Neue Briten und ein Feldzug?

Startend mit dem 27.06.2017, will Wargaming.Net (WG) in den folgenden Tagen ein paar Dinge ankündigen für World of Warships (WoWS) und wer für den Anfang heute dabei auf weitere britische Schlachtschiffe gewettet hat, der lag zumindest teilweise richtig. Vor drei Wochen wurden ja schon die Schlachtschiffe der Stufen sieben bis zehn vorgestellt, wobei die finale Einordnung der Nelson noch ein wenig auf sich warten lässt, und so öffnet sich heute offiziell der Vorhang für die ersten beiden Vertreter des Zweiges: Bellerophon und Orion. Aber das ist noch nicht alles, denn daneben auch noch neue Gerüchte über einen Dunkirk-Feldzug, aber dazu am Ende mehr. Erst einmal werfen wir einen ersten Blick auf die neuen Schiffe.

Stufe drei – Bellerophon

Nicht die Dreadnought sondern die Bellerophon wird den Start der Schlachtschiffe der Briten darstellen, allerdings sind sich die Schiffe sich ziemlich ähnlich. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn immerhin waren die drei Schiffe der Bellerophon-Klasse (HMS Bellerophon, HMS Superb und HMS Temeraire) die Nachfolger des legendären ersten Schlachtschiffes (also quasi, die wurden damals noch nicht so genannt) der Geschichte. Der Bau der drei Schiffe wurden 1906 beschlossen, ein Jahr später begonnen und dann wurden alle drei Schiffe 1909 fertig und in Dienst gestellt. Auffällig ist die ungewöhnliche Anordnung der fünf Türme (bestückt mit je zwei 305 mm Geschützen), bei denen nur drei entlang der Mittelachse angebracht sind und je einer mittig an jeweils einer Seite. Diese Anordnung wurde von der Dreadnought übernommen und ähnlich kuriose Positionierungen sind der Zeit damals geschuldet, denn Kawachi, Nassau und andere Schlachtschiffe dieser Zeit hatten das auch. Nicht nur die zeitliche Nähe beim Bau verbindet die drei Schiffe, auch haben alle drei einen ähnlichen Lebenslauf hinter sich, der allerdings recht kurz war. Bei der berühmten Schlacht am Skagerrak zwischen den Briten und den Deutschen nahmen alle drei Schiffe teil, auch wenn sie nicht durch spektakuläre Treffer traurige Berühmtheit erlangten. Schon während des ersten Weltkrieges war die Bellerophon-Klasse wieder veraltet, man könnte sagen von der technischen Entwicklung davon gespült worden, und so wurden mit dem Washingtoner Flottenabkommen von 1922 in diesem bzw. folgenden Jahr nach nur etwas mehr als 10 Dienstjahren verschrottet.

Nachdem was die Werte des Schiffes verraten, wird die Bellerophon ein typische Anfänger-Schlachtschiff sein: mit 21 kn sehr langsam, massenweise Haupt- (fünf Türme mit je zwei 305 mm Geschützen) und Sekundär-Geschützen (16 x 1 102 mm) und kaum nennenswerte Luftabwehr. Leider lässt es sich nur vermuten wie es um die Dinge wie Wendigkeit oder Panzerung bei diesem ersten britischen Schlachtschiff in seiner Reihe, aber darf wohl vermuten, dass hier keine großen Überraschungen auf uns warten. Von der Stärke der Geschütze her dürfte auch kaum ein großer Unterschied zu erwarten sein, denn die 305 mm wären identisch zu dem Kaliber von South Carolina oder Kawachi (die Nassau hat 283 mm Kanonen). Außerdem ist es ein Stufe drei Schiff und damit ohnehin für die meisten Spieler schnell wieder vergessen und die Unterschiede zwischen den Schiffen und Nationen sind noch sehr gering.

