Duke und Graf bitten zum Tanz

Nachdem gestern bereits die ersten beiden Schiffe in der Reihe der Schlachtschiffe der Briten vorgestellt wurden, lüftet Wargaming.Net (WG) heute ein weiteres Geheimnis. Es ist mit der Iron Duke das nächste Schlachtschiff (diesmal Stufe fünf), womit eigentlich die Reihe so langsam vollständig wäre. Die ersten Informationen zu den vier Schiffe der Stufen sieben (vermutlich Nelson) bis zehn sind ja schon Anfang des Monats veröffentlicht worden und gestern folgten Stufe drei und vier. Allerdings ist das nicht alles, denn ein weiterer Adliger zeigt sich hoffentlich bald in World of Warships: Die Graf Zeppelin. WG hatte das Schiff eigentlich schon bestätigt als sie ankündigten, dass es keinen Zweig mit Trägern für den deutschen Forschungszweig geben würden, aber ein Premium-Schiff. Nun scheint es aber bald soweit zu sein und kurioserweise wird wohl Deutschland und nicht England die dritte Nation sein, die in World of Warships (WoWS) einen Flugzeugträger in die Schlacht schickt.

Stufe fünf – Iron Duke

Anfang des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges baute man in England ziemlich viele Schlachtschiffe oder Dreadnoughts wie sie damals noch genannt wurden. Auch die vier Schiffe der Iron Duke-Klasse wurden 1912 auf Kiel gelegt und noch im selben Jahr vom Stapel gelassen, und 1914 dann bereits in Dienst gestellt – eine ziemlich beeindruckende kurze Zeit für solch große Schiffe. Vom Design her hat sich allerdings gegenüber den Vorgängern recht wenig getan, zumindest optisch gesehen, denn die großen Unterschiede liegen eher bei den inneren Werten. Die Iron Duke-Klasse ist nicht nur noch größer als die beiden Vorgänger, die King George V-Klasse (nein, nicht das Stufe acht Schlachtschiff bei WoWS, es gab in kurzer Folge zwei Klassen mit diesem Namen) und die Orion-Klasse (in WoWS das Stufe vier Schlachtschiff), sondern auch besser gepanzert und führte bessere Mittelartillerie mit sich. Die britische Marine hatte nämlich erkannt, dass die 102 mm Geschütze zwar ausreichend sind um Torpedoboote zu bekämpfen, aber Zerstörer damit kaum zu beeindrucken sind. Abgesehen von diesen Unterschieden verlief die Karriere der vier Schiffe ähnlich und nachdem drei davon die Skagerrakschlacht überlebt haben (die HMS Emperor of India war im Dock zu dem Zeitpunkt) blieben sie nach Ende des Krieges noch eine Weile im Dienst. Ein Schiff wurde schon 1929 verschrottet und zwei weitere dann drei Jahre später und nur die HMS Iron Duke überlebte bis 1946, wobei sie wie die andere bereits 1926 aus dem aktiven Dienst genommen wurde und bis zu ihrem Ende als Trainingsschiff und Depot in  Scapa Flow diente.

Auffällig bei der Iron Duke ist, dass sie mit 21,6 kn nicht wesentlich schneller als die Orion oder Bellerophon ist und damit die britische Tradition der Gemütlichkeit offenbar fortsetzt. Leider kann man an Hand des Datenblattes zur Wendigkeit noch nichts sagen, aber wenn man die etwas schneller aber gleich große Warspite als Vergleich heranzieht, so sollte die Iron Duke bei etwa 2 kn weniger doch mindestens ähnlich gut drehen und einen (für Schlachtschiffe) kleinen Wendekreis haben. Interessant wird es sein zu sehen, wie sich die 343 mm Geschütze auf Stufe fünf schlagen, denn mit 356 mm haben New York und Kongo die Nase beim Kaliber ein wenig vorne (nur die König hat mit 305 mm noch weniger), allerdings dürfte der Unterschied wohl eher gering sein. Eine Stärke der Iron Duke gegenüber ihren Vorgängern waren ja die guten Sekundärgeschütze und angesichts der 12 x 1 152 mm Geschütze bin ich gespannt wie WG dies umsetzen wird. Mit entsprechender Reichweite versehen könnte sie auf ihrer Stufe der König Konkurrenz machen, allerdings wird man angesichts der niedrigen Höchstgeschwindigkeit wohl etwas Geduld haben müssen, bis man in Schussweite ist.

