % Sichtbarkeit) oder der Zielerfassungsmodifikation (+20 % Erfassungsreichweite), wobei beide für Schlachtschiffe bisher eher sinnlos (die dicken Pötte sieht man eh immer) oder völlig blödsinnig (etwas früher bereits entdeckte Schiffe auf dem Bildschirm sehen bringt nicht wirklich was) waren. Nun bekommt die Zielerfassungsmodifikation insgesamt drei Fähigkeiten, die sie durchaus interessant machen:

+ 20 % Erfassungsreichweite

+50 % gesicherte Enteckungsreichweite

+20 % Torpedoerfassungsreichweite

Damit erscheinen (bereits entdeckte) Gegner nicht nur 20 % früher auf dem eigenen Bildschirm, auch versteckte nahe Schiffe (Zerstörer vor allem) die bisher erst auf 2 km gesichert entdeckt wurden, gehen nun bei 3 km auf. Wichtig im Zusammenhang mit den Torpedos ist aber, dass diese Modifikation nun wie die Fähigkeit Wachsamkeit Torpedos 20 % früher aufdeckt. Das sollte alle Schlachtschiffkapitänen eine Beruhigung sein und wertet diese bisher sinnfreie Modifikation deutlich auf, vor allem da zusammen mit der Fähigkeit Wachsamkeit die Sichtung von Torpedos noch früher möglich ist als es bisher je der Fall war (falls man die 3 Punkte in Wachsamkeit investieren will).

Am Rande sei noch erwähnt, dass WG den Schaden von Torpedos aus den eigenen Reihen um 50% reduziert hat. Ich hoffe inständig, dass dies nicht zu der Reaktion führt, dass nun noch öfter Torpedos aus den zweiten, dritten oder vierten Reihe geworfen werden, weil der Schaden ist ja nicht mehr so schlimm. Ich fürchte aber, diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen, denn es gibt genug Idioten da draußen, deren Denkweise leider in diesen Bahnen verläuft. Allerdings winkt diesen kognitiv zu früh abgebogenen Mitspielern nun die Strafe in Form von Karma.

Karma – jetzt auch in WoWS

Viele Spieler wunderten sich, wozu es eigentlich das Lob- und Melde-System im Spiel gibt, da bisher keinerlei Auswirkungen zu spüren waren. Zwar meldet man munter herumstehende Spieler als Bot oder den 5 km-Torpedo-aus-der-zweiten-Reihe-auf-das-Schiff-in-20 km-Werfer als schlechten Spieler, aber irgendeinen Effekt gab es bisher nicht. WG führt nun das Karma System ein, welches genau diese Meldungen nutzt. Wird man z.B. von mehr als zwei Spielern gemeldet, erhält man eine Nachricht nach dem Spiel, aber natürlich erfährt man nicht, wer einen gemeldet hat. Wird man gelobt sammelt man Karma (der Punktestand wird im Spiel unter Profil neben dem Namen als kleine Zahl angezeigt), aber natürlich verliert man auch wieder welches, wenn man gerügt wird. Damit Deppen die es toll finden im Forum rote Punkte zu sammeln nicht auch im Spiel anfangen sich aus Spaß daneben zu benehmen, kann das Karma nie unter 0 Punkte fallen.

Aber auch das Karma System wird leider sicher eines kaum beheben können, nämlich das schlechte Benehmen einiger Spieler im Chat. Sei es die Beleidigung diverser, meist weiblicher, Vorfahren nachdem man einen Spieler versenkt hat oder die Unterstellung unlautere Mittel zu verwenden, die Sprache und die Stimmung im Chat solcher Spiele wie WoWS ist meist selten freundlich. Daher erlaubt WG nun das Abschalten des Chats oder das Stummschalten von einzelnen Spielern. Eine längst überfällig Funktion, die es in anderen Titeln von WG längst gibt und von vielen Spielern dringend verlangt wurde. Ebenso nachdrücklich baten die Teamspieler um einen eigenen Divisions Chat im Spiel. Diesen liefert WG nun auch mit Version 0.5.2 und erlaubt gezielte und private Kommunikation auch ohne extra Software wie TeamSpeak.

Hafen, Anime und ein warmer credit-Regen

Wer sich nach dem Update das erste Mal einloggt, der wird eventuell überrascht sein, dass er mehr oder weniger viele credits bekommt. Dieser Geldregen ist kein Fehler, sondern in WoWS werden nun Module (also Rümpfe, Geschütze, etc.) die man erforscht hat auch verkauft, wenn man ein Schiff veräußert (man bekommt 50 % des Einkaufspreises). Da die meisten Spieler ihre Schiffe dann verkaufen (bis auf einige Ausnahmen), wenn sie fertig erforscht sind, blieben bisher die Module im unsichtbaren Lager zurück. Dieses Lager wurde nun geleert und diese credits erhält man nun als Spieler zurück. Sollte man, wie ich, ein Schiffsmessie sein und keine Schiffe verkauft haben, dann erhält man natürlich kein Geld, außer man hätte ein Modul öfter als einmal gekauft. Sollte man später ein Schiff wieder kaufen, dann muss man allerdings auch die bereits erforschten höheren Modul wieder erwerben.

