Gastbeitrag: Premium-Shop – Heute und 2016

Schon einmal hat sich Major_Porter in einem Gastbeitrag zum Premium-Laden von World of Warships (WoWS) geäußert. Nun, mehr als zwei Jahre später, ist er noch immer im Spiel aktiv und er möchte mit euch seine Erfahrungen in dieser Zeit mit dem Premium-Laden teilen. Wer seinen ersten Beitrag noch einmal lesen möchte, der findet diesen hier. Wie schon damals merke ich an, dass der Beitrag alleine von Major_Porter stammt und daher seine Sicht und Meinung darstellt, was nicht zwangsläufig auch meine persönliche Meinung und Erfahrung sein muss. Aber nun genug der Vorrede: Bühne frei und Vorhang auf für Major_Porter.

Moin liebe Kapitäne,

ich melde mich nach über zwei Jahren wieder mal mit einem neuen Gastbeitrag zurück. Heute geht es mir, genauso wie damals, um den Premium-Shop bzw. um das Free-to-Play Modell von Wargaming. In meinem Beitrag von Mai 2016 habe ich meine Sicht über meine Entscheidungsfindung bzgl. eines Kaufs im Premium Shop gezeigt. Mittlerweile sind über zwei Jahre vergangen seit dem alten Beitrag und Ja, ich habe mir damals doch noch die Tirpitz für den Preis von 45 Euro gekauft. Mittlerweile ist es auch (um einiges) mehr geworden, was ich ausgegeben habe. Wenn ich alle Käufe bisher mal grob überschlagen würde, wäre das definitiv ein dreistelliger Betrag. Aber ich bereue es bis heute nicht.

Zum damaligen Zeitpunkt (2016) war mein höchstes Schiff ein T7 Schlachtschiff. Heute habe ich bereits zwei T10 Schiffe, fahre Clan Wars etc. Ich habe also gemerkt, dass es im T10 Gefecht, wie erwartet sehr kostenintensiv ist. Wenn man verliert und nicht gerade die Premium Tarnung für 5000 Dublonen auf dem Schiff hat, oder generell nur ein “Hin-und-Wieder” Fahrer ist, wird es schnell teuer und die Credits gehen runter. Damals war der Premium-Shop eine – teilweise – sehr teure Erweiterung für World of Warships für mich, wo ich “ungern” (hier das bitte wirklich in Anführungszeichen lesen) einkaufte, da ich mir damals sehr kritisch die Frage gestellt habe: “Wie viel Geld sind mir diese zusätzlichen Pixel wert?” bzw. “Sind mir zusätzliche Pixel überhaupt Geld wert?”. Und für mich habe ich damals diese Fragen zum Großteil mit Nein beantwortet. Sicherlich spielt bei der Frage, ob man im Premium-Shop einkauft, die finanzielle Situation mit. 2016 war ich noch Schüler und habe selbst kein Geld verdient, da ist man dann generell kritisch gegenüber Geld in ein Spiel investieren, was F2P ist oder wenn das Geld in Sachen investiert wird, was nicht absolut notwendig ist. Heute bin verdiene ich Geld und ich sage mir, dass ich mir selbst monatlich eine feste Summe X festlege, bis wohin ich Geld ausgebe und daher steht es mir dort dann auch frei, Geld in World of Warships zu investieren. Damals 2016 war das für mich eine undenkbare Sache, eine größere Summe Geld im Premium-Shop auszugeben. Ich finde auch, dass sich von Zeit zu Zeit die Prioritäten ändern. Ich bezeichne mich gerne als “Saison-Fahrer”, es gibt Phasen, wo ich sehr aktiv in World of Warships bin, es gibt aber auch Phasen, wo ich kaum aktiv spiele. Mit diesen Phasen ändert sich auch die Motivation (Priorität) im Premium-Shop einzukaufen. Ihr kennt das bestimmt selbst? Zu Weihnachten 2018 habe ich das 360 Tage WoWs-Premium Konto Angebot gekauft. Jetzt Mitte Januar, bin ich wieder in der Phase wo ich kaum spiele, jetzt würde ich wahrscheinlich dieses Angebot nicht kaufen, rückwirkend bereue ich aber meinen Kauf nicht.

In dem vergangenen Jahr ist World of Warships für mich mein Hauptspiel geworden, was ich fast (“Saison-Fahrer”) täglich spiele und dahingehend hat sich auch meine Sicht auf den Premium Shop geändert. Damals hab ich mir gerade mal hin und wieder ein paar Premium Tage gekauft und habe das schon irgendwie als zu viel angesehen. Erst vor wenigen Tagen habe ich das „Ein Jahr auf See“ Paket gekauft, welches 360 WOWS Premium Spielzeit beinhaltete und bin damit mehr als zufrieden, weil es 50 % billiger als der reguläre Preis war. Ebenfalls habe ich auch knapp 20 Euro für Weihnachts-Container ausgegeben. Und an mittlerweile unzähligen Stellen hier und da mal Dublonen gekauft. Auch habe ich schon Geschenke für andere Spieler gekauft.

