Überblick – Die amerikanischen Kreuzer

Einzelne Schiffe zu besprechen und ihre Stärken und Schwächen aufzuzeigen ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis von WoWS, aber man sollte nicht den Blick auf die gesamte Linie einer Schiffsklasse einer Nation verlieren. Gerade Anfängern oder Spielern, die bisher nur andere Nationen oder Schiffsklassen gespielt haben, dürfte eine Zusammenfassung ein Gefühl dafür geben, was sie erwartet. Genau so einen Überblick versuche ich in dieser Beitragsserie zu geben, wobei ich nicht zu genau auf einzelne Schiffe eingehen werde, aber natürlich besondere Schiffe in einer Linie etwas genauer umreiße. Premium-Schiffe werde ich aber bewusst aus der Betrachtung heraus halten, da diese abseits stehen und meist Besonderheiten aufweisen. Außerdem versuche ich die groben Änderungen in der Spielweise eingehen, die sich mit fortschreitender Stufe ergeben können. Beginnen werde ich mit den amerikanischen Kreuzern, um dann nach und nach die anderen Klassen zu besprechen.

Stufe I bis III

Kreuzer sind die Schiffe, die man in den anfänglichen Stufen als erstes spielt und Sie bilden die Grundlage für spätere Spezialisierung in Schlachtschiffe (langsam, schwerfällig, stark gepanzert und schwere Geschütze) und Zerstörer (schnell, wendig, keine Panzerung und starke Torpedos). Kreuzer verfügen über gute Mobilität, passable Feuerkraft und Panzerung und mit Erie, Chester und St. Louis passen die amerikanischen Kreuzer der ersten drei Stufen sehr gut in dieses Schema. Die amerikanischen Vertreter der ersten zwei Stufen, Erie und Chester, sind einfache Schiffe mit hinreichenden Geschützen und jeder Spieler wird diese schnell hinter sich lassen, bis auf Stufe drei das Spiel ernsthaft beginnt und die Schiffe sich in Art und Aufgaben zu unterscheiden beginnen. Womit wir gleich bei einem Höhepunkt der amerikanischen Kreuzerlinie sind: der St. Louis. Mit ihren insgesamt 14 Geschützen (10 mit dem ersten und 14 mit dem zweiten Rumpf) gebietet sie über eine beeindruckende Feuerkraft für ein Schiff der Stufe Drei. Zwar ist sie langsamer als die Schiffe davor und danach, aber wer ihr zu nahe kommt wird von einem wahren Regen an Geschossen begrüßt.

Stufe IV und V

Auf den Stufen vier und fünf trifft der Spieler amerikanischer Kreuzer auf zwei Schiffe, die auf den ersten Blick einen Rückschritt gegenüber der St. Louis zu sein scheinen, die aber eine Besonderheit bieten und die man nicht unterschätzen sollte. Phoenix und Omaha gebieten als einzige amerikanische Kreuzer (abgesehen von Premium-Schiffen) über Torpedos. Zwar ist deren Reichweite mit 5,5km eher gering, aber zusammen mit den guten Kanonen, der guten Mobilität und der langsam besser werdenden Luftabwehr, sind diese beiden sehr ähnlichen Schiffe in ihrer Stufe mehr als konkurrenzfähig. Man muss nur überwinden, dass man nicht mehr über eine solche Masse an Geschützen gebietet wie auf Stufe drei.

Stufe VI

Hat man als Spieler sich an Phoenix und Omaha und die Torpedos gerade gewöhnt, darf man mit Stufe sechs den nächsten Wechsel erleben. Mit der Cleveland verliert man zwar die Torpedos als durchaus potentes Spielzeug, dafür erhält man ein Schiff, dass von vielen Spielern noch immer als eines der besten Schiffe angesehen wird (trotz deutlich reduzierter Geschossgeschwindigkeit, was das Zielen auf lange Distanzen erschwert). Es dient auch als Paradebeispiel für die Stärken der amerikanischen Schiffe: solide Mobilitätswerte, schnell feuernde Geschütze, sehr gute Flugabwehr, aber mangels Torpedos ausschließlich auf die Geschütze angewiesen um Schaden zu machen. Mit der Cleveland lernt man als Fahrer amerikanischer Kreuzer seine Aufgaben schnell: in erster Linie Schutz der Schlachtschiffe und Flugzeugträger vor feindlichen Zerstörern und Flugzeugen und in zweiter Linie der Angriff auf Kreuzer und Schlachtschiffe. Ein Nachteil der Clevland ist allerdings, dass die kleinen 152mm Geschütze nicht mehr zuverlässig in der Lage sind die Panzerung gleichstufiger Kreuzer zu durchschlagen – von Schlachtschiffen ganz zu schweigen – was sie fast zwangsweise zur HE Schleuder werden lässt.

