Ein Drama, einer Operette würdig

Der Vorhang geht auf, das Licht geht an und es fällt der Blick auf die Arena eines langsam in die Jahre gekommenen Kolosseums, das noch durchaus ansehnlich ist, aber man merkt die Gebrauchsspuren. Dort blättert die Farbe der Freskos etwas ab und lässt die Szene aus einer grandiosen Seeschlacht etwas weniger imposant erscheinen als noch vor einigen Jahren und an anderer Stelle sind die Ecken der Säulen schon etwas abgeschlagen. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch, denn die Ränge sind zum brechen voll und die Menge schreit nach Blut, Tränen und Drama. Die ersten Personen treten ein und werden von den Rängen mit Ermunterungen wie Beleidigungen gleichermaßen bedacht. Bis an die Zähne bewaffnet bewegen sie sich langsam und gespannt auf und ab. Und als sich auf der anderen Seite langsam das Gitter, welches den dunklen Zugang in die unergründlichen Katakomben noch versperrt, hebt, richten sich die Blicke der Kämpfer direkt dorthin und versuchen zu erkennen was sich in der Finsternis dort bewegt. Die Eisenstäbe sind noch nicht zur Ruhe gekommen, dann stürmen, angetrieben von Peitschen in den Händen vermumter Gestalten, die Kontrahenten in die Arena. Ein kurzes Verharren und Abschätzen und dann geht es los, das brutale Stechen und Hauen, ein Gemetzel beginnt und die Masse im Rund johlt und brüllt in Extase, während aus dunklen Ecken zwielichtige Gestalten versuchen die Kombattanten zu dirigieren. Nicht lange und die ersten Opfer sind zu beklagen, schleppen sich dem rettenden Rand der Arena entgegen oder liegen schon bewegungslos im Sand, dessen einst strahlend gelbe Farbe sich durch Blut, Schweiß und Urin in ein matschiges Braun verwandelt.

Ich glaube so oder ähnlich stellen sich manche vor wie es ablief, als das passiert, was nun zu dem Drama führte, dessen dritten Akt wir nun erleben. Und da es mich indirekt auch betrifft, ist das ein gutes Thema für die Wiederaufnahme an meiner Blog-Arbeit hier, nachdem es eine kleine Pause gab.

Ich möchte, möglichst sachlich, meine Sicht der Dinge darlegen und – das sage ich gleich vorweg – warum ich persönlich weiterhin als Community Contributor (CC) aktiv bei World of Warships (WoWS) bleiben werde – sofern Wargaming (WG) das Programm weiter führt, wonach es bisher aussieht. Wer das jetzt schon umgehend nicht gut findet, der möge bitte den gut beschlilderten Ausgang dort nehmen – die Warnungen vor den Falltüren und die Schreckensschreie der Leute vor euch bitte einfach ignorieren. Danke sehr. Der Rest von euch ist willkommen und eingeladen zu lesen, sich eine eigene Meinung zu bilden und gerne mit mir in eine höfliche Diskussion zu treten.

Erster Akt – Das schwelende Unheil

Der Streitpunkte gibt es viele und das kam nicht auf einen Schlag, sondern baute sich, vor allem in den letzten Monaten, langsam aber doch merklich auf. Zum einen fühlten sich viele CCs von den Entwicklern nicht gehört, wenn sie sich zu Problemen, Fehlern oder anderen Dingen im Spiel äußerten. Gerade wenn man das Spiel gut beherrscht, die Mechaniken des Spiels nicht nur versteht, sondern auch kommentieren und vermitteln kann und einen guten Draht zu seinen Zuschauern, Lesern oder Abonennten hat und diese zahlreich sind, so ist es natürlich unschön, wenn man – nach eigener Meinung – Probleme aufzeigt, aber die Gegenseite nur “Danke” sagt und nichts tut und auf Nachfrage sagt, dass sie es anders sieht und man selber falsch. Das hat nichts mit gekränktem Ego zu tun, das käme dann evt. noch dazu, sondern führt vor allem dann zu Frust, wenn sich am Ende raus stellt: man hatte doch recht. Das ist durchaus passiert bei WoWS und dass dies am Ende zu Wut führen kann, das hätte man absehen können.