Das Spiel ist in der Vergangenheit zu meinem „Haupthobby“ geworden – um aus den damaligen Kommentaren zu zitieren – und dafür bin ich bereit Geld und Zeit für auszugeben. Es ist halt immer noch ein Free-to-Play Spiel, für das man keinen Cent bezahlen muss. Und von irgendwas müssen die Entwickler ja auch leben, es müssen die monatlichen anfallenden Kosten gedeckt werden, die durch allerlei Sachen anfallen bei Wargaming und da bin ich froh, dass es immer noch ein kostenloses Spiel ist. Würden auf einmal alle Spieler, nichts mehr kaufen bei Wargaming, dann würde es auch irgendwann mit großer Wahrscheinlichkeit kein World of Warships mehr geben. Das wäre ein Resultat, was keinem von uns besonders gefallen würde.

Kommen wir mal auf die andere Seite des Premium-Shops, auf die Sicht von Wargaming. Wie ja jeder weiß, ist das Spiel oder generell alle Spiele von Wargaming kostenlos spielbar. Alleine durch das reine Spielen, verdient Wargaming wahrscheinlich kein Geld, aber irgendwie müssen sie ja Geld verdienen, weil sie haben ja wie schon im Absatz darüber beschrieben Ausgaben. Ausgaben, welche sicherlich nicht klein sind. Bei der Größe von Wargaming werden das bestimmt monatlich mehrere tausend (oder auch zehntausende) Euros sein. Dieses Geld müssen sie erstmal rein bekommen, plus müssen sie noch weiteres Geld erwirtschaften um etwaige Investitionen zu tätigen, Kosten zu decken etc. Deswegen gibt es den Premium-Shop, um Geld zu erwirtschaften. Und dabei ist das Kaufen im Premium-Shop kein direkter “Muss”, es ist eine optionale Sache. Wobei ich zugeben muss, optional bis zu T7/T8 bzgl, des Premium-Kontos. Mehr dazu findet man in meinem alten Beitrag. Was ich am Rande von vielen noch gehört habe ist, dass der Premium-Shop in den letzten Jahren in einigen Bereichen immer teurer wird und das Wargaming damit ja nur den Profit steigern möchte. Dies stimmt so nicht ganz. Das mit der Zeit viele Sachen teurer werden ist für jeden klar, dass liegt aber zum Großteil an der Wirtschaft selbst. Wenn alles teurer wird, wie Lebenshaltungskosten etc. muss Wargaming da auch mitziehen. Auf der anderen Seite, kann ich auch verstehen, dass Wargaming den Gewinn maximieren will, das Spiel besteht auf einer freiwilligen Basis, wo jeder selbst entscheidet, was er wann kaufen möchte im Premium Shop. Das ist für Wargaming jeden Monat eine ungewisse Summe Y, wohin gegen sie jeden Monat eine feste Summe X haben, was sie ausgeben müssen (Löhne, Miete etc). Klar werden die Analysten haben, die Gewinne anhand vorheriger Prognosen deuten können, aber das wird wahrscheinlich auch nicht jeden Monat zu treffen. Da kann ich also Wargaming verstehen, wenn sie ein gewisses finanzielles Polster haben wollen.

Um zum Schluss nochmal meinen Sinn des ganzen zusammen zu fassen. Ich kann nun aus drei verschiedenen Blickwinkel verstehen, wie ein potenzieller Käufer auf den Premium Shop schaut und wie das für Wargaming aussieht. Auf der einen Seite gibt es den „Hin und Wieder“ Spieler, der vielleicht auch nicht aktiv in einem Clan spielt, sondern nur hin und wieder für sich. Der Spieler der nebenbei noch ein anderes Spiel spielt, was viel mehr Zeit einnimmt. Dieser wird den Premium-Shop als teure Erweiterung sehen, welchen man erst mal meidet und auch nicht als potenziell wichtig ansieht. Auf der anderen Seite gibt es den heutigen Spieler, wie mir, für den das Spiel das „Haupthobby“ ist und man dort das Einkaufen nicht als Verschwendung oder zwingender Muss ansieht. Und zu guter letzt, Wargaming selbst, für diese ist der Premium-Shop wahrscheinlich das, was sie zum Überleben des Unternehmens brauchen. Im Endeffekt, ist jeder Nutzer der im Premium-Shop einkauft, ein aktiver Unterstützer des Unternehmens, den mit unserem Kauf, wird dort wahrscheinlich der Großteil finanziert. Mit meinem Kauf, unterstütze ich ein gutes kostenloses Spiel, was mir gefällt und was ich damit sogar aktiv unterstütze und die Zukunft für die Analysten nicht so rot aussieht. 

