Happy Birthday

Hach, sie werden so schnell groß die kleinen Racker. Man kommt fast nicht mit und schon sind sie flügge und lassen ihr Heim hinter sich zurück. Hmm, nein, so ganz passt das nicht, aber World of Warships (WoWS) feiert dieser Tage seinen ersten Geburtstag und daher verzeihe man mir bitte dieses Eltern-Geschwafel. So ein Geburtstag ist ja nun mal eigentlich ein Grund zum Feiern und Wargaming (WG) tut dies auch. Zum einen gibt es da das Ereignis, bei dem man einfach durch Spielen bis zu 10 Auszeichnungen gewinnen kann und dazu werden Spieler nach Anzahl der Spiele (und Schiffen der Stufe zehn die im Hafen stehen) seit Erscheinen von WoWS belohnt (den offiziellen Beitrag dazu findet sich hier). Zum anderen steigen einige Veranstaltungen, wie zum Beispiel Wettkämpfe zwischen Clans (Nordamerika-Server gegen den Europa-Server), die am 17. September über den WG-twitch.tv Kanal übertragen und kommentiert werden (das Ankündigungs-Video gibt es hier). Allerdings ist so ein Jahrestag auch eine Gelegenheit, um auf das was passiert ist zurück zu blicken und zu schauen was sich so getan hat. Manch einer nutzt das gerne um das Erreichte zu betonen, während die Glas-Halb-Leer-Fraktion eher sich darauf konzentriert was vielleicht noch fehlt oder falsch gelaufen sein mag. Da ich stets bemüht bin eine Sache von allen Seiten zu betrachten, was mir nicht immer gelingt, das muss ich zugeben, blicke ich sowohl mit Freude als auch mit Enttäuschung auf das erste Jahr des noch jungen Spiels zurück.

Das Spiel braucht mehr Schiffe!

Ich glaube, dass man ohne wenn und aber sagen darf, die Schiffe das Herz von WoWS sind und die Vielzahl und Abwechslung an Schiffen das Salz in der Suppe sind, die das Spiel besonders reizvoll machen. Nicht, dass jedes Schiff sich komplett von allen anderen unterscheiden oder die Spielweisen mit Schiffstypen von Nation zu Nation immer wieder anders sein muss, aber in meinen Augen ist die Auswahl einfach nötig. Wie langweilig erscheinen doch die Zeiten, als es nur zwei Nationen gab (Japan und Amerika) und man innerhalb einer Stufe auf nur zwei Varianten von Schlachtschiffen, Kreuzern oder Zerstörern treffen konnte. WG hat hier im ersten Jahr deutlich nachgelegt, sowohl was Premium-Schiffe als auch reguläre Forschungszweige angeht: die deutschen Kreuzer und Schlachtschiffe, die russischen Zerstörer und Kreuzer und nun bald, nicht mehr ganz im ersten Jahr, die britischen Kreuzer. Das kann sich denke ich sehen lassen und wenn man bedenkt, dass jedes Schiff bis zu 3 Monate Arbeit benötigt, bis es fertig ist, ist dies alleine für die regulären 37 Schiffe eine ganz beachtliche Leistung, die noch größer wird, wenn man die ganzen Premium-Schiffe bedenkt, die zusätzlich noch entwickelt wurden.

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Nun wird aber gerne von einigen Spielern immer wieder bemängelt, es müsste nicht sein, dass manche Forschungszweige oder Nationen noch immer im Spiel fehlen, wenn WG weniger auf Geld aus wäre und weniger Zeit in Premium-Schiffe stecken würde. Oder es wird kritisiert, dass die russischen Schiffe noch vor den Briten ins Spiel kamen, wo doch die Royal Navy eindeutig die wichtigere Rolle im letzten Jahrhundert gespielt hat. Ich möchte gar nicht tief in die Diskussion einsteigen, da dies auf einen völlig anderen Weg führt, als dieser Beitrag nehmen soll, aber ich finde man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass WG mit dem Spiel Geld verdienen muss und sich gewisse Fortschritte bei der Spielentwicklung auch diesem wirtschaftlichen Diktat beugen müssen. Ich persönlich bin WG dankbar, dass sie trotz allem Druck die Qualität der Schiffsmodelle nicht nur gleich hoch halten, sondern weiter verbessern und damit WoWS für mich, in diesem Punkt unbestreitbar, zu einem absolut fantastischen Spiel machen.