Ich bezeichne uns CCs gerne als “Spieler mit Vorzügen” und als solche liegt uns das Spiel natürlich besonders am Herzen. Ich meine damit nicht arrogant, dass wir CCs das Spiel mehr mögen als ein “normaler” Spieler, aber CC zu werden und zu sein bedarf durchaus einer überdurchschnittlichen Zuneigung zu diesem Spiel, ansonsten würden man neben der Spielzeit kaum so viel Zeit in das Produzieren von Videos, Streams oder Blogs stecken. Aus der Interaktion mit Zuschauern, Lesern oder Abonennten erleben wir daher auch sehr direkt die Stimmung die so herrscht und zusammen mit eigenen Beobachtungen und unseren persönlichen Eindrücken entwickelt sich ein Gefühl wohin es mit einer Entwickung bei einem Spiel geht. Und hier hat sich bei vielen der Eindruck ergeben, dass sich die Monetarisierung von WoWS stark verändert hat und zwar weg von einer fairen Behandlung von Spielern zu einer, die auf Menchaniken setzt die nachteilig sein können. Und das Wiedereinführen der Missouri über Loot-Boxen war dann eigentlich nur noch der letzte Tropfen, der dieses Fass zum überlaufen brachte.

Die großen Themen wie Spielbalance, Schiffsklassen und (eingebildete) Vorzüge einzelner Nationen oder auch technische Fehler die es im Spiel gab und gibt, kann man hier sogar weg lassen, denn das ist ein normaler Disput zwischen Spielern und Entwicklern in jedem Spiel zu jeder Zeit. Hier muss man einfach zugestehen, dass nur die Entwickler den Überblick haben und wirklich bewerten können, was funktioniert und was nicht und wir Spieler immer nur einen sehr sehr kleinen subjektiven Eindruck haben können.

Zuletzt kommen wir dazu, was wirklich ganz offensichtlich war in den letzten Monaten bei WoWS und WG und das ist teilweise irrwitzige Ansammlung von Fehlern in der Kommunikation und vor allem auch Beschreibungen von Events, Inhalten und Änderungen. Abseits der eigentlichen Themen wurde es leider immer wieder offensichtlich, dass es hier deutliche Defizite gibt und zwar mit verschiedenen Ursachen und oft genug basierend auf recht banalen Fehlern. Um gleich etwas klar zu stellen, ich möchte hier keine einzelnen Personen angreifen und vor allem nehme ich explizit die Leute an der Front aus (sprich vor allem die aus Prag), denn Fehler passieren, aber einem Unternehmen als “Person” mit so vielen Augen darf so was nicht so häufig passieren. Ich spare mir auf jeden einzelnen Vorfall einzugehen, aber angefangen von der Puerto Rico bis hin zu den Weihnachtscontainern dürftet ihr wissen was sich da so angesammelt hat.

Zweiter Akt – Der Streit und Austritt

Was sich also stetig in den letzten Monaten aufgestaut hatte, war dann letzte Woche einfach zu viel und eskalierte dann ziemlich schnell im internen Discord Chat und führte zu den folgenden Ereignissen. Dass es irgendwann krachen würde, das war eigentlich absehbar und so wie es abgelaufen ist, war das, wenn vielleicht auch nicht komplett geplant, dann doch durchaus gut organisiert. Aber das spielt hier jetzt keine Rolle mehr, denn am Ende verließen gut ein Zehntel der CCs das Programm und darunter einige derer, die am meisten Zeit in ihre CC-Arbeit gesteckt haben und auch am einflussreichsten waren.