Stufe vier – Orion

Kaum waren die drei Schiffe der Bellerophon-Klasse im Dienst, da wurde schon mit dem Bau der Nach-Nach-Nachfolger-Klasse begonnen und zwar mit den vier Schiffen der Orion-Klasse. Hatte man bei den Vorgängern (St Vincent-Klasse und Colossus-Klasse und der einzelnen HMS Neptune) noch an den 305 mm Kanonen festgehalten, wurden für die Orion und ihre drei Schwestern neue Geschütze angeschafft. Die fünf 343 mm Zwillingstürme sind nun erstmals auch klassisch entlang der Mittelachse angeordnet und können so alle zu beide Seiten feuern. Damit wurde die Orion-Klasse auch etwas länger und allgemein größer als ihre Vorgänge und verdiente sich den Namen Super-Dreadnought, auch weil sie offiziell noch nicht als Schlachtschiff geführt wurden. Mit dem Bau der Schiffe wurde Ende 1909 und Anfang 1910 begonnen und alle vier wurden nach knapp zwei Jahren 1912 in Dienst gestellt und waren damit rechtzeitig fertig um die zweifelhafte Freude und Ehre zu haben im ersten Weltkrieg dienen zu können. Wie so ziemlich jedes Schiff waren auch die Schiffe der Orion-Klasse Teilnehmer der Skagerrakschlacht und hatten das Glück diese zu überstehen. Danach ging auch die Karriere dieser Dreadnoughts schnell zu Ende, denn das Flottenabkommen von 1922 bedeutete auch für die vier Schiffe der Orion-Klasse das aus. Zwei wurden schon im Folgejahr verschrottet, während zwei andere (HMS Monarch und HMS Thunderer) noch bis 1925 bzw. 1926 als Trainings-Schiffe verwendet wurden und dann erst abgewrackt wurden.

Sollte sich WG nahe an den Spezifikationen des Originals halten, so dürfte auch die Orion auf Stufe vier kein Schiff für Freunde der flotten Fortbewegung sein, denn das Schiff wird die 20 kn kaum nennenswert überschreiten. Allerdings scheint dies auf so gut wie alle britischen Schlachtschiffe in der Reihe zu zutreffen, wenn wir die Hood mit ihren 32 kn mal nicht berücksichtigen, aber die ist ja eigentlich auch ein Schlachtkreuzer. Die insgesamt zehn Geschütze mit ihren 343 mm sind nach den 356 mm der Mygoi (die aber nur drei Zwillingstürme bietet) die schwersten ihrer Stufe und sollten damit eine beeindruckende Feuerkraft liefern. Angesichts dieser sehr wahrscheinlichen Stärke dessen sollte es einen nicht wundern, falls die Nachladezeit und/oder die Turmdrehrate der Orion eher gemächlich ausfällt und auch die Luftabwehr wird wohl eher in homöopathischen Dosen auf dem Schiff verteilt sein.

WG und Warner Bros. – Dunkirk Feldzug?

Anfang Juni (genauer gesagt am 05.06.2017) brachte WG eine Ankündigung heraus, dass man Warner Bros. im Rahmen des am 27. Juli erscheinenden Film Dunkirk (Regie führt Christopher Nolan, dem Mann hinter der Batman-Reihe mit Christian Bale, Instellar und Man of Steel) eine Partnerschaft eingegangen sei. Dazu gab es auch den folgenden schicken Trailer, der dabei auf World of Warplanes, World of Tanks und eben auch auf World of Warships verweist und natürlich zu Spekulationen einlädt:

Nun sind weitere Bilder aufgetaucht, die vermuten lassen, dass es in WoWS einen besonderen Feldzug geben könnte, wie es ihn erstmals mit der Jagd auf die Bismarck gab (den Bericht dazu gibt es hier). Das würde durchaus einen passenden Rahmen darstellen und könnte wieder unterhaltsam werden. Allerdings ist das weiterhin nur eine Spekulation, auch wenn die folgenden Bilder, sofern sie echt sind, durchaus ein starkes Indiz dafür sind. Man erkennt dabei neue Container mit einer Dunkirk Aufschrift und neue Sammelobjekte, ähnlich wie es die Embleme bei dem Bismarck Feldzug waren.

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Sollte es wirklich so sein, dürfte der Feldzug natürlich zeitlich wieder begrenzt sein (vermutlich drei Wochen) und kurz vor oder mit dem Film starten. Da turnusmäßig diese Woche der nächste Patch fällig wäre (das wäre dann Update 0.6.7, welches nun auch schon angekündigt ist), könnte man spekulieren, dass dieser Feldzug mit Update 0.6.8 am oder um den 20. Juli ins Spiel kommt und das wäre genau pünktlich zum Start des Films eine Woche später. Aber wie gesagt, sind das alles nur Spekulationen und noch gibt es keine offizielle Aussage oder Ankündigung von WG dazu, bis auf den Trailer oben. Wir dürfen also gespannt sein.