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Von Baustellen und Schlaglöcher

Nach meinem Maßstab ist WoWS kein MMO, aber um die Definition geht es gar nicht, aber dennoch ist es ein lebendiges Spiel, bei dem die Spieler die Entwicklung indirekt durchaus beeinflussen. Als Beispiele können bei WoWS hier die Anpassungen bei den Flugzeugträgern und Zerstörern (vor allen den japanischen Vertretern) dienen, die als Folge dessen passierten, wie die Spieler diese Schiffe und deren Waffen nutzten. Waren zu Beginn des ersten Lebensjahres von WoWS die Flugzeugträger noch der unabwendbare Untergang eines jeden Gegners und das Meer eine Suppe aus Torpedos, die erst wenige Meter vor dem Aufschlag sichtbar wurden, so hat sich das heute deutlich geändert. WG hat, teilweise sehr radikal, teilweise ungewohnt behutsam, an Spielmechaniken geschraubt, die Schiffe und deren Bewaffnung angepasst und tut dies auch weiterhin, um neuen Trends entgegen zu wirken. Allen Änderungen zum Trotz wird es immer Spieler geben, denen Abschwächungen oder Stärkungen einzelner Klassen oder Schiffe nicht weit genug gehen, aber hier sind oft genug persönliche Vorlieben oder Abneigungen der Antrieb für die Kritik und nicht die objektive Beurteilung der Lage.

Wenn wir uns mal ansehen, an was WG so alles gedreht hat, dann sind das keine Kleinigkeiten:

  • Matchmaker 2.0 (jetzt mit fast garantiertem “fair MM”)
  • Umstellung der Kapitänsfähigkeiten (neue hinzugefügt, Umstellung, etc.)
  • Umbau bei den Verbesserungen (neue eingefügt, bestehende zusammengefasst, etc.)
  • Anpassung der Luftabwehr (Verschiebung zwischen Fern- und Nahbereich Abwehr)
  • Änderung bei den Torpedos (Geschwindigkeit, Sichtbarkeit, etc.)
  • Vereinfachung des Systems der Sichtbarkeit von Schiffen
  • Verfeinerung der Panzerungsmodelle bei Schiffen
  • und so weiter …

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Ich möchte nicht auf alle Dinge eingehen, aber als Beispiel den Matchmaker (MM) hervorheben, da dieser einen erheblichen, meiner Meinung nach sogar den größten, Einfluss auf das Spielergebnis hat. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit konnte es passieren, dass ein Team alleine durch die Zusammenstellung fast verloren, bevor überhaupt der Countdown vorbei war, da es sowohl an Anzahl als auch Stufe bei den Schlüssel-Klassen unterlegen war. Ich habe im Zuge der heftigen Diskussionen einen Beitrag in Form eines Briefes verfasst und ich würde es mir gerne auf die Fahne schreiben, dass dies zur Entwicklung des Matchmakers 2.0 beigetragen hat. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass dieser zu dem Zeitpunkt schon längst in Arbeit war. Aber es zeigt, wie ich finde, beispielhaft das Vorgehen von WG, wenn sie ein Problem sehen und lösen.

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Kann man sagen, WoWS sei ein faireres Spiel seit dem Start vor einem Jahr? Bezogen auf die Probleme die zum Start existierten oder sich im Laufe der Zeit durch die Spielweise der Spieler entwickelt haben möchte ich das mit “Ja” beantworten, denn die meisten davon sind eigentlich verschwunden. Klar treten an deren Stelle neue Baustellen, denn wie es bei einem lebendigen Spiel, dass dazu noch ständig erweitert wird, nun mal ist, bringen Änderungen und neue Dinge immer auch neue Quellen für Probleme mit sich. Wir Spieler werden immer einen Weg finden um Sachen im Spiel in einer Art und Weise zu nutzen, die so eigentlich nicht geplant waren und sorgen damit dafür, dass die Entwickler von WG nicht einrosten. Gern geschehen WG!