Neben dem was sich angestaut hat, gab es natürlich noch einen konkreten Anlass und zwar das Drama um die Yukon und die Worte die gefallen sind zwischen einigen Leuten von WG und den betroffenen CCs. Bitte versteht, wenn ich nicht weiter ins Detail gehe und keine Einzelheiten sage, denn die Gespräche sind natürlich vertraulich und das respektiere ich, aber es ist ja kein Geheimnis, dass es da durchaus weniger zivilisiert zuging als es sollte. Aber ich kann auch sagen, dass es nicht so brutal war, wie meine kleine Einführung vermuten lässt, auch wenn es nun natürlich virtuell und verbal durchaus zur Sache geht.

Dritter Akt – Die Reaktion

Nun hat sich heute, nach reiflichen internen Besprechungen über alle Büros und Kontinente hinweg, WG mit einer Stellungnahme geäußert. Diese wird natürlich sehr genau gelesen und teilweise auch aus gutem Grunde, kritisiert. Einige Vorwürfe oder Anmerkungen sind dabei ziemlich dämlich, z.B. warum es so lange dauerte, für so wenig Inhalt. Nun, auch WG Mitarbeiter haben Wochenende und die Austritte waren natürlich taktisch klug auf das Wochenende gelegt und dann sind daran Leute in St. Petersburg, Zypern, Prag und in den USA und Asien beteiligt. Alleine die Zeitunterschiede sind nicht einfach zu handhaben und auch wenn so ein Thema wichtig ist, es geht nicht um Leben und Tod, so dass dafür 20 bis 50 Leute alles stehen und liegen zu lassen und zu einer Sondersitzung am Sonntag sich einfinden und in wenigen Stunden eine Lösung und Antwort finden. Außerdem mal ehrlich, hätte WG innerhalb von wenigen Stunden reagiert, wäre ihnen vorgeworfen worden, sie hätten sich ja in der kurzen Zeit gar nicht wirklich damit beschäftigen können.

Wo hingegen Kritik angebracht sein mag ist, weil einige Dinge davon auch öffentlich ausgetragen wurden oder “allgemein bekannt” sind, dass sich WG für Verfehlungen einiger Leute als Unternehmen nicht deutlich entschuldigt. Natürlich ist das intern passiert und vielleicht mag es persönliche Entschuldigungen geben oder gegeben haben und selbstverständlich entsteht so ein Streit nicht, weil nur eine Seite sich falsch verhalten hat. Aber WG hätte hier, meiner Meinung nach, Größe zeigen können und müssen und als Unternehmen die Verantwortung für Fehler von Mitarbeitern übernehmen müssen. Jeder macht Fehler, jedem platzt mal die Hutschnur und jeder von uns hat schon mal Dinge in Rage gesagt, die ziemlich daneben waren. Nur WG ist ein Unternehmen und sollte sich vor seine Leute stellen, aber sich dann auch für diese ein Entschuldigung abringen.

Gemeinde Ottobrunn: Aktuelle Baustellen

Was lief und läuft meiner Meinung nach falsch?

Ich will die Frage so kurz wie möglich beantworten, denn ansonsten schreibe ich noch im Lockdown wegen Covid 23. Über Dinge im Spiel (müssen U-Boote sein, machen Flugzeugträger zu viel Schaden, etc.) will ich gar nicht sprechen, denn das sind Dinge die sich ständig ändern werden. Anders ist es bei der Entwicklung um das Spiel herum und da – natürlich, denn es geht immer ums Geld – vor allem um die Monetarisierung dieses free to play oder pay to progress Spiels. Ich persönlich finde loot-boxen und diese “Casino”-Mechaniken nicht gut, wenn sie mit Geld gekauft wurden. Erspielt man sie sich, dann ist das etwas anderes und auch mir macht es Spaß bei Events mal zu sehen was da so drin ist, aber generell sind sie durchaus kritisch in meinen Augen. Natürlich sind sie inzwischen fester Teil in sehr vielen Spielen und die Art wie WG sie umsetzt (mit einem Limit) ist teilweise besser, aber es bleibt ein Glücksspiel mit Geld und das finde ich nicht gut. Einmal im Jahr eine Aktion über Weihnachtscontainer, die man gerne auch mal seinen Freunden und Clankollegen schickt, das ist durchaus eine nette Sache, aber sobald es eine ständige Methode wird oder einfach überhand nimmt, dann bekommt das ganze eine sehr unschöne Note. Und wenn dann irgendwann die Worte “Abzocke” und “geldgeil” fallen, dann ist das eine logische Reaktion mit der man leben muss – oder sich nach Alternativen umschaut, was die bessere Wahl wäre.