Stufe VII bis IX

War die Cleveland auf Stufe sechs noch mit den 152mm Geschützen ausgestattet und hatte dafür eine hohe Schussfrequenz und profitierte von Fähigkeiten des Kapitäns für mehr Reichweite und Nachladezeit, endet dies mit dem ersten amerikanischen Kreuzer der die 203mm Geschütze verwendet. Mit dem höchsten Kaliber, welches für Kreuzer im Spiel verfügbar ist, steigt auch die Nachladezeit deutlich an, was die Wahl der Munition wichtiger werden lässt. Der Lohn dafür ist aber ein solides Schadenspotential, sowohl mit HE als auch mit AP Munition, und die Möglichkeit auch kleinere Schlachtschiffe mit einer Salve schwer zu beschädigen. Allerdings empfinden viele Spieler die Pensacola erst einmal als Abstieg gegenüber der Cleveland, was ihr und den nachfolgenden Schiffen aber nicht gerecht wird.

Neben guten Werten bei Geschwindigkeit und Wendigkeit behalten alle Schiffe in der amerikanischen Kreuzerlinie ihre hervorragende Luftabwehr, die zu einem wesentlichen Faktor in jedem Spiel werden kann, vor allem wenn diese mit Modulen und Fähigkeiten noch weiter verbessert wird. Pensacola, New Orleans und Baltimore sind die letzten drei Schiffe vor der Krönung des amerikanischen Kreuzerzweigs, allerdings bleiben sie etwas blass, da sie sich alle sehr ähnlich spielen, nur leichte Verbesserungen gegenüber dem jeweiligen Vorgängermodell darstellen und auch optisch sich sehr ähnlich sind. Man sollte aber sich nicht davon täuschen lassen, denn diese Schiffe erledigen in den richtigen Händen ihre Aufgaben sehr gut. Sie stechen nur nicht so hervor wie andere Schiffe.

Stufe X

Sollte man die Schiffe der Stufen sieben bis neun nach der St. Louis und der Cleveland eher als unspektakulär empfunden haben, so erwartet einen mit der Des Moines auf Stufe zehn ein Knaller. Dieses Schiff ist in der Lage mehr Geschosse pro Minute abzufeuern als jedes andere Schiff im Spiel (ausgenommen die Atlanta, aber die ist ein Premium-Schiff). Drei Türme mit je drei Geschützen spucken alle 6 Sekunden ein Geschoss aus und die Flugabwehr ist auch nahezu konkurrenzlos. Dieses Schiff spielt die Stärken der amerikanischen Kreuzer voll aus und sorgt in dieser Schiffslinie für einen fulminanten Schlusspunkt.

Fazit

Was also haben wir Spieler vor uns mit den amerikanischen Kreuzern? Bis auf die Ausnahmen Phoenix und Omaha auf den Stufen vier und fünf verzichtet man auf die verheerende Wirkung von Torpedos als Alternative zu den Geschützen. Dafür wird man mit durchgehend guten bis sehr guten Geschützen und einer mehr als soliden Luftabwehr belohnt. Trotz einiger herausragender Schiffe (St. Louis, Cleveland, Des Moines) sind, möglicherweise entgegen des subjektiven Empfindens, alle Schiffe dieser Linie in ihrer Stufe gut platziert und objektiv keinesfalls ein herber Rückschritt. Insgesamt sind die amerikanischen Kreuzer alle sehr direkt in ihrer Spielanlage und eigenen sich sowohl für Spieler, die sich auf das Wesentliche konzentrieren wollen, als auch gleichermaßen für Spieler die ihr Team mit Luftabwehr und Dauerfeuer unterstützen wollen. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr auf die Panzerung setzen und sich nicht in Situationen begeben, die mehreren Gegnern erlaubt auf einen zu feuern. Ebenso sind Schlachtschiffe im direkten Schlagabtausch durchaus tödlich.

(Stand: Version 0.5.1.2)

4 Gedanken zu „Überblick – Die amerikanischen Kreuzer

  1. Hi,

    wieder ein guter Beitrag. Bin erst vor kurzem über diese Seite gestolpert, aber es macht Spaß hier zu lesen. Es ist informativ und meist auch lustig.

    Zur Cleveland möchte ich eine Bemerkung machen, besonders da im Absatz darauf auf die richtige Wahl der Munition hingewiesen wird.
    [quote]Ein Nachteil der Clevland ist allerdings, dass die kleinen 152mm Geschütze nicht mehr zuverlässig in der Lage sind die Panzerung gleichstufiger Kreuzer zu durchschlagen[/quote]
    Das ist so nicht ganz richtig. Eine Freundin von mir ist oft mit der Cleveland unterwegs und ich habe sie jetzt auch und daher muss ich hier wiedersprechen. Die richtige Wahl der Munition ist hier entscheidend! Schießt man auf Kreuzer derselben Stufe, so ist AP auf Entfernungen über 10km verheerend. Schon mit einem Schuss kann man mehrere Zitadelltreffer landen. Kommt man näher, hat die Munition einfach nicht mehr genügend Durchschlagskraft und nur mit HE kommt man dann noch weiter.