Neue Dinge

Neben neuen Schiffen war WG aber auch auf anderen Gebieten nicht faul und hat uns mit neuen Dingen Freude und Leid (je nachdem auf welcher Seite man stand) beschert, wie zum Beispiel dem Radar als neues Mittel für Kreuzer, die versteckten Zerstörer kurzzeitig aufzudecken. Damit uns Spielern aber auch nicht langweilig wird, falls uns die neuen Schiffe nicht ausreichen sollten, lieferte WG in diesem ersten Jahr WoWS einige neue Karten aus, die für Abwechslung sorgen. Natürlich sind nicht alle Karten bei allen Spielern gleich beliebt und mir geht es da genauso, aber insgesamt finde ich alle neuen Karten gelungen und auch die Überarbeitung älterer Karten sind mehr als ansprechend. WG hat es geschafft, die Karten mit kleinen Details deutlich lebendiger zu gestalten und das tut nicht nur dem Auge gut, sondern sorgt für eine gute Atmosphäre. Etwas weniger Glück hatte WG bei den Versuchen neue Spielmodi zu etablieren, was auch daran liegt, dass die Spieler sich ungerne von ihrer gewohnten Spielweise zu entfernen. Dazu sind die neuen Modi teilweise nicht allen Spielern geläufig, da sie zu selten in der Rotation der Karten und Spielmodi auftauchten. Encounter (der deutsche Name will mir gerade nicht einfallen), Bastion und (ganz neu) Epizentrum sind die Namen der Varianten, mit denen WG uns erfreuen will. Ich hoffe die Entwickler lassen sich nicht enttäuschen von dem teilweise nicht sehr freundlichen Reaktionen auf die alternativen Spielmodi und experimentieren weiter.

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Nicht gänzlich unumstritten ist der Weg den WG bezüglich Mods bzw. deren Funktionen geht, denn auch wenn aktiv versucht wird (z.B. durch Verschlüsselung der Client-Daten) gegen unerwünschte Mods vorzugehen, bleibt auch manche harmlose Entwicklung von Moddern auf der Strecke. Allerdings nimmt WG, wie auch bei World of Tanks (WoT), Ideen von beliebten Mods auf und baut diese direkt ins Spiel ein. Sei es die Möglichkeit zwischen verschiedenen Fadenkreuzen zu wählen, die Grenzen von Nebelbänken anzeigen zu lassen oder aber die letzte bekannte Position eines Schiffes auf der Minimap zu markieren, all diese Dinge waren noch vor einem Jahr nur über Mods zu realisieren. Auch wenn einige Modder damit ihrer Früchte und Arbeit beraubt wurden, so glaube ich, dass WG hier im Laufe des ersten Jahres von WoWS einen richtigen Weg beschritten hat. Nicht nur um Gleichheit zwischen Spielern zu schaffen (nicht jeder will oder kann Mods einbinden), sondern auch um Missbrauch vorzubeugen und eine Basis zu schaffen um zwischen erlaubten und nicht erlaubten Mods unterscheiden zu können.

Nicht alles Gold was glänzt?

Es gibt zwei Punkte, die schon seit dem Start von WoWS vor einem Jahr immer wieder für heftige Diskussionen sorgen und Anlass zu großer Kritik geben. Da wäre zum einen die immer noch nicht vollzogene Verschmelzung der Konten für die drei “World of” Spiele (auch unified account geannt) und zum anderen die von vielen Spielern schmerzlich vermisste Einbindung von Clans und Clanwars. Beide Dinge sind, so zumindest wird es immer wieder von WG betont, in Arbeit und nicht vergessen, aber dennoch wächst der Unmut der Spielerschaft stetig und ich muss gestehen, ich kann das durchaus nachvollziehen. Allerdings nicht in jedem Punkt und ebenso kann ich WG verstehen, dass sie zumindest bei der Entwicklung sehr gründlich sein wollen, sogar sein müssen.