Der andere große Punkt ist das mit dem feedback und da muss ich sagen, haben glaube ich einige CCs ihre Position etwas falsch verstanden oder haben über die Jahre ein Selbstverständnis entwickelt, das sie die Lage etwas falsch hat einschätzen lassen. Ich sagte es schon, dass ich CCs als “Spieler mit Vorzügen” sehe und die bestehen nicht nur darin, dass wir Schiffe , Dublonen, Signale, etc. bekommen (was noch nicht so lange in Europa so ist), dazu Codes gestellt bekommen, die wir euch überlassen dürfen und Testschiffe fahren können, sondern vor allem auch darin, dass wir einen mehr oder minder direkten Zugang zu WG und den Entwicklern haben. Wir können Fragen stellen, Probleme ansprechen und eben auch feedback geben. Und da kommen wir zu dem, meiner Meinung nach, Missverständnis: feedback bedeutet nicht, dass WG unserer Meinung folgen muss. Ich persönlich habe – auch weil ich das so aus meiner Zeit im Supertest kenne – feedback immer als Einbahnstraße gesehen: Ich sehe oder teste etwas – sage meine Meinung dazu – WG hört es sich an. Ich erwarte darauf ein “Dankeschön”, aber nicht mehr. Vor allem erwarte ich nicht, dass WG sagt “Klar Hurz, das machen wir dann so, wenn du das meinst.”, denn egal wie fundiert meine Ansicht sein mag, WoWS ist nicht mein Spiel. Ich trage keine Verantwortung und habe – salopp gesagt – leicht reden und kann bei einer Fehleinschätzung folgenlos sagen “Hoppala, mein Fehler.”. Wenn ich am Ende doch richtig lag, dann darf WG sich nicht beklagen wenn ich mir ein “Ich habs euch ja gleich gesagt.” nicht verkneifen kann. Geschieht das wiederholt und immer wieder, dann kann ich überlegen ob ich weiter meine Meinung als feedback weitergebe und auch dann darf WG sich nicht beklagen.

Zuletzt bleibt noch die Dauerbaustelle, die sich langsam schon zu einem Meme entwickelt hat: Kommunikationspannen. Und hier muss ich deutlich sagen, dass es bei WG seit etwa zwei Jahren erschreckende Ausmaße angenommen hat und das nicht nur weil Infos verspätet kamen oder es Schwächen in der Übersetzung gab, sondern weil Dinge einfach falsch, unvollständig und bestenfalls verwirrend kommuniziert wurden. Ich glaube ein Teil der Probleme entsteht durch die räumliche, zeitliche und vor allem sprachliche Trennung von Entwicklung und Betreuung des Spiels. So sinnvoll die ist, schafft es auch Quellen für Verluste von Informationen und ganz schnell wird aus einer Reihe von kleinen Fehlern ein großer Patzer. Wer jetzt an das Kinderspiel “Flüsterpost” denkt, der hat genau verstanden was ich meine. Ob es so banal ist wage ich zu bezweifeln, aber es wird ein Baustein auf dem Weg zu diesen Serie von Pannen sein. Und daran muss WG meiner Meinung nach arbeiten und zwar sehr dringend, sehr schnell und nachhaltig. Einen Punkt den ich hier gerne sehen würde ist mehr Transparenz, auch wenn das ein Reizwort für Entwickler und Unternehmen ist. Natürlich würde jede veröffentliche Zahl und Tabelle von irgendwem in Zweifel gezogen werden, das ist leider ein Trend der Zeit, aber ich bin immer noch überzeugt, dass Entscheidungen eher akzeptiert würden, wenn sie verstanden werden. Und wenn nicht alle Spieler sie selber verstehen können, dann ist es auch an uns CCs dies zu vermitteln. Und da meine ich gar keine wirtschaftlichen Entscheidungen, sondern Dinge die Spieler bewegen, warum z.B. das Schiff X nur Y Schaden macht, während Schiff Z aber viel mehr.