Mein damaliger Entschluss von 2016 war es, nicht wenn es unbedingt notwendig ist, was eigentlich in einem kostenlosem Spiel nie der Fall ist, kein Geld auszugeben. Für mich war es damals nie eine Option gewesen, 45 Euro für die Tirpitz auszugeben. Heute hat sich dies geändert. Ich überlege es mir trotzdem noch, ob und in welchem Umfang ich Geld ausgebe, aber es ist ein Hobby – es ist mein Hobby. Andere gehen für hunderte Euro im Monat, Golf spielen, bauen irgendwelche Fahrzeug/Flugzeug Modelle, oder ganz einfach rauchen viel Geld. Für manche ist dies ein Hobby. Klar wird es von einigen Menschen noch relativ kritisch angesehen, wenn man viel Geld in ein kostenloses Spiel steckt. Aber jeder der World of Warships für sich als sein Hobby nennt, der investiert gerne Geld in das Spiel und da sind einem die Meinungen anderer relativ egal.

5 Gedanken zu „Gastbeitrag: Premium-Shop – Heute und 2016

  1. Hallo Major_Porter.
    Erst einmal Danke für einen objektiven Beitrag ohne Polemik oder erhobenen Zeigefinger.
    Ich sehe es ebenso, der Shop ist ein “kann”, kein “muss” und Hobby ist halt Hobby. Ich habe auch schon einige Euronen rein gesteckt, ob Schiffe, Container oder was auch immer. Das Einzige, was mir dabei wirklich aufstößt, ist die mittlerweile z.T. unangemessene Preisgestaltung des … nennen wir es mal… “Beifang”, also Tarnungen oder auch Container. So kann ich mich gut an 200er-Packs Tarnungen für 19,99 EUR erinnern, die sich mittlerweile im Shop auf 41,49 € hoch geschaukelt haben. Was die Container noch letztes Jahr kosteten mal ganz zu schweigen. Wobei die akt. Stahlmonster-Aktion für fast 50 € in meinen Augen schlicht eine Frechheit ist und zumindest von mir auch daher boykottiert wurde ^^ aber ansonsten muss jeder selber wissen, was er will oder finanziell bereit ist zu zahlen 🙂
    In diesem Sinne….

  2. Hallo Major-Porter,
    danke für diesen ausführlichen Beitrag. Ich sehe es auch so, dass nur die einen völlig kostenlos spielen können, wenn andere bereit sind, auch mal echtes Geld auszugeben. Ich gebe ab und zu Geld für Dublonen aus, wenn es bspw. darum geht, Zeit zu sparen und Entwicklungsschritte mit ertauschten freien Erfahrungspunkten gehen zu können oder um mir die Premiumtarnung für meine Shimakaze zu gönnen, was ich sehr empfehlenswert finde.

  3. Hallo Major-Porter,

    ich danke dir für diesen sehr schöne Darstellung zum Premium-Shop.
    Nachdem ich über meine Rechnungen geschaut habe, muss ich gestehen, dass ich einige viele Euros in das Spiel investiert habe. Dieses Spiel ist aber auch mein einziges Hobby und ich kann an meiner Frau sehen, was ich weniger ausgebe als sie für ihr Rauchen.

    Darum gebe ich dir vollkommen Recht, jeder muss selber für sich entscheiden, ob er Geld für dieses Spiel ausgeben will.

    Mit freundlichem Gruß,
    Vykali

  4. Auch ein F2P-Spiel muss finanziert werden. Studiomiete, Serverinfrastruktur, Gehälter, Investorengewinne etc….das dürfte mit mehr als ein paar tausend Euro monatlich zu Buche schlagen. Mir selber sind einige Angebote zu teuer, andere empfinde ich als sinnlos (für mich)…aber als Spieler sollte man eben auch daran denken: Wenn Wargaming kein Geld mit dem Shop macht, wird das Spiel eingestellt, und das wars. Das will doch auch keiner von uns. Und wenn ich eben sehe, dass WOW immer noch (nach 14 Jahren) 11 Euro monatlich kostet, dass neue Spiele mit 50, 60 Euro zu Buche schlagen für 40h Spielspass, ganz zu schweigen von dort notwendigen DLC, Saisonpass etc…dann empfinde ich das Angebot oft als gut einsortiert. Zumal es auch genug Ingameaktivitäten gibt, die einem Materialien und Schiffe bringen (das RN-Event bracht mir genügend Tarnungen für 3 Monate ein und ein T8-Premiumschiff z.B.)

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