Dass die Einführung von Clans, Clanwars und entsprechenden Wettbewerben ein großer Schritt für WoWS wäre, das ist sowohl WG klar, als auch den Spielern, sonst wären die Rufe danach nicht so laut. Dass es aber auch ein Risiko sein kann und es diverse Probleme gibt, das sollte jedem Spieler klar sein, spätestens wenn man die Präsentation des WoWS-Show-Gefechts während der letzten WGL Grand Finals in Warschau gesehen hat. So schade ich es finde, aber es war nicht wirklich spannend und auch wenn selber in einem Clanwar und einer Liga zu spielen sicher aufregend ist, so muss WG auch an die Möglichkeiten einer Darstellung und Vermarktung denken (dazu hatte ich mir hier einmal bereits Gedanken gemacht). Und genau hier könnte ein Hauptgrund liegen, warum das Clan-Modul bisher noch nicht weiter in Erscheinung getreten ist. Natürlich haben wir inzwischen die Team-Gefechte bekommen, die aktuell aber ruhen und auch offenbar nicht den großen Erfolg hatten, den manch einer sich vielleicht erwartet hat, wofür ich auch die zeitliche Begrenzung von 18 bis 23 Uhr verantwortlich mache. Aber das ist kein Ersatz für ein vollständiges System rund um Clans und ich hoffe, WG wird sich bald dazu durchringen, hier etwas mehr als Worte zu präsentieren, bevor sich die Clans ein anderes Spiel suchen, auch wenn WoWS derzeit davon profitiert, dass faktisch konkurrenzlos ist. Aber das wird vermutlich nicht ewig währen.

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So sehr ich für die Clan-Modul-Sache noch Verständnis habe, so wenig kann ich inzwischen die Probleme verstehen, die WG offenbar mit dem unified account hat. Natürlich ist das Zusammenführen von Konten schwierig, aber das Login usw. sind ja schon identisch, die Premium-Zeit wird schon geteilt und damit wird es eng für eine wirklich handfeste Begründung, warum mit Gold auf der einen und Dublonen auf der anderen Seite weiterhin zwei Premium-Währungen vorhanden sind. Technische Probleme mag es durchaus geben, aber die können beim besten Willen nicht so gewaltig sein, als dass eine Zusammenführung unmöglich wäre. Womit eigentlich nur wirtschaftliche Fragen im Weg stehen können, sowohl solche bei denen WG ein Verlust entstehen könnte, als auch für die Wirtschaft in den betroffenen Spielen selber. Leider schweigt WG über die genauen Gründe, was natürlich nicht gerade für geeignet ist um Verständnis und Ruhe in der Spielerschaft zu verbreiten, denn im Gegenteil, die Meinung schwenkt eindeutig zu “Die wollen nur, dass wir doppelt zahlen!”. Wobei ich hier anmerken muss, dass man ja das Gold bei WoT durchaus über den Weg der Premium-Zeit für WoWS ausgeben kann. Dennoch fände ich es einen guten Schritt, wenn WG den Mut aufbringen könnte hier transparent zu sagen warum der unified account für WoWS weiter auf sich warten lässt.

War es ein gutes erstes Jahr?

Diese Frage ist meiner Meinung nach definitiv mit einem “Jawohl!” zu beantworten, auch wenn es Probleme gibt, aber für mich überwiegt das Positive deutlich. Ich schaue auf vergnügliche 365 Tage WoWS zurück und sehe ein Spiel, dass mich noch immer begeistert. Ich betrachte die Entwicklung und den gewachsenen Umfang von WoWS, sei es bezogen auf Schiffe, Nationen, Spielmodi oder andere Inhalte, und glaube, WG hat nicht nur das Spiel voran gebracht, sondern auch eine solide Basis gelegt für die weitere Entwicklungen. Auch wenn manche Entwicklung noch schmerzlich auf sich warten lässt und manche Entscheidungen von WG nicht jedem Spieler schmecken oder verständlich sind, so glaube ich, dass es ein gutes erstes Jahr war. Die jüngste Ankündigung von WG, dass die im Test befindlichen britische Kreuzer noch einmal komplett überarbeitet werden, nachdem unter anderem die Supertester entsprechende Rückmeldungen gegeben hatten, zeigt mir, dass WG gewillt ist WoWS mit und für Spieler zu entwickeln. Aber dies tun sie, ohne sofort nach dem ersten lauten Gejammer sofort einzuschreiten. Mich freut auch, dass die Entwickler Mut beweisen und neue Dinge probieren und sich nicht nur auf bewährte Dinge verlassen, was sicher in manchen Punkten einfacher und kostengünstiger wäre. Wenn WG nun die letzten großen Baustellen angeht und auch hier Mut, Kreativität und Konsequenz zeigt, dabei auf die Spieler hört und flexibel auf Veränderungen reagiert, dann bin ich mir sicher, dass wir nicht den letzten Geburtstag von WoWS gefeiert haben, sondern noch viele folgen werden. In diesem Sinne: Happy Birthday World of Warships!