Warum bleibe ich weiter CC?

Die Antwort ist einfach und schwer zugleich. Ich habe kein Problem damit, dass WG meinem feedback nicht folgt, denn das sehe ich wie gesagt etwas anders als vielleicht andere CCs und ich sehe uns auch nicht als Partner auf Augenhöhe, wie manche es beschreiben. Ich bin ein “Spieler mit Vorzügen” für ein Spiel, welches ich weiterhin mag und gerne spiele. Ich bin aber kein gleichwertiger Partner von WG und kann daher nicht erwarten, dass jemand der Verantwortung trägt und dessen Job es ist WoWS zu entwickeln und zu betreiben, auf mich als begeisterten und im Spiel begabten und bewanderten Amateur hört. Egal wie groß meine Zuschauerzahlen auf Twitch sind oder wie viele Leute mein Videos sehen – es ist und bleibt ein Blick von außen auf das Spiel und spiegelt nur einen Bruchteil der Spieler wieder und ich berichte nur aus einer Blase von Leuten, die mir eh schon zustimmen. Das mag etwas überspitzt sein, aber so funktioniert nun mal ein menschliches Hirn und das ist auch nicht schlimm, sofern man sich immer mal wieder das bewusst macht. Daher muss man auch mal schweigen, wenn der Senior-Partner in einer Beziehung sagt: “Danke, aber jetzt ist es auch gut.” und nicht weiter nachbohren, egal wie brennend ein Thema einem erscheinen mag. Man hat ja immer die Möglichkeit sich an die anderen Spieler zu richten und auf Misstände hinzuweisen oder Empfehlungen zu geben, die evt. WG nicht gefallen (siehe kauft keine Loot-Boxen Aussagen vieler CCs).

Auf der anderen Seite darf ein Unternehmen gewissen Umgangsformen nicht vergessen und wenn das passiert ist eine wütende Reaktion berechtigt und erst recht, wenn eine Entschuldigung ausbleibt, auch wenn beide Seiten sich daneben benommen haben. WG ist der Profi und Senior in dem Verhältnis und wie gute Eltern sollte es die Größe haben, sich, auch wenn das Kind genervt hat, zu entschuldigen, wenn man laut geworden ist. Da hätte WG den ersten Schritt machen müssen, denke ich zumindest. Aber bevor jetzt die “dann sei doch solidarisch” Karte gezogen wird: Ich habe niemals irgendwann von WG in irgendeiner Weise von irgendwem von dort ein böses Wort gesagt bekommen. Auch wenn man diskutiert hat und in Sachen anderer Meinung war, es war immer mindestens höflich und sachlich, aber ich habe es auch verstanden, wenn man mir gesagt hat: “Hurz, wir verstehen was du meinst, aber wir sehen das anders.” … dann ist das so – es ist deren Spiel, deren Verantwortung, deren Geld.

Ich respektiere die Entscheidung der Leute, die das CC Programm verlassen haben und wenn es nur aus dem Grund ist, weil sie sich nicht geschätzt gefühlen und frustriert sind, dann ist das ein guter Grund. Aber wenn es auch aus dem Grund ist, dass das Spiel der eigenen Meinung nach schlecht geworden ist, die Monetarisierung grauenvoll wurde und das Unternehmen dahinter moralisch untragbar geworden ist, dann frage ich mich, warum für und mit diesem Spiel dann noch Inhalte gemacht werden? Ich unterstelle mal, dass ein Grund (nicht der einzige Grund) wohl ziemlich banal ist und der gleiche warum WG ein Schiff statt normal über Loot-Boxen verkaufen wollte (wie inzwischen angekündigt, wird die “neue” Missouri auch anders zu kaufen sein).