14 Gedanken zu „Neue Briten und ein Feldzug?

  1. Hallo Hurz,
    Danke für deine doch immer wieder schnellen und gut geschriebenen Informationen.
    Ich bin schon sehr gespannt auf die GB BB’s.

    LG x3eijingx

    1. Freut mich sehr und ja, die RNBBs sind sicher gut für viele Stunden Spaß, auch wenn ich persönlich lieber gesehen hätte, wenn endlich eine weitere Nation mit einem kompletten Träger-Baum ins Spiel gekommen wäre.

      1. Toller und ausführlicher Bericht!
        Klasse wie du das machst.
        Ich wüsste aber gerne warum WG nur die RN BBs der Stufe 7-10 auf dem Liveserver testet. Kannst du diese Frage beantworten?
        Gruß
        Lion_el_Jonsen

      2. Das dürfte schlicht und ergreifend daran liegen, dass die III bis VI derzeit noch nicht ganz fertig sind oder sich noch in der internen und Supertest-Testphase befinden. Und vielleicht hat WG genug Daten für die ersten Stufen, benötigt aber mehr für die letzten Stufen um die Schiffe genau einzupendeln. Selbst wenn die britischen Schlachtschiffe mit 0.6.8 kommen sollten (das wäre in ca. drei Wochen), wäre noch genug Zeit um die unteren Stufen zu testen, allerdings könnte ich es mir vorstellen, dass sie sich noch einen Patch Zeit lassen um die Schiffe erst dann vor der GamesCom zu veröffentlichen.

    1. Leider kann ich das noch nicht sagen, einfach weil WG sich bisher ausschweigt dazu. Möglich wäre 0.6.8, aber das wäre schon in drei Wochen (wenn WG an dem bisherigen Abstand fest hält, wovon auszugehen ist) und damit sehr knapp. Bis dahin alle Schiffe (III bis X) durch alle Testphasen zu schleusen (inklusive live-Server Test) wäre schon sehr ambitioniert und daher glaube ich das nicht. Ich würde vermuten die RNBBs sind eher für 0.6.9 oder vielleicht noch später zu erwarten, wobei 6 Wochen von der Zeit her wohl ganz gut passen würden.

  2. Ich muss sagen, dass ich von der Auswahl der Stufe III und IV Schlachtschiffe ein wenig entäuscht bin.

    Warum weicht WG von der bisherigen Vorgehensweise ab und setzt nicht dasjenige Schlachtschiff auf Tier III, dass von den jeweiligen Nationen als erstes gebaut wurde? Deutschland hat die Nassau, die USA die South Carolina und Japan die Kawachi. Das ist in sich stimmig, aber bei den Briten wird die Bellerophon statt der Dreadnought gewählt.

    Und dann die Orion auf Tier IV? Warum wurde nicht die Colossus? Dieses Schiff passt mit ihren diagonal versetzten Flügeltürmen (ähnlich der Kaiser) und den 30,5 cm-Geschützen meiner Meinung nach viel besser auf Stufe IV. Auf Stufe V gehören dann die Orion, King Georg V (1911) oder Iron Duke.

    1. Ich denke das hat diverse Gründe, auch weil die Dreadnought ein Einzelschiff und keine Klasse war und weil sie gegen höhere Stufen echt alt ausgesehen hätte. Vor allem aber denke ich, wird sich WG das nicht nehmen lassen und die Dreadnought als Premium-Schiff mal bringen, ähnlich wie die Mikasa, die ja dann auch eigentlich das erste japanische “Schlachtschiff” gewesen wäre, aber noch als Linienschiff geführt wurde.

      Grundsätzlich hat WG gerade für die ersten vier oder fünf Stufen bei den Briten eine ziemlich große Auswahl an Schiffen die in Frage kommen könnten (die St. Vincent-Klasse oder Revenge-Klasse fallen mir da auch noch ein, abgesehen von ein paar Einzelschiffen), so dass entsprechend eine Auswahl getroffen werden musste. Vielleicht erfolgte die auch an Hand vom Arbeitsaufwand (welche Pläne sind da, kann man bei Schiff A Dinge von Schiff B übernehmen, etc.) und den Kosten, denn die RN hat die Pläne meines Wissens nach nicht gerade billig oder gar umsonst (wie andere Marinen) herausgegeben.

      Letztlich finde ich von der Abfolge her die Reihe nicht schlecht, auch weil sie auf jeder Stufe Platz lässt für einen möglichen zweiten parallelen Zweig.