Wer genau hinschaut, der findet im Hafen oben links nun ein blause kleines Quadrat. Wer dieses anklickt, der kommt zur neuen Auswahl für den Hafen. So kann man hier nicht nur zwischen Hawaii (Premium Hafen) oder den Phillipinen wählen als Hintergrund, auch der neue Hafen mit der Skyline von New York oder der puristische Ocean Hafen stehen zur Auswahl. Außerdem kann man hier den Yokosuka Hafen einstellen, der die Anime Inhalte aktiviert (Aoki Hagane no Arpeggio – siehe Beitrag hier). Wichtig ist, dass nur wenn dieser besondere Hafen aktiviert ist, kann man die über (noch nicht implementierte) Missionen freizuschaltenden Arpeggio Schiffe nutzen und sieht im Spiel dann die entsprechenden Schiffe, Tarnungen und Effekte. Wer also einen der anderen Häfen nutzt, bleibt von dem Anime Inhalten verschont.

Was ist mein Schiff doch schön!

Da wir gerade bei optischen Änderungen sind, WG hat einige Aufmerksamkeit den Tarnanstrichen für die Schiffe gewidmet und mit Version 0.5.2 kommen die ersten permanenten Tarnungen, die man nicht mehr jede Runde kaufen muss. Vor allem die Premium-Schiffe dürfen endlich ihre ursprüngliche besondere Farbgebung wieder zeigen, denn diese Tarnungen bekommen endlich einen Bonus. So erhält die Fujn z.B. den -3 % Sichtbarkeits Effekt der normalen ersten Tarnung, während der normale Anstrich der Tirpitz die Genauigkeit der Gegner um 4 % senkt, so wie es die normale zweite Tarnung tut. Aber das ist noch nicht alles, denn zusätzlich erhalten Schiffe mit einer permanenten Tarnung auch 30 % mehr Erfahrung.

Bei den Premium-Schiffen sind diese Tarnungen schon dabei und daher kostenlos, aber WG hat auch vier normalen Schiffen eine permanente Tarnungsoption gegeben: Wer Cleveland, Nürnberg, Gnevny oder Minekaze fährt, der darf für 1000 Dublonen sein Schiff in einen optischen Alptraum verwandeln, gegen den die Weihnachtstarnung für 30 Dublonen noch als gelungenes Design durchgeht:

cleveland_perma_camo

Auch hier gilt, dass der Effekt durch die Tarnung fest ist (im Falle der Cleveland -4 % Genauigkeit für die Gegner) und man mit dem Schiff dann einen 30% Erfahrungsbonus erhält.

Neue Spielplätze braucht das Land

WG hält daran fest, dass jedes größere Update auch neue Karten bringt und auch bei Update 0.5.2 ist das mit Shatter (Inselansammlung vor der kanadischen Atlantikküste) und Atlantik (einige Inseln vor Portugal) nicht anders. Beide Karten sind für Gefechte der Stufe neun und zehn vorgesehen, was sich in der Größe der Karten widerspiegelt. Gerade die hohen Stufen hatte bisher nicht die große Auswahl, womit diese beiden Karten eine willkommene Abwechslung für die Veteranen unter den Spielern bedeuten. Auf einen neuen Spielmodus hat WG diesmal verzichtet, aber dafür an den bisher bestehenden Karten gebastelt. Zahlreiche Optimierungen aber auch neue Objekte verzieren nun Karten wie Falle und gestalten diese lebendiger und realistischer.

Fazit

Sollten diesmal keine versteckten Änderungen vorhanden sein und damit kleine Katastrophen ausbleiben, so scheint 0.5.2 ein solider Patch zu sein, der vor allem Ergänzungen und etwas mehr Komfort bringt. Zwar dürften einige Spieler traurig sein, dass außer einem neuen Premium-Schiff (russischer Kreuzer der Stufe acht “Mikhail Kutuzov” – aktuell noch nicht zu kaufen) keine neuen Schiffe ihren Weg ins Spiel fanden, aber wer sich etwas mit dem Zeitplan den WG immer mal wieder durchblicken lässt beschäftigt hat, der wird nicht überrascht sein. Auf alle Fälle sind die Erweiterungen (abgesehen von dem Arpeggio Inhalten, über die man streiten kann) durchweg sinnvoll und stimmig. Dass die Tarnungen von Premium-Schiffen nun einen Effekt haben ist wunderbar, denn dann verschwinden die teilweise hübschen Anstriche nicht unter den 08/15 Farbmustern und das Karma System klingt als ein guter Anfang, denn so wie jetzt (ohne echte Folgen) wird es vermutlich keinen wirklichen Eindruck auf die Spieler machen, die hirn- und rücksichtslos agieren oder sich einfach daneben benehmen. Aber es ist ein Anfang und WG ist mit 0.5.2 auf einem guten Weg, in eigentlich allen Bereichen.

2 Gedanken zu „Patch 0.5.2 – ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk?

    1. Das ist nicht ganz unbegründet, zumindest was Wachsamkeit angeht als nützliche Fähigkeit. Allerdings sammle ich gerade ein wenig Daten/Erfahrung ob die Fähigkeit durch die Änderungen wirklich wichtiger wird oder ob die Modifikation diese Aufgabe nicht auch übernehmen kann. Und dann muss man sehen ob beide zusammen (also 2 x + 20 % Erfassung von Torpedos) wirklich so viel bringen, dass es sich lohnt.

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