Ich persönlich habe kein Problem im Umgang mit WG oder den Leuten dort, ich verstehe und definiere mein Verhältnis zu WG evt. pragmatischer als andere und akzeptiere den Umgang mit meinem Feedback und ich habe weiter Spaß an dem Spiel, auch wenn ich nicht alle Dinge gut finde. Entgegen den Gerüchten gibt es keinen Maulkorb für uns CCs und wir dürfen (und tun das auch) sagen was wir wollen – sofern der Ton zivilisiert bleibt, aber das versteht sich von selber – auch zu Loot-Boxen, Schiffen, Mechaniken und Entwicklungen. Von daher gibt es für mich keinen Grund die Vorteile für mich und euch (kein CC => keine Camo- und Container-Codes mehr) aufzugeben, so lange das so bleibt. Es gibt klare rote Linien bei deren Übertretung ich es mir anders überlegen würde, aber dann würde ich auch WoWS zwar vielleicht weiter spielen, aber dafür keine Inhalte mehr machen. So viel Selbstachtung sollte ich dann schon haben und vielleicht hat WG auch die Größe, betroffenen ExCCs öffentlich die Hand zur Entschuldigung zur reichen.

10 Gedanken zu „Ein Drama, einer Operette würdig

  1. Sicht eines ehemaligen Wales: Am Anfang war in WOWS der Split zwischen Grind und Kaufen recht symmetrisch. Man konnte Sachen erspielen oder kaufen. Dann kamen die Stahlschiffe – ok, man konnte es nicht mehr kaufen aber die kaputten Suchtspieler mussten ja auch gecatert werden. War ich OK damit. Dann kamen die Weihnachtscontainer, war im Prinzip ganz cool von Preis-Leistung her. Jedoch kamen danach immer mehr hinter irgendwelchem Missionen oder Werften (Puerto Rico) versteckte Schiffe. Bis dahin hatte ich als Sammler ca. 4-5k € in das Spiel gesteckt. Zu diesem Zeitpunkt wurde es frustran und zur Krönung kamen die beknackten Aktions-/Sammlungscontainer und Millionen verschiedene Tokens. D.h. man konnte Schiffe nicht mehr wie früher enfach für Geld kaufen sondern sollte sich in diesem Mist reindenken und Zeit verplempern, die ich nicht habe. Als ich dann noch erlebte, dass es dem Kundendienst Scheiß egal ist ob man, viel, Geld investiert hatte und behandelt wird wie jeder free player hat es mir vor 2 Jahren gereicht. Das einzige, was ich noch aktiv spiele sind die Regrind Token, oder wie die das auch immer bezeichnen, wo man keinen Zeitdruck hat und trotzdem gute Schiffe bekommt. Bisher hat es nur für 1x gereicht und zur Ohio fehlen noch 10k. Ist mir inzwischen völlig egal. Wenn ich mitbekomme, dass auf meinem Laptops WarThunder genauso gut läuft schaue ich mir diesen Zirkus jedenfalls nicht mehr mit an.
    Peter

    1. Ich bin ja auch bekennender Schiffs-Messi und kann sehr gut verstehen, dass es einen ärgert, wenn man nicht alle Schiffe bekommen kann, obwohl man bereit wäre das Geld dafür zu bezahlen. Und wenn du am Ende dann nicht mehr Geld ausgibst, dann ist das die logische und richtige Reaktion. Allerdings hat die Münze auch zwei Seiten, denn viele Spiele können oder wollen nicht so viel Geld in eine Sammlung von Schiffen stecken. Sie haben aber dafür die andere Währung: Zeit, die du z.B. einfach nicht zur Verfügung hast oder nicht dafür verwenden willst (was ja völlig OK ist). Und nun erspielen sich diese Spieler mit “Arbeit” ein Schiff und du kaufst es dir einfach, während andere Schiff (die Spieler mit weniger Geld aber mehr Zeit auch gerne hätten) nur über Geld zu bekommen sind – ihnen also so vorenthalten werden wie dir Schiffe die nur über Werf etc. zu haben sind (wobei man sich die auch für unverschämte Summen kaufen könnte, aber davon rate ich dringend ab). Du siehst also, beide Seiten haben Schiffe die unerreichbar sind.