6 Gedanken zu „Happy Birthday

  1. Wie immer, erste Sahne 😉

    Was die Spielmodi anbelangt- nur mal zur Bestätigung- ich habe seit dem Patch indem Bastion gekommen ist, geschätzt 350-400 Spiele gemacht und noch kein einziges Mal diesen Modus gehabt.
    Die letzte Woche alleine konnte ich durch Urlaub ca. 100 Spiele machen und hatte zwei Mal den Epizentrum-Modus (gut, darum bin ich jetzt nicht traurig, weil mich der Modus nicht überzeugt)- also hier wäre mir die Möglichkeit einen Modus abzuwählen eigentlich ganz recht, dafür steigert es ein Bisschen die Chance in den anderen Modus zu kommen. Wäre doch ein Deal, oder nicht?

    Ansonsten deckt sich meine Meinung ziemlich stark mit der deinigen.

    Beim Teammodus möchte ich allerdings das ganze noch verschärft darstellen- sind wir ehrlich- viele haben sich gefreut über diesen Modus und waren Feuer und Flamme. Was dann allerdings dabei rumgekommen ist (langweilige Abwarterei, total passives Spiel) war dann ein Schlag ins gesicht. Da täuscht dann auch kein gefaktes erstes Promomatch (das Erste, als alle aufeinander losgegangen sind mit gezückten Messern) darüber hinweg, dass der Modus stinkelangweilig ist.

    Und die größte Baustelle (mal weit weg von unified Account und CW) ist das Kreuzerbalancing, bzw. eine fehlende Neudefinition der Klasse Kreuzer seitens WG. Derzeit kippt die Balance in BB-lastig oder DD-lastig (jenachdem wie der MM würfelt, bzw. wieviele Spieler in der Warteschleife sitzen in den einzelnen Klassen). Und das liegt meist daran, dass quer durch die Bank ab Tier 6/7 das Spielen von Kreuzern ungemein mehr Spieleaufwand bedeutet (verglichen zu DDs, BBs oder mit Abstrichen CVs), dafür aber nicht gebührend belohnt wird. Vielleicht wird sich das ein wenig ändern, wenn Spottingschaden belohnt wird und endlich mal das Decken der eigenen Flotte mit AA. Aber um die Big Points auf einem Kreuzer zu holen, muss man sich schon mit DDs anlegen, was vielen CAs relativ schnell zum Verhängnis wird, weil sie zu weit vorne agieren, oder man schafft es über den Verlauf des Spieles ein BB mit vielen HP mehrmals anzuzünden, oder in eine Torpedofalle zu locken (sofern Torpedos vorhanden). Mal nur als Beispiel Pensacola, New Orleans und Baltimore- diese CA sind gekniffen ohne Ende, sofern man noch keinen 15 Skillpunkte-Kapitän besitzt. Auf der Pensacola kann man Vieles noch mit Skill ausbügeln, aber ab der New Orleans merkt man richtig, wie schwer es ist, CA zu spielen. Jetzt mögen die US CA vielleicht noch gute HE und gute Brandchancen haben, jetzt gibt es aber noch die Deutschen, die ab der Yorck auf ihre guten AP angewiesen sind, die aber auf mittlere und lange Reichweiten nicht funktionieren. Und da kommt dann wieder die schlechte deutsche HE ins Spiel.
    Und somit kommt es, dass man ingame nur wenige gute Kreuzerspieler antrifft (meist erst ab Stufe 10 mit entsprechend geskillten Kapitänen) und das Gros der gefechte von BBs, DDs oder CV dominiert wird.