  3. Hallo Hurz,
    deine Argumente sind verständlich, aber trotzdem bleibt bei mir ein schaler Beigeschmack.
    Die Dreadnought IST und BLEIBT nun mal das Schiff, welches das “richtige” Schlachtschiffzeitalter eingeläutet hat. Deshalb würde ihr auch ein Platz als Startsschiff der britischen Schlachtschiffe gebühren. Und würde sie gegen Tier IV-Schlachtschiffe wirklich so schlecht aussehen? Ihre Breitseite (4 x 30,5 cm) entspricht der der South Carolina, sie hat mehr Sekundärgeschütze (Kaliber 76 mm) als diese und eine bessere Höchstgeschwindigkeit bei etwas geringerer Panzerung

    Und was Mikasa angeht: Die ist “nur” ein Linienschiff analog der Deutschland-Klasse (1904). Verwechselst du die Mikasa eventuell mit dem Semi-Dreadnought Satsuma?

    1. Wie gesagt, ich kann beide Seiten verstehen und ich denke die Dreadnought wäre echt fast ein wenig schwach auf der Brust, vor allem wegen der Panzerung, aber das wäre wohl vielleicht echt ein Grenzfall. Und es stimmt schon, dass sie einen Wendepunkt bedeutet in der Entwicklung, aber man könnte sie eben auch als Prototyp sehen und als Einzelstück und eben als Ikone die als Premium-Schiff sehr gut funktionieren könnte.

      Ich zähle die Mikasa zu den Pre-Dreadnoughts wie die Lord Nelson-Klasse oder andere Schiffe, die da dann obsolet wurden. Und da sie ja im Spiel ist und das einzige solche Schiff, hab ich eben als Beispiel darauf verwiesen.

  4. Kannst du mir bitte erklären warum WG der Conqueror die 457mm Geschütze (vorläufig?) weg genommen hat, und stattdessen 4×3 419mm Geschütze ala Montana und Kurfürst gegeben hat?
    Ich mein wir haben doch schon 2 Schiffe mit dieser Anordnung und die 4×2 457mm waren eine annehme Abwechslung, und zu dem und eine Alternative für all jene, die nicht unbedingt die Yamato fahren wollen.
    Desweiteren , und das ist meine persönliche Meinung, finde ich, das die größte europäische Marine ein Schiff bekommen sollte, was ein Alleinstellungsmerkmal. Und die 457mm Geschütze standen ihr gut zu Gesicht. Imposante Geschütze auf einem imposanten Schiff einer Nation die für ihre Marine Historie bekannt ist.
    Ich hoffe du kannst dich dazu äußern, denn eine dritte Montana braucht kein Mensch. Auch wenn Montana und Kurfürst sich in ihrer Art unterscheiden, sind und bleiben es doch 12-ender.

    Danke fürs lesen.

    Gruß, Lion_el_Jonsen

    1. Warum und wieso diese Änderung gemacht wurde und welche Idee dahinter steckt, das darf ich dir leider nicht verraten, denn das ist alles im Supertest abgelaufen und darüber muss ich schweigen. Es hatte aber durchaus sein Gründe und diese Änderungen sind ja nicht die einzigen die vorgenommen wurden.

      Die Frage nach der Einzgartigkeit muss man aber auch immer stellen mit dem Gedanken im Hinterkopf: Ist das Schiff dann auch konkurrenzufähig oder nicht? Denn ohne ein klares “Ja!” wird jedes einzigartige Schiff irgendwie nicht wirklich sinnvoll sein. Aber das muss ich nicht betonen, denn das ist dir natürlich klar. Die RNBB werden defintiv ihr kleines Alleinstellungsmerkmal bekommen und um ehrlich zu sein, so massiv sind die Unterschiede zwischen den Schiffen auch nicht, dass es was “großes” sein muss. Wo ich dir zustimme ist, dass es keinen weiteren Klon braucht, aber die Gefahr sehe ich nicht so sehr. Aber mehr kann ich bzw. darf ich dazu (noch) nicht sagen.

  5. Danke für deine Antwort. hat mir tatsachlich ein neuen Gedankenansatz eröffnet, an den ich vorher keine Gedanken verschwendet habe. Ich hoffe dennoch das WG es schafft die Conqueror mit den 457mm geschützen auf ein Maß zu bringen, welches mit den anderen dreien aufnehmen kann.

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