      Das mit dem Zeitdruck und wie hektisch alles geht in den 4 Wochen Abständen, da hast du meine volle Zustimmung, ich finde das persönlich auch zu viel und das sage ich sowohl WG als auch hier oder in meinen Streams. WG ist anderer Meinung und das ist OK, das ist deren Spiel. Wenn es mir zu viel wird und ich Frust habe, weil ich Schiffe versäume und dann meine Sammlung “an Wert verliert” und ich noch mehr Frust habe, wird irgendwann WoWS für mich uninteressant.

      Was den Support angeht, da widerspreche ich ein wenig: Der sollte jeden Kunden gleich behandeln, aber höflich und freundlich natürlich. Ich bin ja auch jemand der viel Geld (bevor er CC wurde) in das Spiel gesteckt hat, aber nur weil man das tut sollte man nicht bevorzug behandelt werden, dafür bezahle ich ja das Geld nicht. So lange der Support gut (gut bedeutet nicht unbedingt, dass man bekommt was man will!) ist, sollte das reichen.

      Btw. WarThunder hat auch lootboxen, soweit mir bekannt ist – zumindest über Gold-Währung und während events.

  2. Danke das du uns erhalten bleibst Hurz. Ich gebe zu ich sammel auch gerne Schiffe aber ich stecke nicht viel Geld rein. Ich habe einmal ein paar Weihnachtscontainer gekauft (natürlich bei mir kein Schiff drin) und Prämiumspielzeit. Aber die letzten Monate wandelt sich alles. Zu viele Aktionen dicht beisammen, alles mit neuen Marken/Tokens und Schiffszweige die bestenfalls merkwürdig sind (Russische CVs als Beispiel).

    1. Freut mich, wenn es euch gefällt, dass ich aktiv und da bleibe.

      Das mit den vielen Aktionen zur gleichen Zeit ist etwas, das ich ebenso empfinde. Ich habs oft gesagt und auch häufig schon geschrieben (meist auf Facebook in Kommentaren), dass es mir auch zu viel ist auf einmal. Klar ist nicht alles für alle Spieler gedacht und die Mehrzahl der Spieler wird sich nur für einen Teil davon interessieren, aber es gibt eben auch welche die alles “erfahren” wollen und dann wird es schwer.

      Gegen “Papierschiffe” habe ich grundsätzlich nichts, denn sonst wäre das Spiel sehr viel ärmer. Aber sie müssen halt irgendwie rein passen und viele Schiffe gab es halt nur als Idee und Pläne – die meisten davon sind fast allen Menschen unbekannt. Sie mögen evt. nicht so in unser Bild passen, das wir kennen, aber daher müssen sie nicht schlecht sein (oder falsch). Wie gesagt, das Spiel wäre echt ärmer ohne sie.

  3. Ich bin zwar eine Weile schon weg vom Spiel, aber ich lese trotzdem deinen Blog. Das gute ich habe nicht ganz so viel Geld reingesteckt, dafür ne Menge Zeit (Es war mein Hauptspiel) aber wenn sich etwas in Arbeit ausartet war für mich Schluss. Ich hab mein Account für 500€ verkauft und so den größten Teil vom Geld wieder zurückgeholt. Es geht vielen Spielen so dass es mit der Zeit so stark ändert das man das Spiel von der Anfangszeit, wo alles Neu und Gut war, vermisst. Das Spiel gehört zu meiner Top 10 an spielen die ich je gespielt habe und das waren viele Spiele. Es war was Besonderes und die nachfolgende Generation haben nie die Chance gehabt (das zu erleben) was ich erlebt habe.

    Gruß Seed

    Gruß Seed

    1. Vielen Dank für das Lob, denn wenn du dennoch meinen Blog liest obwohl du aufgehört hast, dann ist das ein Lob. Danke!