    Ich plädiere hier wirklich eindringlich an WG, bzw. an die Sprachrohre zu WG, gebt das nach oben weiter. Kreuzer müssen wieder ein lukrativer Zweig ingame werden. Und da müssen alle Kreuzer verglichen werden und nicht nur vereinzelte Ausreißer in den Stats (wie eine zu niedrig gestufte Cleveland z.Bsp. die sicherlich besser da steht, als die meisten anderen 6er CA/CL), wenn man sich seine Daten heranzieht.
    Wird an den Kreuzern nichts gemacht, wird die Spielebalance nach und nach zu Gunsten der DDs kippen, die dann immer weiter generft werden und das wird dann ein ewiger Rattenschwanz. Und die ewige Nerferei hat schon bewirkt, dass man relativ selten CV ab Tier 6 antrifft. Schon alleine das sollte WG Warnung genug sein!

    Vielleicht hast du ja einen Draht zu WG und kannst das mal vorbringen, dass dieser punkt mal gehört wird.

    Bis dahin- mach weiter so. Ich lese diesen Blog sehr gerne und es ist mal eine entspannende Zusammenfassung dessen, was meist zu emotional im Forum verzapft wird.

    Von daher, vielen Dank Hurz 😉

    1. Erst einmal vielen Dank Walther_K_Nehring für das Lob, das freut mich sehr. Und dann danke für dein ausführliches Feedback, das zeigt, dass du nicht nur flamest sondern nachdenkst.

      Ich finde auch, dass die neuen Spielmodi zu selten kommen und die Option einen Spielmodus abzuwählen oder eine Karte abzuwählen, fände ich schon lange überfällig. Allerdings bietet WoWS dazu glaube ich nicht die nötige Spielerbasis um dann dem MM noch genug “Material” zur Verfügung zu stellen um ausreichend schnell Gefechte zu erstellen. Und WG legt den Fokus auf geringe Wartezeiten, womöglich weil sie wissen, dass die Spieler sehr schnell die Schlange wieder verlassen, wenn es mal etwas länger dauert.

      Der Team-Modus hat das Problem von WoWS aufgezeigt, dass es einfach träger ist als WoT und damit die Clangefechte nicht rasant sich entwickeln können. Das Abwarten ist einfach die Spielweise die man spielen muss, wenn man nicht in eine Falle oder das Kreuzfeuer geraten will. Das vermindert logischweise die Dynamik und das liegt aber auch an den Spielern. Ich denke dass sich hier zum einen noch andere Taktiken entwickeln und mit entsprechenden Karten usw. entgegen gesteuert werden kann. Allerdings wird WoWS meiner Meinung nach nie das Tempo eines WoT erreichen können und ehrlich gesagt finde ich das auch angenehm, wenn es taktischer bleibt. Nur zu statisch sollte es natürlich auch nicht werden.

      Das große Thema der Kreuzer liegt dir am Herzen, das merkt man und du hast in weiten Teilen absolut Recht. Zwar sehe ich für die Kreuzer nicht ganz so schwarz wie du, aber ich kann deine Argumente gut nachvollziehen und stimme dir da durchaus weitgehend wie gesagt zu. Über reine nerfs und buffs wird sich da nicht alles richten lassen, denn das hängt auch an den Vorlieben der Spieler, bei denen viele einfach die dicken Schiffe fahren wollen (weil bekannter, größere Kanonen, etc.) oder aber die klein, wendig und nervig sein wollen (ähnlich wie Diebe/Schurken/Attentäter bei MMORPGs) und da bleibt wenig Liebe für die mittlere Klasse über. Eigentlich, denn einige Schiffe haben ja durchaus Potential und haben ihre Freunde und dann leider teilweise auch die. Gerade die Pensacola, New Orleans und Baltimore die du nennst sind gute Beispiele, aber das eher, weil sie wenig Aufgaben haben bzw. gegen Zerstörer nicht so wirksam wie sie es sein müssten.

      Ich kann dir versichern, dass wir STs und CCTs das durchaus bei WG vorbringen bzw. bei den Tests und bei entsprechenden Beurteilungen und ich denke dieses Feedback war ein Hauptgrund warum WG die RN CLs noch einmal neu bewertet. Du siehst also, es funktioniert durchaus das System und WG hört auch darauf. Ob jetzt alles gut und besser wird: Keine Ahnung, wenn ich das wüsste würde ich Lotto spielen oder könnte den RNG in WoWS austricksen. 😉 Aber ich glaube es wird entsprechend gegen gesteuert und bin mir sicher, WG ist nicht doof und rennt blind in eine Sackgasse oder das Verderben. Da haben sie aus WoWP durchaus gelernt.