Stufe acht – Graf Zeppelin

Als in den 1930er Jahren in Deutschland die Wiederaufrüstung vorangetrieben wurde wollte die Marine neben Schlachtschiffen und Kreuzer auch möglichst bald über eigene Flugzeugträger verfügen. Bis 1934 sollten es drei Stück sein und daher wurde bereits 1932 der Bau von Trägern mit in die Planungen aufgenommen. Die Wirren der 1930er Jahre, die Machtergreifung 1933, die Loslösung vom Friedensvertrag von Versailles und die Arbeiten an anderen Rüstungsprojekten warfen aber die Planungen immer wieder um. So blieben am Ende nur zwei Schiffe der Graf Zeppelin-Klasse übrig, deren Bau dann auch begonnen wurde, allerdings erst 1935 und dann auch sehr zögerlich. Der Stapellauf der Graf Zeppelin war dann Ende 1938, aber wieder wurden andere Projekte (jetzt war es der Bau von U-Booten) dem Ausbau des Trägers vorgezogen und führten erst zu einer Verzögerung und dann 1940 sogar zum Stopp der Arbeiten. Der zweite Träger dieser Klasse war zu diesem Zeitpunkt bereits verschrottet und die Graf Zeppelin rostete vor sich hin. 1942 wurde dann ein neuer Versuch unternommen und für knapp ein halbes Jahr wurde wieder an dem deutschen Flugzeugträger gearbeitet, wobei auch gleich einige Umbauten erfolgten. Im Februar 1943 war es dann damit aber auch schon wieder vorbei, der Bau wurde eingestellt und das zu 90 Prozent fertige Schiffe wurde nach Stettin geschleppt. Dort wurde es 1945 vor dem Rückzug der deutschen Truppen gesprengt und unbrauchbar gemacht. Nach dem Krieg hob die russische Marine es aber wieder und begann das Schiff intensiv zu untersuchen, bis es dann 1947 versenkt wurde.

Schon vor längerer Zeit hatte WG bekannt gegeben, dass ein kompletter Zweig von Flugzeugträgern für die Deutschen in WoWS mangels realer Vorbilder nicht zu erwarten wäre, aber man an einem Premium-Schiff, der Graf Zeppelin, arbeiten würde. Dann war es lange ruhig, aber nun scheint WG sein Versprechen einzulösen und damit könnte der deutsche Träger bald der vierte Premium-Träger im Spiel werden. Es ist sehr schwer vorherzusehen wie WG die Besonderheiten der Graf Zeppelin umsetzen wird, auch weil das Schiff nie im Dienst war und damit keine Erfahrungsberichte vorhanden sind. Vorstellbar ist, dass die besonders leistungsfähigen Katapulte der Graf Zeppelin vielleicht die Startdauer der Flieger reduzieren, aber ein Vorteil dürfte die überdurchschnittliche Sekundärbewaffnung sein (8 x 2 150 mm Geschütze sind mal ne Ansage für einen Träger). Was ein Nachteil des deutschen Trägers sein dürfte ist die geringe Menge an Fliegern die er mit sich führt, falls sich WG eng an die historischen Vorlagen hält, denn es war nur Platz für 43 Stück geplant. Allerdings schwirren derzeit dazu einige Informationen durch das Netz, denn je nach Quelle (sogar die offiziellen Angaben unterscheiden sich hier) variiert die Hangar-Kapazität zwischen 42 Fliegern (wie oben im Bild zu sehen), 67 Fliegern (wie WoWS Asia es verbreitet hat) und 72 Fliegern (wie es Leaks aus dem asiatischen Supertest vermuten lassen). Welche Zahl nun korrekt ist, das dürfte sich erst nach den Tests entscheiden, denn alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr und “Work in Progress”. Ganz entscheidend wird aber, abgesehen von der Zusammenstellung der Staffeln (man munkelt von zwei Jäger- und drei Torpedobomber-Staffeln, mit vier bzw. fünf Fliegern), die Leistungsfähigkeit der einzelnen Flugzeuge sein (Geschwindigkeit, Stukturpunkte, Schaden) und die Art des Abwurfs sein. Gerade hier hat ja WG mit der Kaga und Enterprise gezeigt, dass sie durchaus bereit sind Variationen einzubauen und aktuell wird auch mit panzerbrechenden Bomben als Alternative zu den hochexplosiven Bomben experimentiert. Man wird also gespannt sein dürfen, was sich WG bei der Graf Zeppelin so einfallen lässt.

4 Gedanken zu „Duke und Graf bitten zum Tanz

    1. Das ist korrekt, aber zum einen ist sie für die USA schon für den 30.06. angekündigt und zum anderen konnte ich sie ja schon ne Weile testen und auch im Stream zeigen.

    1. Ich darf die testen, weil ich zum einen Supertester bin und daher schon Schiffe auf den gesonderten Servern testen darf/muss, allerdings dürfte ich darüber nicht sprechen, was dort passiert … “What happens in ST stays in ST”. Allerdings bin ich zum anderen auch Community Contirbutor und erhalte wie die anderen CCTs auch die Schiffe früher geliehen und darf sie testen und auch zeigen und darüber schreiben (oder Videos machen, etc.).

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