      Das mit dem in Arbeit ausarten ist echt ein Punkt der für viele das Ende bedeutet und gerade das habe ich öfter schon gesagt, dem nähert sich bei WoWS immer mehr an, denn es ist zu viel in kurzer Zeit.

      Keine Sorge, ich verrate nix: Accounts verkaufen mag WG wie jeder Publisher/Entwickler gar nicht. 😉

  4. Ich kann nur den Film über ATARI: Game Over
    Empfehlen dazu… Der eine Entwickler hat ein gutes Spiel beschrieben wenn der/die Spieler es Fair findet… Ich sag auch immer Grafik ist gut und schön aber ohne die Spielidee ist es nix wert

  5. Moin,

    ich mag das Spiel wirklich gerne so wie es ist.
    Bin allerdings auch erst seit 18 Monaten dabei. Kann also nicht wirklich beurteilen
    wie es früher war oder ob es da nun fairer oder besser war.

    Ich finde es durchaus herausfordernd und auch relativ ausgeglichen das Zusammenspiel der Klassen auch durchaus ausgewogen.

    Zu den Kritikpunkten der CCS kann man wenig sagen als Aussenstehender sind aber durchaus glaubbar.
    Was ich allerdings beurteilen kann ist dieser ausschließliche Fokus auf das Geld der Spieler.
    Ja es ist ein Wirtschaftsunternehmen und die wollen verdienen. Finde ich auch Ok nur möchte ich auch einen Gegenwert für die Kohle.
    Schiffe für mehr als 30 Euro empfinde ich schon als frech.
    Es werden halt kaum Zusatzinhalte angeboten wo man den Eindruck hat das lohnt sich mal wirklich.
    Und das ist auch der Punkt den ich nicht so richtig verstehe.
    Würde man direkt Tarnungen oder außergewöhnliche Kapitäne für angemessene Preise kaufen wäre da sicherlich die Bereitschaft auch größer mal zu investieren.
    Kistenlotterie mit angegebenen Chancen also 1 zu 5 oder von mir aus auch 1 zu 10 würde ich mir ja gefallen lassen aber man hat doch eher den Eindruck das das ganze wenig mit Zufall zu tun hat und die Quote eher zu 1 zu 30,50 oder noch schlechter geht. Dafür sind sie dann einfach zu teuer.

    Also langer Rede kurzer Sinn,
    ja ich verstehe den Unmut finde aber den Kern also das Spiel weiterhin gut.

  6. Wargaming hat ein Statement zu den Vorfällen der letzten Wochen abgegeben.

    https://worldofwarships.eu/de/news/general-news/wows-team-shout-out-to-game-community/

    Ich stecke nicht genug in der Materie drin, um mir ein grundsätzliches Urteil zu erlauben, sehe aber aufgrund meiner allgemeinen Erfahrung die von WG versprochenen Maßnahmen und Korrekturen als angemessen. Die Firma wird sich in Zukunft natürlich daran messen lassen, dass sie das einhalten, was sie versprechen.

    Ansonsten bleibt mir nur noch zu wünschen, dass in den Köpfen aller Protagonisten (firmenseitig wie Spieler) wieder mehr Ruhe einzieht. Diese unangenehmen Machtspiele, die ich ab und an wahrnehme, nützen keiner Seite etwas.

    1. Ich denke diese umfangreiche Antwort, die sie ja angekündigt hatten, zeigt einerseits, dass sie was ändern wollen, aber auch deutlich, wer die Zügel in der Hand hat bei der Entwicklung des Spiels. Was aber auch insgesamt wie ich finde gut ist und einige Punkte sind jetzt etwas klarer. Was sich für uns CCs ändern wird, werden wir in Zukunft sehen, aber bis dahin können wir einfach in Ruhe hoffentlich mal weiter machen wie bisher. Ansonsten reihe ich mich in deine Wünsche nach ein wenig mehr kühle Köpfe ein – auf allen Seiten – wobei es weiterhin einige gibt, die einfach die Welt brennen sehen wollen.

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