      1. Hi Hurz,
        vorab erstmal ein riesen Lob. Ich spiele erst seit ein paar Wochen WoWs, bin am Anfang auf deinen Blog gestossen und der hat sich zu meiner WoWs-Bibel entwickelt. Vielleicht ist ja die Meinung eines WoWs-Neulings im Bezug auf den Jahresrückblick ja auch ganz interessant:

        Vor WoWs hab ich 2 Jahre WoT gespielt, und muss sagen das ich das nicht mehr anfasse, weil mir WOWs sehr viel mehr Freude macht. Ich bin kein Clan oder Premium-Spieler und zocke eher nur gelegentlich, habe dann aber schon den Ehrgeiz es “richtig zu machen”. Für mich ist WoWs deshalb so gut, weil meiner Meinung nach einige Fehler, die bei WoT begangen wurden, hier so nicht vorhanden sind. Ein Beispiel wäre die Gold-Muni, ein anderer das MM. Ich weiss nicht wie die Anfangszeit bei WoT war, vielleicht vergleichbar wie WoWs zur Zeit, aber hier kann jeder, mehr oder minder, gegen jeden etwas ausrichten, und wenn es halt nur anzünden ist. ständige One-Shots oder auch Gegner gegen die man absolut gar nichts machen kann sind mir bisher noch nicht untergekommen. Auch kommt mir die Spielergemeinschaft, vielleicht auch der geringeren Anzahl geschuldet, kompetenter vor. Ich denke jeder der WoT gespielt hat weiss was ich meine ohne das jetzt genauer ausführen zu müssen.

        Da mich die Verschmelzung der Konten und Clanspiel nicht interessieren, ich, zumindest bis Stufe V, bisher jeder Schiffsklasse etwas abgewinnen konnte, und das erweiterte Schere-Stein-Papier(-Echse-Spock) Prinzip hier im Moment für gut umgesetzt halte, ist WoWs das Spiel der Stunde für mich. Ich hoffe es geht so weiter.

  2. Es tut gut zu hören, dass auch Spieler die noch nicht so lange dabei sind von dem Jahresrückblick angetan sind und für das Lob danke ich natürlich herzlich.

    Mit den Fehlern die nicht gemacht wurden hast du recht, aber der MM ist auch erst vor kurzer Zeit besser geworden und war vorher nicht wirklich gut – ähnlich wie bei WoT. Aber gerade Gold-Munition ist ein Punkt an dem WoWS sich wohltuend unterscheidet und auch sonst kann man die beiden Spieler kaum vergleichen. Ich hoffe das Spiel macht dir auch weiterhin Spaß. Bleib dran und möge der RNG mit dir sein 🙂

  3. Hallo Hurz,
    entschuldige, aber ich habe nichts auf Deiner Seite zum Update 5.12 gefunden, daher schreibe ich hier rein.
    Jetzt soll ja z.B. das Bezeigen von Schiffen wenn diese versenkt oder beschädigt werden auch zu Belohnungen führen. Ich habe auch schon häufig im Spiel gesehen wie Meldungen erschienen wie “Beschuss auf XY konzentrieren!”
    Ich weiss bisher, wie ich Sektoren markieren kann, aber irgendwie gelingt es mir nicht Schiffe so zu markieren.
    Was mache ich falsch?
    Ciao,
    Eckhard

    1. Da verwechselst du einige Dinge:

      1. Die Meldung “Beschuss auf XY konzentrieren” gibt es schon ewig, denn das ist nichts anderes als die Kommunikations-Funktion von WoWS. Halte mal TAB gedrückt im Spiel und schau links von der Team-Aufstellung die Liste an, da ist F3 dabei und wenn du einen Gegner anvisierst und F3 drückst, dann gibt es diese Meldung.

      2. Das was neu in 0.5.12 ist, dass das Entdecken von Gegner und Schaden der dann auf die gemacht wird usw. belohnt wird für den Spieler, der das Schiff als erster entdeckt hat. Das hat aber nichts mit der reinen Kommunikations-Funktion bei 1. zu tun, denn das Aufklären / Aufdecken passiert ja ganz normal im Spiel.

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