    Was die Schlachtschiffe angeht, so ist es immer ein Fehler auf Schlachtschiffe mit einem Kreuzer mit AP-Munition zu schießen, da diese praktisch nie die schwere Panzerung der Schlachtschiffe durchschlagen können. Selbst bei Schlachtschiffen einer niedrigeren Stufe ist das nur eine reine Glückssache. Auf ein direktes Feuergefecht kann man sich mit einem Schlachtschiff allerdings nur auf große Entfernung einlassen, denn dann ist es möglich, durch die schnelligkeit und Wendigkeit der Kreuzer, den Schüssen der Schlachtschiff auszuweichen. Dies funktioniert aber wirklich nur, wenn man nicht noch von jemand anderem beschossen wird!

    1. Das mit der Munition bei der Cleveland ist durchaus korrekt von dir bemerkt, aber dies hier soll auch ein Überblick sein und kein finaler guide für jedes einzelne Schiff. Das würde den Rahmen durchaus sprengen. AP bei der Cleveland hat seine Berechtigung, aber ist im praktischen Gefecht unterm Strich eher zweite Wahl bzw. spielt die weniger tragende Rolle. Das ist einfach der Distanz bei den Gefechten und den Zielen geschuldet, die nicht immer Kreuzer gleicher Stufe (oder drunter) sind.

      AP gegen Schlachtschiffe sind nicht zwingend ein Fehler, gerade wenn man mit den 203mm gegen Schlachtschiffe anlegt, die ein oder zwei Stufen unter der einen Stufe sind. Diese kann man durchaus regelmäßig auch auf Distanz durchschlagen.

  2. Ernsthaft? Am Anfang klingt alles nach Werbetext, aber spätestens ab T7 wirds falsch.

    Es mag Leute geben, die die USN Kreuzer im High Tier mögen, aber die Statistiken zeigen ganz klar: Die Dinger sind um längen schlechter als ihre IJN Gegenstücke und brauchen dringend Aufmerksamkeit von WG. Verschlimmert wird das Ganze durch das tolle Matchmaking..

    Gutes Beispiel ist hier die Des Moines: Jeder, der die gespielt hat weiß: Das AA macht im Endeffekt gar nix. Ohne den AA Boost bombt dich jeder CV auf den Meeresgrund ohne große Verluste zu befürchten. Und ja, die Kanonen schießen schnell.. auf die Deckenbeleuchtung.. Total unpräzises Leuchtfeuerwerk.
    Die Zao als Gegenstück holt statistisch nur unwesentlich weniger Flugzeuge vom Himmel bekommt dafür aber mit die besten Torpedos im Spiel und super akkurate Geschütze mit hoher Durchschlagskraft.

    1. Nun ich zweifle nicht an deinen Erfahrungen, aber du liegst du mit meiner nicht deckungsgleich. Aber das ist ja auch völlig in Ordnung und ich freue mich, dass du dich hier mit Kritik und deiner Meinung meldest. Dafür im Voraus ein Danke!

      Zwar haben die IJN Kreuzer die etwas höhere Durschlagskraft, dafür hat z.B. die Zao weniger als die halbe Feuerrate und die Genauigkeit ist mit 137m zu 147m Abweichung bei maximaler Distanz nun wirklich nicht wesentlich geringer. Ich kenne die Des Moines durchaus gut genug um zu sagen, dass sie sicher nicht ein unpräzieses Feuerwerk ist, auch wenn die Schussbahn wie bei vielen USN Kreuzern ballistischer ist, aber auch damit trifft man gut genug.

      Auch bei der Zao wirst du ohne defensive fire gegen einen masssiven Fliegerangriff wenig ausrichten, aber die Flugabwehr der Des Moines ist weiterhin sehr gut. Viele Spieler vergessen aber, dass man erst mit aktivem Anwählen eines Ziels für die Flak wirklich das Potential ausschöpfen kann.

      Was die Torpedos angeht, so sind die gut und brauchbar, aber man vergisst, dass diese nur 8 km Reichweite haben. Und zwar schnell sind und großen Schaden machen, aber halt auch elend langsam nachladen.

      Einziges wirkliches Problem und leichtes Ungleichgewicht kann man zwischen Zao und Des Moines bei der Panzerung feststellen, die zwar eigentlich auf dem Papier nicht so gravierend unterschiedlich ist, aber im Spiel sich sehr nachteilig für den USN Kreuzer auswirkt. Die Zao hingegen hat, gerade nach der schwächlichen Ibuki, doch noch einmal zugelegt.

      Was die Statistiken angehen, dann ist die Zao vor der Des Moines was den Schaden pro Runde angeht, bei anderen Werten als Maßstab sieht das wieder anders aus. Vor Ibuki liegt die Baltimore vorne und Mogami und New Orleans sind gleich auf, was verwunderlich ist, da die Mogami eigentlich stärker einzuschätzen wäre. Das sind jetzt nur die höchsten drei Stufen mal. Von IJN weit und deutlich vorne ist das durchaus entfernt und die USN und IJN Kreuzer sind eigentlich aktuell ganz gut ausbalanciert. Einzig die Panzerungsfrage ist in der höchsten Stufe etwas, was man vielleicht anschauen müsste von WG aus. Wobei das an dem Spaß an der Offensivkraft der Des Moines jetzt nicht viel ändern. 😉

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